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    Standard Dan Brown: Inferno



    Titel: Inferno

    Kategorie: Krimi/Thriller, USA 2013

    Autor(en): Dan Brown

    Seiten und Preis: 688 Seiten, 26€ bei Amazon

    Hörbuch: 32,55€ bei Amazon

    Mehr Infos: http://www.dan-brown.de/




    Info:

    BildDer amerikanische Bestsellerautor Dan Brown ist eine Art Spezialist für mörderische Fingerzeige – und das ist durchaus wörtlich zu verstehen. Im Sensationserfolg Sakrileg gibt der grausam getötete Chefkurator des Louvre dem Symbologen und Harvard-Professor Robert Langdon durch eine blutige Fingerzeichnung auf seinem eigenen Körper den ersten Hinweis. Und in Das verlorene Symbol ist es die abgetrennte und mit rätselhaften Zeichen tätowierte Hand von Langdons langjährigem Freund Peter Solomon, die im Washingtoner Kapitol auf ein Gemälde des ersten US-Präsidenten George Washington weist.

    Mein Geschenk ist die Zukunft. Mein Geschenk ist die Erlösung. Mein Geschenk ist - Inferno. Robert Langdon ist zurück - und der Held aus Dan Browns Weltbestsellern ILLUMINATI, SAKRILEG und DAS VERLORENE SYMBOL hat sein wohl größtes Abenteuer zu bestehen. Dante Alighieris »Inferno«, Teil seiner »Göttlichen Komödie«, gehört zu den geheimnisvollsten Schriften der Weltliteratur. Ein Text, der vielen Lesern noch heute Rätsel aufgibt. Um dieses Mysterium weiß auch Robert Langdon, der Symbolforscher aus Harvard. Doch niemals hätte er geahnt, was in diesem siebenhundert Jahre alten Text schlummert. Gemeinsam mit der Ärztin Sienna Brooks macht sich Robert Langdon daran, das geheimnisvolle »Inferno« zu entschlüsseln. Aber schon bald muss er feststellen, dass die junge Frau ebenso viele Rätsel birgt wie Dantes Meisterwerk. Und erst auf seiner Jagd durch halb Europa, verfolgt von finsteren Mächten und skrupellosen Gegnern, wird ihm klar: Dantes Werk ist keine Fiktion. Es ist eine Prophezeiung. Eine Prophezeiung, die uns alle betrifft. Die alles verändern kann. Die Leben bringt. Oder den Tod....


    Eigene Meinung:

    1,5 Jahre nach dem Kauf des Buchs, habe ich es endlich durch bekommen, um hier eine kurze Rezension schreiben zu können. Eine ziemlich lange Zeit für einen vermeintlichen Bestseller, doch wird beim Lesen der folgenden Abschnitte schnell klar, wie es dazu kam. Vorbereitend auf diesen Artikel, habe ich meine letzte Rezension zu einem Dan Brown Buch nochmals gelesen und ich war verblüfft, wie viel ich von diesem Artikel eins zu eins hier hätte übernehmen können.

    Dan Brown macht nämlich in seinem aktuellsten Werk so ziemlich die selben Fehler, wie in seinem Buch davor. Ein eigentlich interessanter Plot wird durch seitenweise Erläuterungen zu irgendwelchen Symboliken, Gemälden oder Gebäude, die aus einem umfangreichen Reiseführer italienischer Städte stammen könnten, zur Nebensächlichkeit degradiert. Selbst in eigentlich spannenden Verfolgungsjagden schafft es der Autor Geschwindigkeit herauszunehmen, um irgendwelche geschichtlichen Hintergründe bestimmter Säulen oder bestimmte Handlungen zu erörtern.

    Wegen meinem großem geschichtlichen Interesse, konnte ich über viele dieser Stellen hinwegsehen. Doch irgendwann war es auch mir zu viel. Wenn ich ein geschichtliches Nachschlagewerk lesen wöllte, hätte ich zu einem Fachbuch gegriffen und nicht zu einem Roman, das mich primär unterhalten sollte. Aber noch störender empfand ich die vielen in italienischer Sprache geführten Gespräche. Gut, die Geschichte spielt in Italien und ja, man möchte den Leser das Gefühl italienischer Mundart vermitteln, doch übertreibt Dan Brown auch hier. Ständig darf der Leser unnötige Sätze lesen, die er aus mangelnde italienisch Kenntnisse ohnehin nicht versteht, um kurz darauf die übersetze Version präsentiert zu bekommen. Es ist wirklich bemerkenswert, wie viel Dan Brown für sein Werk recherchiert hat, doch scheint er kein Gefühl mehr dafür zu haben, wie viel der Leser davon überhaupt lesen möchte.

    Mir ist nicht in Erinnerung geblieben, ob es schon in den vorherigen Büchern so stark ausgeprägt war, aber Robert Langdon ist zwischenzeitlich zu eine Art Superman mutiert. James Bond, Ethan Hunt, Colombo, Dr. Indiana Jones, Hercule Poirot und selbst Mac Gyver, der trickreiche Serienheld der 90er Jahre sind in meinen Augen allenfalls einfallslose Spießgesellen im Vergleich mit dem smarten Professor aus den USA, der jedes Buch gelesen, jeden Bild restauriert und jede Statue des mittelalterlichen Europas (zusammen mit den vorherigen Büchern gar aus aller Welt) studiert und kultiviert hat. Nebenbei schreibt er Bücher, hält Vorlesungen und löst, zwischen Frühstücks- und Mittagspause, atemberaubende und bedrohliche Welträtsel. Und...gut aussehen tut der Bursche auch noch! Dazu gesellt sich ihm eine attraktive Frau mit einem IQ von 208 (tatsächlich im Buch so ausgiebig erklärt), die er mit seinem Intellekt jedoch dennoch in den Schatten stellt.

    Die Teils für mich unlogische Entscheidungen der Protagonisten übersehe ich einfach mal, da man nie weiß, wie sich ein Mensch in Stresssituationen verhält, doch die sehr häufigen Wiederholungen von Zitaten und Textstellen, war dann doch sehr lästig und lässt vermuten, dass Dan Brown eine bestimmte Anzahl Seiten abliefern musste und sich nicht anders behelfen wusste. Manche Seiten habe ich gefühlt dreimal gelesen, was mich wirklich ermüdete. Dass ich das Buch dennoch fertig gelesen habe ist nur dem eigentlich interessanten Plot zuzuschreiben. Es hat halt nur seine Zeit gekostet, bis ich letztlich den Epilog erreichte.

    Es bleibt ein unbefriedigendes Gefühl, dass mit dieser Geschichte deutlich mehr drin gewesen wäre. Um aus meiner vorherigen Kritik zu zitieren: "Dan Brown missglückte beim Versuch das richtige Maß an Spannung und Hintergrundinformationen in einer spannenden Story zu verweben. Er vergeistigt Themen auf ein Maß, bei dem die Handlung einfach nicht mehr vorangetrieben wird, sondern die Effekte zu einem eigenständigen Leben erwachen und dadurch wie eine abgelöste zweite Schicht parallel existieren.". Letztlich fasst mein Gefühl, als ich die letzte Seite um schlug, ganz gut zusammen, wie ich Dan Brown's Buch zu bewerten habe: Ich war froh, dass es die letzte Seite war.

    Note 4
    Geändert von Voodoo (27.01.2015 um 14:02 Uhr)
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