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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Archäologie - Forscher fotografiert lebendes Fossil



vamp
15.06.2006, 10:22
Die Laotische Felsenratte ist vor elf Millionen Jahren ausgestorben, glaubten Biologen. Bis ihnen in Laos ein Exemplar angeboten wurde - gegrillt und lecker gewürzt. Jetzt hat ein Forscher den seltsamen Nager erstmals im lebendigen Zustand abgelichtet.

Laonastes aenigmamus ist nicht besonders anmutig, ihr Fell struppig und der Gang ungelenk. Am ehesten wirkt sie wie eine verunglückte Kreuzung zwischen Ratte und Eichhörnchen - die bereits vor Jahrmillionen das Antlitz der Erde verlassen hat. Das zumindest glaubten Biologen bis vor einem Jahr.

Dann aber stießen Forscher auf einem Markt in Laos auf mehrere seltsame Nager-Kadaver. Das Tier, das die Bewohner des asiatischen Landes Kha-Nyou nennen und gern gegrillt verspeisen, sah verdächtig nach einer Kreuzung zwischen Ratte und Eichhörnchen aus.

screen Zwar wurde das Geschöpf im April 2005 zunächst als Mitglied einer völlig neuen Säuger-Familie beschrieben, den sogenannten Laonastidae. Im März dieses Jahres aber kamen Wissenschaftler hinter seine wahre Identität: Im Fachblatt "Science" zeigten sie, dass man es mit einer Laotischen Felsenratte zu tun hat - dem letzten bekannten Mitglied einer Nagerfamilie namens Diatomyidae, von der man bis dahin geglaubt hatte, sie sei vor elf Millionen Jahren ausgestorben.

Jetzt hat ein US-Forscher den endgültigen Beweis für das Überleben der Felsenratte geliefert: Fotos und ein Video eines lebenden Exemplars. David Redfield, ein emeritierter Professor der Florida State University, hat den kleinen Kha-Nyou in Zentrallaos gefangen. Das Tier mit den langen Tasthaaren und den stecknadelkopfgroßen Augen ist ungefähr so groß wie ein Eichhörnchen und hat ein dunkles, dichtes Fell sowie einen langen Schwanz.

Watscheln wie eine Ente

Das auffälligste Merkmal sei aber der Gang des Nagers, berichtet die Florida State University. Er bewege sich wie eine Ente fort: Mit seinen seitlich vom Körper abstehenden Hinterbeinen watschele er über die Felsen - und sei damit eindeutig nicht dazu geschaffen, wie ein Eichhörnchen oder eine Ratte an Bäumen hochzuklettern.

"Wir hatten extremes Glück", sagte Redfield, der von "einer der erfreulichsten Erfahrungen meines Lebens" sprach. "Ich hoffe, diese Bilder werden dabei helfen, den Verlust dieses wunderbaren Tieres zu verhindern."

Mary Dawson, Hauptautorin des "Science"-Artikels vom März, bestätigte die Aussagekraft der Bilder: "Das ist eine aufregende Entdeckung", sagte die emeritierte Kuratorin der Wirbeltier-Paläontologie am Carnegie Museum. Redfield seien tatsächlich die ersten wissenschaftlichen Aufnahmen einer lebendigen Laotischen Felsenratte gelungen.

Die Felsenratte gilt als gutes Beispiel für den sogenannten Lazarus-Effekt - benannt nach dem Mann, den Jesus in der Bibel vom Tod ins Leben zurückholt. Biologen bezeichnen damit die seltenen Fälle, in denen ein längst als ausgestorben geltendes Tier plötzlich in einem abgelegenen Gebiet der Erde wiederentdeckt wird.

Cobra
15.06.2006, 14:17
Das auffälligste Merkmal sei aber der Gang des Nagers, berichtet die Florida State University. Er bewege sich wie eine Ente fort: Mit seinen seitlich vom Körper abstehenden Hinterbeinen watschele er über die Felsen - und sei damit eindeutig nicht dazu geschaffen, wie ein Eichhörnchen oder eine Ratte an Bäumen hochzuklettern.


*lol* wie das wohl ausgesehen hat :D