PDA

View Full Version : Technik - Roboter bewachen während der WM das Berliner Olympiastadion



Cobra
14.06.2006, 07:43
"Ofro" kann durch Mauern hindurch Menschen wahrnehmen - Empfindliche Sensoren für Giftstoffe und Radioaktivität
von Eckart Granitza
Berlin - Es ist Nacht im Berliner Olympiastadion. In den Katakomben unter den Tribünen herrscht gespenstische Stille. Morgen soll hier das WM-Vorrundenspiel Schweden gegen Paraguay ausgetragen werden. Doch bei den Verantwortlichen gibt es nicht nur Freude auf das Fußballfest - auch die Angst vor terroristischen Anschlägen schwingt immer mit. Deshalb wird das Olympiastadion während der WM rund um die Uhr bewacht. Doch es sind keine Wachmannschaften, Kameras oder Bewegungsmelder, die das riesige Gelände observieren, sondern autonome Roboter, die ihre Daten an die Sicherheitszentrale des Stadions, die Skybox, schicken.

20 dieser vollautomatischen Wächter patrouillieren jede Nacht rund um das Stadion. Sie haben eine Karte des Geländes einprogrammiert und bewegen sich dann völlig selbständig. Der Freilandroboter "Ofro" geht in den Außenbereichen und den Zaunanlagen auf Streife. Sein Kollege, der Indoor-Roboter "Mosro", wird für die Überwachung von Innenräumen, Tiefgaragen und Lagerbereichen eingesetzt. "Mosro" ist mit 1,18 Metern und 25 Kilogramm kleiner und leichter als der 1,40 Meter große und 40 Kilogramm schwere "Ofro". Außerdem hat "Mosro" Räder, während der Freilandroboter mit seinen Ketten an einen Miniaturpanzer erinnert.

Beide Roboter sind mit Videokameras, Radarsensoren, Temperaturmeldern und Infrarotscannern ausgerüstet. "Durch Radarsensoren können sie menschliche Körper sogar durch Mauern hindurch identifizieren", erklärt der Roboterentwickler Jens Hanke von der Berliner Firma Robowatch. Doch die Roboter können noch mehr: Mit einem Geigerzähler kann "Ofro" Gammastrahlungen detektieren, ein Biosensor kann Giftstoffe erkennen, und ein Multigasscanner spürt über Ionenspektrographie chemische Kampfstoffe wie Nerven- oder Lungengase auf. Auch Brandanschläge oder zufällig entstehende Brände können entdeckt werden. Der Innenraumroboter "Mosro" inhaliert regelmäßig Raumluft und kann mit einem eingebauten Kohlenmonoxidsensor Brandgase erkennen.


In der Skybox des Olympiastadions beobachten die diensthabenden Sicherheitsleute eine Reihe von Monitoren. Mit einem speziell konzipierten Programm können sie sich durch die von den Robotern per UMTS in Echtzeit gelieferten Daten hindurchklicken. So haben sie die Möglichkeit, nicht nur Bilder, sondern auch chemische und physikalische Werte abzufragen. Sollten die Roboter allerdings etwas besonders Auffälliges wie einen Eindringling oder eine gesundheitsbedrohende Gaskonzentration entdecken, schlagen sie von ganz allein Alarm. Dann kann der Einsatzleiter den sonst autonomen Roboter von der Leitzentrale aus selbst lenken und an die Problemstellen schicken. Dabei bringt es der Freilandroboter immerhin auf eine Höchstgeschwindigkeit von sieben Kilometer pro Stunde. "Die Steuerung der Roboter ist auf einem Linux-System mit übersichtlicher grafischer Benutzeroberfläche realisiert und schnell zu erlernen", erklärt Hanke.


Normalerweise müßten bei einem Großereignis wie der Weltmeisterschaft Dutzende von Kameras, Bewegungsmelder und andere Sensoren installiert und verlegt werden. "Das wäre wesentlich aufwendiger und teurer, als mit den mobilen Robotern zu arbeiten", so der Srecher von Robowatch, Benjamin Stengl. "Außerdem brauchen die Sicherheitsfirmen die Roboter nur für vier Wochen anzumieten, während die Kameras, Kabel und anderes Gerät neu eingekauft werden müßten."

Voodoo
14.06.2006, 09:21
cooles Konzept. Alles was mehr Sicherheit in die Stadien bringt ist wünschenswert.

MaX PoWeR
14.06.2006, 11:48
Abgesehen vom Finger im Arsch :p

zoot
14.06.2006, 11:49
paula der musste sein, was? *gg*

Voodoo
14.06.2006, 11:49
technische Sicherheit :). Das mit den Personenkontrolle ist schon..... :fire: :motz:

MaX PoWeR
14.06.2006, 15:12
muss muss muss :D