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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Physik - Chaos soll Fusionsreaktoren schützen



Cobra
22.05.2006, 22:12
In Fusionsreaktoren soll das Sonnenfeuer brennen. Wie es kontrolliert werden könnte, hat nun ein Physiker herausgefunden.
US-amerikanische Physiker zeigen, wie eine technische Hürde beim Betrieb des internationalen Versuchs-Fusionsreaktors «Iter» genommen werden könnte: Ein chaotisches Magnetfeld soll die Innenwände der Reaktorkammer schützen.
kIn Fusionsreaktoren wird Wasserstoff-Plasma auf extrem hohe Temperaturen von mehreren Millionen Grad Celsius aufgeheizt. Unter diesen Bedingungen verschmelzen Wasserstoffkerne zu Heliumkernen. Dabei wird Energie frei, die genutzt werden könnte. Kernfusionen finden auch im Inneren von Sternen wie der Sonne statt.
Im Reaktor soll das Plasma mit Magnetfeldern kontrolliert werden. Problematisch sind jedoch blitzartige Entladungen, die die Innenwände der Doughnut-förmigen Reaktor-Kammer beschädigen könnten. Durch eine geringfügige Störung der Magnetfelder könnte dieses Problem gelöst werden, sagt ein Forscherteam um Todd Evans vom US-Unternehmen «General Atomics» in San Diego.

In der Online-Ausgabe des Magazins «Nature Physics» beschreiben die Wissenschaftler die Modifikation des Magnetfeldes. Die Feldlinien, mit denen der Verlauf eines Magnetfeldes angezeigt werden kann, werden dadurch am Innenrand verwirbelt. Das reduziere die Partikelzahl im angrenzenden Plasma und verhindere die Entladungen.


Vielversprechende Lösung
Die Kontrollfunktion des Magnetfeldes werde durch den chaotischen Verlauf der Feldlinien nicht beeinträchtigt, berichtet das Team. Die Modifikation sei eine viel versprechende Lösung für das Problem der Entladungen in Fusionsreaktoren.
Die Entwicklung soll beim Bau des internationalen Versuchs-Fusionsreaktors «Iter» berücksichtigt werden. Am kommenden Mittwoch wollen die sieben «Iter»-Partner in Brüssel eine Organisation für Bau und Betrieb des Fusionstestreaktors gründen. «Iter» soll in Cadarache in Südfrankreich entstehen und zeigen, dass ein Energie lieferndes Fusionsfeuer unter kraftwerksähnlichen Bedingungen möglich ist.