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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umwelt/Natur - Der Hering wird knapp



Cobra
29.06.2006, 11:07
jDem Hering, der Deutschen liebstem Speisefisch, stehen harte Zeiten bevor. Denn in der Nordsee haben die Heringe nur ein kurzes Leben. Neben Überfischung spielt offenbar die Meereserwärmung durch den Klimawandel eine Rolle beim Rückgang des Bestandes. Die EU hat nun die Fangquote gesenkt, um die Heringspopulation zu retten.
Obwohl sich viele laichwillige Heringe (Clupea harengus harengus) wie seit langem nicht mehr in der Nordsee tummeln, befürchten Fischereibiologen einen Zusammenbruch der Population in den kommenden Jahren. Vor allem die jüngeren Jahrgänge sind zahlenmäßig sehr schwach vertreten. "Eine solche Diskrepanz zwischen den Generationen haben wir beim Nordsee-Hering noch nie beobachtet", erläutert Christopher Zimmermann von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Rostock.

In den siebziger Jahren war der Heringsbestand in der Nordsee nach massiver Überfischung schon einmal zusammengebrochen. Erst nach einem mehrjährigen Fangverbot erholte sich der Hering langsam. Eine Bestandszunahme konnte in den Jahren 1998 und 2000 verzeichnet werden. Laut Zimmermann könne die Fischerei allerdings nur noch die nächsten zwei bis drei Jahre davon profitieren. Und der Fischerei-Experte warnt vor einem raschen Rückgang der Heringspopulation. Seit 2002 ist nämlich zu beobachten, dass nur wenige Jungheringe das erste halbe Jahr überstehen. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass die kleinen Heringe nicht genügend Nahrung finden.

Die ICES-Wissenschaftler schlagen schon seit Jahren einen Fangstopp für den stark dezimierten Nordsee-Kabeljau vor, allerdings vergebens. Obwohl durch den Fangstopp ein Wiederaufbau des Kabeljau-Bestandes mit einer jährlichen Zuwachsrate von 30 Prozent erreicht werden sollte, ignorierte der Fischereirat den Vorschlag, Lediglich reduzierte er die Fangquote von 27.000 auf 23.000 Tonnen in 2006. Ebenso besorgt zeigen sich die Forscher des ICES über die Bestände vom Seehecht rund um die Iberische Halbinsel. Doch statt den Fischfang dort zu stoppen, wurde die Fangquote sogar um zwölf Prozent erhöht. Für den Rotbarsch, im Nordatlantik zwischen Grönland und Norwegen zuhause, fordert ICES eine Halbierung der Fangquote, damit sich die rar gewordene Art erholen kann. Die EU kam dem Vorschlag nur teilweise nach. Derzeit warten die Wissenschaftler des ICES gespannt auf den Verlauf der Laichsaison beim Hering. Der Hering ist ein Herbst-Winter-Laicher und es wird sich bald zeigen, wie sich der Nachwuchs in diesem Jahr entwickelt.

Voodoo
29.06.2006, 11:12
oh mann... die sollen doch einfach die Quote runtersetzen und gut ist. Alter Schwede.... wir rotten noch alles aus.

vamp
29.06.2006, 11:28
tjo... ist halt wieder ein Konflikt zwischen den Fischern und dem Rest.... Wenn ein Fangstop beschlossen wird können die Fischer nicht mehr leben... und wenn man den Fischfang nicht senkt sterben die Fische aus.... Teufelskreis

Voodoo
29.06.2006, 11:33
Wenn man stopt... ja. Wenn man allerdings die Fischmenge halbiert oder noch weniger, dann ist das Angebot kleiner als die Nachfrage. Sprich der Preis steigt und somit bekommen die Fischer mehr Geld, was evtl bedeutet, dass sie nicht unbedingt soviel weniger verdienen als vorher. Nur die Verbraucher müssen mehr in die Tasche greifen, was ich allerdings in Ordnung finde.

Ich zahle lieber deutlich mehr Geld fürn Fisch, als ihn letztendlich auszurotten und dann nie wieder einen Essen zu können.

Außerdem: Wenn die nicht aufhören, gibt es keine Fische mehr und dann haben die Fischer auch nichts mehr davon. Die tun sich also selber nur einen Gefallen, wenn sie sich begrenzen.

Deadman
29.06.2006, 14:31
Du vergisst den Faktor "Egoismus".
Da wird es sicher einige Fischerei Monopole geben die in dem erhöhten Preis größeren Gewinn sehen werden und dadurch wiederrum nochmehr fischen würden.
Das könnte dennoch zu einem Aussterben führen.

Voodoo
29.06.2006, 14:54
Die dürfen aber nicht mehr fischen, weil das dann staatlich verboten ist. Klar gibt es dann "Raubfischer", doch diese werden sicherlich auch irgendwann erwischt.

Und egoismus tu ich nicht übersehen. Das prangere ich mehr oder weniger an. Da wird rücksichtslos das Meer leer gefischt. Wenn einer drauf verzichtet, weil er doch ein bisschen vorrausdenkt, kommt der nächste, der nur den Profit im Kopf hat.

Totenhand
29.06.2006, 15:09
njo denke mal so Raubfischer wirds auch nicht soviele geben. Vorallem ist die Nordsee ja nicht all zu groß. Denke mal da kann man schon recht gut aufpassen und überprüfen wer da wieviel illegal fischt.

Ich denke mal die meisten Fischer haben Verträge mit Firmen, sprich die Fischer werden sicherlich nach Fangquote bezahlt. Wenn sie weniger fangen bekommen sie weniger Geld. Die die von dem Angebot/Nachfrage profitieren werden mit sicherheit nicht die Fischer sein.

Voodoo
29.06.2006, 15:12
DA sollte die EU dann mal einschreiten.

Totenhand
29.06.2006, 15:15
jop immerhin ist Europa ja nun mal ein Vortschritlichern demokratisierter Kontinent. Ich denke mal da sollte es möglich sein sowas so zu regeln das keine Existenzen kaputt gehen und es trozdem noch genug Hering für meinen Heringsalat zum Frühstück gibt :>

Oder man muss es so wie beim Matjes machen, das es den Hering nur noch zu einer bestimmten Saison gibt. Denke mal sollte doch alles kein Problem sein.

rieke
29.06.2006, 16:18
jup saisonal bedingter Fang stell ich mir mit Sicherheit als Lösung vor, aber da gibts mit sicherheit auch wieder tausend haken.

Porschejägerin
05.07.2006, 13:32
Traurig... allein schon, dass der Mensch einen Begriff wie die rote Liste für vom Aussterben gefärdete Tiere erfinden mußte...

Aber Walfang geht ja nun auch weiter, irgendwo in Asien, China oder Japan?! Die meinten für die Wissenschaft... ja klar..

Castor
06.07.2006, 01:01
welche fischer? Sind eh nur große firmen, die ihre trawler draussen haben. Den kleinen Mann an der Küste, das kannste mal vernachlässigen, jedenfalls in Europa.

Aber: War neulich ein guter Artikel in der Zeit, der besagte, dass der Konsument an sich schuld ist.
Muss man halt keinen Hering mehr kaufen, dann wird auch weniger gefangen. Wo keine Nachfrage, da auch kein Angebot. So einfach wäre das :)
Das gleich gilt auch für die Globalisierung. Die Geiz is geil mentalität führt dazu, dass die fimen in billigländer abwandern, damit eben alles noch billiger wird. Mussu nicht im internet bestellen, sondern im laden um die ecke. dann wird wieder alles gut :)