Im Rahmen der Build 2015 hat Microsoft mit Square Enix und Nvidia in einer Techdemo die Möglichkeiten von DirectX 12 präsentiert. Um die beeindruckenden Szenen auf den Bildschirm zu bringen, waren aber auch 4 Titan X-GPUs im 4-Way-SLI-Modus nötig.

Mit DirectX 12 will Microsoft Entwicklern von Spielen direkteren Zugriff auf die Hardware gewähren. So soll die neue Schnittstelle, die zusammen mit Windows 10 veröffentlicht werden wird, sozusagen Software-seitig für mehr Leistung in entsprechend programmierten Spielen sorgen. Jetzt hat der Spieleentwicker Square Enix in Kooperation mit Microsoft und Nvidia auf der Build eine Tech-Demo demonstriert, die diese neuen Möglichkeiten unterstreichen soll.

Wie bei solchen technischen Demonstrationen üblich bieten die gezeigten Szenen keine ausgefeilte Gameplay-Mechanik. Viel mehr haben sich die Entwickler auf einen Aspekt konzentriert, der als sehr schwer darzustellen gilt: In der Demo mit dem Namen "WITCH CHAPTER 0" zeigt sich dem Betrachter eine in Echtzeit berechnete Figur, die weint. Eine realistische Darstellung dieser emotionalen Situation gilt immer noch als echte Herausforderung in der Spieleentwicklung.

Dabei kommt ein Problem zum Tragen, das unter der Überschrift "uncanny valley" bekannt ist: Je realistischer die Darstellung von Menschen, desto schwieriger wird es für den Betrachter, diese als "real" zu akzeptieren. Erst mit einer annähernd fotorealistischen Darstellung löst sich dieser "Skepsis-Effekt" wieder auf. Mit der jetzt gezeigten DX12-Demo kann hier die Messlatte auf jeden Fall höher gelegt werden.

Nur mit roher Kraft möglich
DirectX 12 soll es möglich gemacht haben, in dieser Demo bis zu 64 Millionen Polygone darzustellen. Im Vergleich mit der Vorgänger-Schnittstelle DirectX 11 bedeutet das eine Steigerung um das sechs- bis zwölffache. So wird es unter anderem auch möglich, die Haare der Figur aus einem Zusammenspiel von Polygonen und 50 unterschiedlichen Shader-Programmen aufzubauen. Zum beeindruckenden Gesamtbild tragen dann auch noch 8K-Texturen bei.

Auf den Bildschirmen der meisten Gamer wird eine solche Grafikqualität aber nicht so schnell landen. Für die Demo wurde auf der Build-Bühne ein System benutzt, das unter anderem mit 4 Titan X-GPUs im 4-Way-SLI-Modus ausgerüstet war. Alleine für die Grafikkarten müssten hier also über 4000 Euro investiert werden.