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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Technik - Das Innenleben des WM-Balls



Cobra
19.06.2006, 08:30
Doch, man kann ihn kaputtkriegen. Unter bösartigen fünf Bar Druck gab der WM-Fußball "Teamgeist" den Geist auf und den Blick auf sein Inneres frei. Es zeigt sich: Seit den Anfängen mit Schweinsblasen hat sich in der Ball-Technologie viel getan.

1 Panels - Der klassische Fußball setzt sich aus 32 Fünf- und Sechsecken zusammen. Die Außenhaut des in drei Jahren entwickelten Teamgeist dagegen besteht aus nur noch 14 Elementen, die malaiischen Wurfmessern, Katzenzungen und Turbinenschaufeln ähneln. Ein Triumph der Mathematik, die zu weniger als einem Prozent Abweichung von der perfekten Kugelform führt, die Länge aller Nähte um 15 Prozent von 400,5 auf 339,3 Zentimeter verringert sowie die Berührungspunkte von jeweils drei Beplankungen um 60 Prozent reduziert. Ergebnis: Der Ball wird windschlüpfriger. Jens, aufgepasst!
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2 Blase - Ganz im Innern sitzt die Blase aus Latex. Sie hält die Luft, die durch ihre Komprimierbarkeit dem Ball das Prallvermögen gibt. Mit präziser Wiederholbarkeit: Lässt man ihn zehnmal aus zwei Meter Höhe auf eine Stahlplatte fallen, springt er exakt zwischen 143 und 145 Zentimeter wieder hoch. Innerhalb von drei Tagen liegt sein Druckverlust bei höchstens elf Prozent, wie Tests der Fifa gezeigt haben.

3 Deckstrich - Seine letzte WM-Vorstellunggab ein Lederball 1982 in Spanien. Mit dem "Azteca" begann 1986 in Mexiko die Plastik-Ära. Der "Teamgeist" ist fast vollständig aus Impranil gefertigt, einem Bayer-Polyurethan, das auch als Kunstleder sowie für Zelte und Feuerwehrschläuche Verwendung findet. Der oberste Deckstrich des WM-Balls besteht aus abriebfestem Polyurethan mit offenen Kohlenstoffketten. Er ist von innen mit dem schwarz-weiß-goldenen Design bedruckt, das dadurch wie unter Panzerglas versiegelt ist.

4 Zwischenstrich - Für den Zwischenstrich wird ebenfalls Impranil verwendet. Diese Schicht schützt und gibt dem Ball mit seinen 69 Zentimetern Umfang zusätzliche Elastizität.

5 Schaum - In die etwa einen Millimeter dicke Schaumschicht sind Millionen gasgefüllter und gleich großer Mikrokügelchen eingelassen. Ihre hohen Rückstellkräfte machen den in Thailand produzierten "Teamgeist" besonders formbeständig für eine präzise Flugbahn.

6 Klebenähte - Alle Panels sind nicht genäht, sondern thermogeklebt. In Verbindung mit dem Material macht das den Ball praktisch wasserdicht: Er nimmt auf nassem Rasen weniger als 0,1 Gewichtsprozent Wasser auf.

7 Baumwollträger Das Unterhemd des "Teamgeist" besteht aus Baumwolle, die mit Polyurethan getränkt und verklebt sowie vernäht wurde. Darunter dann die Latex-Blase. Darin, nicht zu vergessen, die Luft. Die trägt zum Gewicht von 443 Gramm kaum etwas bei.

Voodoo
19.06.2006, 09:29
heftig wie viel Technik inzwischen in so einen Ball stecken. Bin echt begeistert....

lotze
19.06.2006, 21:02
und ich hab so ein ball :stopfi:
ein ball voller technik...........geil....einfach geil :top: