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View Full Version : Medizin - Aktive Vaterschaft



Cobra
19.06.2006, 07:15
Nicht die Gene, sondern hormonale Veränderungen der Väter sind für eine aktive Vaterschaft entscheidend.
Auch bei Säugetieren finden sich viele Arten, bei den Männchen eine aktive Rolle bei der Jungenaufzucht spielen. Bei den südamerikanischen Krallenäffchen entdeckten Verhaltensforscher viele Väter, die ihren Nachwuchs fast den ganzen Tag mit sich herum trugen, während die Mütter auf Nahrungssuche waren. Dabei stellten die Forscher zudem auch zum ersten Mal eine interessante hormonelle Veränderung fest: Das väterliche Verhalten korreliert mit einem deutlich erhöhten Spiegel des Hormons Prolaktin.

Dieses Peptidhormon wird in der Hirnanhangsdrüse, der Hypophyse, gebildet. Es stimuliert beim weiblichen Säugetier das Wachstum der Milchdrüse und führt zur Milchproduktion nach der Geburt. Prolaktin löst bei vielen Tierarten, auch bei solchen, die nicht ihre Jungen säugen, Brutpflegeverhalten aus. Vor kurzem konnte nachgewiesen werden, dass auch beim Menschen ein Anstieg des Prolaktin-Spiegels beim Mann kurz vor der Geburt erfolgt. Er ist allerdings deutlich niedriger als bei den Müttern.

Der Gehalt des "Männlichkeitshormons" Testosteron im Blut hingegen sank nach der Geburt um durchschnittlich ein Drittel. Je stärker die Absenkung des Testosteronspiegels ausfiel, desto fürsorglicher benahmen sich die werdenden Väter. Und einige zeigten auch deutliche körperliche Veränderungen: Sie hatten während der Schwangerschaft ihrer Partnerinnen an Gewicht zugelegt, ganz so, als seien sie selbst ein wenig schwanger.