PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Archäologie - Spinnfäden in 110 Millionen Jahre altem Bernstein



Cobra
27.06.2006, 08:25
Washington - Spinnen haben ihre feinen, aber gleichwohl überaus reißfesten Netze schon gesponnen, als die Dinosaurier noch über die Erde trampelten. Das dokumentiert das bislang älteste entdeckte Spinnennetz mit Beute, das jetzt in Spanien entdeckt wurde. Ein 110 Millionen Jahre alter Bernstein konservierte 26 Spinnfäden, das Bein einer Wespe, eine Milbe und einen Käfer für die Nachwelt.

Von amerikanischen Wissenschaftlern durchgeführte genetische Untersuchungen bestätigen, daß Spinnen ihre Opfer sogar schon seit 136 Millionen Jahren in jenem kunstvollen Netz fangen, das die Form eines Wagenrads hat.


"Ein beeindruckendes Beispiel von Architektur im Tierreich", schreiben Jessica Garb und ihre Kolleginnen von der Universität von Kalifornien in Riverside in der jüngsten Ausgabe der amerikanischen Fachzeitschrift "Science". Trotz ihrer hauchdünnen Fäden sind diese Netze in der Lage, der Aufprallwucht fliegender Insekten standzuhalten.

Nur zwei Spinnenfamilien, Araneoidea und Deinopoidea, beherrschen allerdings die Kunst, wagenradförmige Netze zu spinnen. Die eine benutzt einen körpereigenen Klebstoff, um ihre Beute festzuhalten, die andere nutzt dazu trockene Fasern. Die bisherige Vermutung, daß beide Spinnenarten das Netzknüpfen unabhängig voneinander entwickelten, erwies sich in der genetischen Studie der Amerikaner als falsch.

Der spanische Bernstein sei der älteste Fund eines Spinnennetzes und darin gefangener Tiere weltweit, erklärt David Grimaldi vom Amerikanischen Museum für Naturgeschichte in New York, der an der jetzt veröffentlichten Studie beteiligt war.

Die bislang älteste entdeckte Webspinne spannte ihr Netz vor rund 120 Millionen Jahren. Das Fossil - ein nur rund zwei Millimeter langes Männchen mit acht Augen in zwei Reihen - präsentierte kürzlich ein Team um David Penney von der Universität in Manchester in der Fachzeitschrift "Biology Letters". Spinnen lebten Penney zufolge bereits zu einer Zeit, als sich die Blütenpflanzen und mit ihnen die bestäubenden Insekten stark ausbreiteten.

Voodoo
27.06.2006, 10:06
na, schon Interessant. Ich frag mich, wann die angefangen haben ihre Spinnfäden zu produzieren. Irgendwie muss die Evolution doch mal eingetreten sein.... *grübel*... sehr interessant.

Deadman
27.06.2006, 14:51
Vielleicht war es Anfangs ja nur Spucke die leicht klebte.
Später wurde es klebende Spucke und nach und nach begann die Spucke zu einem Teil immer Fester zu werden.
(?)

Voodoo
27.06.2006, 14:58
sowas ähnliches habe ich mir auch gedacht. Doch kommt die Spucke nicht aus dem Hinterteil :P.

Ich hab mir überlegt gehabt, dass die Spinne sich früher vielleicht mit ihrem Hinterteil irgendwo festgeklebt hat um so besser die Beute fressen/erlegen zu können. Die Klebewirkung wurde immer besser und irgendwann konnte die Spinne die klebende Substanz auch rausziehen.....

Naja... sehr abwägig. Aber einfach.... fazinierend.

Deadman
27.06.2006, 15:15
Stimmt das ist genauso gut möglich.
Vielleicht war es ja die klebende Spucke die sie irgendwann durch die inneren Organe transportiert hat und eben deswegen aus dem Hinterteil kommen.
Denn auf die Dauer den Mund nichtmehr zum Fressen aufkriegen zu können, weil man sich das Maul mit klebender Spucke zugemüllt hat, war sicher auch nervig. ^^

Cobra
27.06.2006, 21:48
Denn auf die Dauer den Mund nichtmehr zum Fressen aufkriegen zu können, weil man sich das Maul mit klebender Spucke zugemüllt hat, war sicher auch nervig. ^^

lool :D