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View Full Version : Mensch/Kultur - Sich selbst reinigende Textilien



Cobra
05.07.2006, 18:32
Ludwigshafen - In Dimensionen von Nanometern bewegen sich Entwickler neuester High-Tech-Textilien, die in der Lage sind, sich selber zu reinigen. Vorbilder finden die Wissenschaftler dafür in der Pflanzenwelt, wo es der Lotus in puncto Selbstsäuberung zur Perfektion gebracht hat.
Zwar wurde der "Lotus-Effekt" schon in den siebziger Jahren entdeckt und wird inzwischen in zahlreichen Produkten wie beispielsweise Dachziegeln, Fassadenfarben und Fensterscheiben genutzt. Für Textilien ist die Selbstreinigung bisher Neuland. Dabei liegen gerade hier die Vorteile der Selbstreinigung auf der Hand: Weniger Waschen mit der Maschine bedeutet eine höhere Lebensdauer und Pflegeleichtigkeit. Außerdem wird die Umwelt geschont, weil weniger Waschmittel, Wasser und Energie verbraucht werden.
Doch im Vergleich zu festen Materialien ist die Herstellung von sich selbst reinigendem Textilgewebe mit Lotus-Effekt ungleich schwieriger. Die Oberfläche muß nicht nur wasserabweisend und zugleich rauh genug sein, damit anhaftende Schmutzpartikel von Regentropfen erfaßt und weggespült werden können, sie muß außerdem flexibel bleiben und zusätzlich gegen Abrieb und mechanischen Druck bestehen.


"Wir arbeiten daran", sagt Ralf Nörenberg, Entwicklungsleiter für Textilchemikalien bei der BASF in Ludwigshafen. Er kann jetzt ein "nanoporöses" Produkt auf Polyestergewebe präsentieren, das die strengen Auflagen des geschützten Gütesiegels für Textilien mit Lotus-Effekt erfüllt. Das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf entwickelte das Prüfverfahren und wacht über die Vergabe des Qualitätsmerkmals.
Bisher kann dieser Stoff vor allem die Träume von Campern und Eigenheimbesitzern erfüllen. Mincor® TX TT, so die Produktbezeichnung, eignet sich besonders für Zelte, Markisen und Sonnenschirme oder im maritimen Bereich möglicherweise für Segel. "Diese Anwendungen kommen der Natur am nächsten", sagt Volkmar von Arnim. Seit mehreren Jahren forscht der promovierte Chemiker am Denkendorfer Institut auf dem Gebiet der sich selbst reinigenden Materialien.


"Diese Textilien sind wie die Pflanzenblätter kontinuierlich dem Wechsel von Trockenheit und Regen ausgesetzt." Die Oberfläche des aus mikrometerfeinen, glatten Kunstfasern gefertigten Gewebes wird mit speziellen Fluorcarbonen beschichtet, die für die nötige Wasserabweisung und "Nanorauhigkeit" sorgen.
Einer ständigen mechanischen Belastung, wie sie Kleidungsstücke aushalten müssen, seien diese Oberflächenstrukturen allerdings noch nicht gewachsen, gibt Nörenberg zu. Er ist sich jedoch sicher, daß die Textilien schon bald mit stabil haftenden Zusatzstoffen ausgerüstet werden können. Dann sollten sie sich zum Beispiel auch für Schutzkleidung eignen. Daß sie eine Härteprüfung, wie sie ein Waschmaschinengang darstellt, überstehen, bleibt vorerst eine schwer lösbare Herausforderung.
Ist irgendwann aber auch diese Hürde genommen, dann werden allzu große Wäscheberge der Vergangenheit angehören, denn Kleidung wird dann nicht mehr zum Trocknen, sondern zum Waschen auf die Leine gehängt

Porschejägerin
06.07.2006, 08:38
Cooooooooooool :rolleyes: aber aufhängen sollte sie sich dann doch auch von selber ;-)

Cobra
06.07.2006, 17:28
lol dann fang schon mal an Flügel zu basteln:D :D