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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Biologie - Ventromedialer Kern ist Sitz der weiblichen Libido



Porschejägerin
27.06.2006, 10:43
Sitz des heterosexuellen Begehrens entdeckt

Tsukuba (pte/27.06.2006/09:15) - Der genaue Teil des Gehirns der wahrscheinlich der Sitz des heterosexuellen Begehrens bei Frauen ist, wurde jetzt durch Experimente mit Mäusen enthüllt. Die Studie des Teams um Sonoko Ogawa von der University of Tsukuba http://www.tsukuba.ac.jp/eng/edu_college.html bestätigt, dass das Hormon Östrogen für die Erregung entscheidend ist, jedoch nur in einem bestimmten Bereich des Gehirns dem ventromedialen Kern im Hypothalamus. Die Wissenschaftler entdeckten diesen Mechanismus durch die Blockierung der Wirkung von Östrogen nur in diesem Bereich des Gehirnes. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlicht.

Ermöglicht wurde das durch winzige Stücke genetischen Materials, kleine Haarnadel RNAs, die geschaffen wurden um die Produktikon des Östrogenrezeptors alpha zu blockieren. Dabei handelt es sich um jenes Molekül, an das Oströgen an die Zellen des ventromedialen Kerns und an anderen Stellen im Körper andockt. Das Team setzte einen harmlosen Virus ein um die RNAs ausschließlich in den ventromedialen Kern zu transportieren, so dass die Östrogensignale nur hier und an keiner anderen Stelle des Körpers blockiert würden. Die Wirkung war dramatisch: Die weiblichen Mäuse weigerten sich Sex zu haben. "Sie wurden extrem aggressiv gegen männliche Tiere, begannen zu beißen und zu treten sobald eine Annäherung versucht wurde," erklärt Ogawa. Die Mäuse weigerten sich zu paaren und keines der Tiere zeigte die normalen Anzeichen einer sexuellen Empfänglichkeit.

Laut Ogawa ist die Unterbrechung der normalen Östrogen Signalübermittlung genau in dieser Region aureichend, um das normale Paarungsverhalten von weiblichen Tieren völlig zu blockieren. Die Wissenschaftlerin erklärte, dass man lange angenommen hatte, dass der ventromediale Kern der Sitz des weiblichen Begehrens sein könnte. Experimente mit gentechnisch veränderten Mäusen, die über keinen Östrogenrezeptor alpha verfügten, konnten laut New Scientist diesen Beweis nicht erbringen, da alle Rezeptoren betroffen waren.

Deadman
27.06.2006, 15:03
mmhm ich bräuchte aber eine Erklärung dafür warum eine meiner beiden Hausmäuse homosexueller Natur ist...

Porschejägerin
29.06.2006, 10:41
*lol* bei Tieren ist das wohl eher ausgeprägt, so hab ich die Vermutung.
Allein schon die Hasen von Edith und Micha da, die rammeln sich an *g* Und mein Schildimännchen versucht das andere zu besteigen. Bei Vögeln, grad bei Sittichen/Papageien, ist es eh schon normal, wenn Hähne miteinander schmusen und sich füttern.

Porschejägerin
29.06.2006, 10:43
http://www.3sat.de/imperia/md/images/nano/xy/februar/pop/14_320x241.jpg

Die Bonobo-Affen tun es. Männchen sowohl als auch die Weibchen nehmen sich immer mal wieder gern einen Sexualpartner gleichen Geschlechts. Bei einer Mövenart findet man sogar zwei Männchen, die gemeinsam sozusagen adoptierte Junge aufziehen, sie füttern und pflegen, bis die Kleinen flügge geworden sind. Auch im Tierreich existiert Homosexualität. Nicht nur in freier Wildbahn wird sie von Verhaltensforschern beobachtet, auch in menschlicher Obhut finden immer wieder gleichgeschlechtliche Tiere zueinander.

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So leben beispielsweise rund zwei Dutzend Humboldtpinguine im Zoologischen Garten Köln. Wie viele andere Vogelarten sind Pinguine treue Ehepartner. Sie bilden - egal ob in freier Wildbahn oder in menschlicher Obhut - langjährige Partnerschaften. Auch die Kölner Kolonie besteht fast ausschließlich aus festen Paaren. Eines von ihnen ist ein Männerpaar. Vor mehr als zwei Jahren haben die beiden zusammengefunden. Von anderen Paaren unterscheiden sich die beiden kaum. Lebensmittelpunkt des Pinguinpaars ist eine Höhle. Auch die beiden Männchen teilen eine - die sie gegen jeden Eindringling verteidigen.

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Die beiden Kölner Pinguine sind für manche Zoobesucher eine Sensation. Für Verhaltensforscher aber ist tierische Homosexualität nichts Ungewöhnliches. Bei über 450 Tierarten - in freier Wildbahn und im Zoo - haben sie gleichgeschlechtliches Sexualverhalten beobachten können. Homosexualität gehört zum natürlichen sexuellen Repertoire der Tiere - da ist sich der Evolutionsbiologe und Primatenforscher Volker Sommer sicher. Doch weshalb existiert in der Natur Homosexualität? Immerhin spricht die Evolutionstheorie des Charles Darwin von einem Kampf ums Dasein, der ja im wesentlichen ein Kampf um Fortpflanzung, um direkte Genweitergabe ist. Doch Sex ist mehr als bloß ein Mittel zur Fortpflanzung. Zwischen Sexualität und Sozialverhalten gibt es vielfältige Verbindungen.

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Unsere nächsten Verwandten, die Bonobos oder Zwergschimpansen, sind sexuell sehr aktiv. Und nicht nur Sex zwischen Männchen und Weibchen ist häufig und variantenreich wie beim Menschen. Die Bonobos haben auch sehr viele homosexuelle Varianten. Homosexuelles Verhalten hat im Tierreich viele Funktionen. Bei den Wissenschaftlern ist heute unbestritten, dass Tiere wie auch Menschen für gleichgeschlechtlichen Sex speziell disponiert sein müssen. Die Neigung zum gleichen Geschlecht wird dabei nicht nur von den Genen mitbeeinflusst.

Aber beim Zustandekommen der Homosexualität - der Psychoneuroendokrinologie - spielen Gene sicherlich eine Rolle. Ob die männlichen Kölner Pinguine auch in Zukunft ein Paar bleiben, ist ungewiss. Vielleicht werden sich die beiden irgendwann weiblichen Partnern zuwenden. Momentan aber sind sie ein schwules Paar. Vielleicht gilt auch für die Tierwelt, was der amerikanische Sexualforscher Albert Kinsey zur menschlichen Homosexualität vor vielen Jahren formuliert hat: dass keine an sich homosexuellen oder heterosexuellen Menschen existieren, sondern lediglich Individuen mit einer unterschiedlichen Anzahl gleich- oder gegengeschlechtlicher Erfahrungen.

Cobra
29.06.2006, 11:19
tjaja :D es sind doch alle nur "wie die Tiere" :D

Deadman
29.06.2006, 14:27
Zwischen Sexualität und Sozialverhalten gibt es vielfältige Verbindungen.

Das wäre ja auch alles nicht das Problem.
Nur dass die eine Maus das nicht möchte und im Gegenzug der homosexuellen Maus nach dem Leben trachtet.
Bei Schildkröten ist das vielleicht nicht so dramatisch, da es nicht allzuviele Angriffsstellen gibt.
Allerdings hatte ich bei meinen Mäusen das Problem, dass sie regelmäßig blutverschmiert aufzufinden waren.

Porschejägerin
30.06.2006, 08:29
Ui... na dann trenn sie doch, glaub bei Mäusen ist das nicht so schwer. Wirst ja nicht auch ein knapp 2m Terri dafür haben ;-)

Deadman
30.06.2006, 10:55
Musste ich ja leider :(
Dabei hab ich extra zwei nach Hause gebracht, damit eine von beiden nicht so einsam wäre *sigh*
Nunja haben sie halt selber Schuld :)