PDA

View Full Version : Technik - Kampf-Drohne aus Europa



Cobra
12.07.2006, 07:05
xDie Amerikaner haben es vorgemacht: Aus zehn Kilometern Höhe feuerte ein unbemannter Kampfjet von Typ X-45A eine GPS-gesteuerte Bombe punktgenau auf einen Lastwagen ab und zerstörte das Fahrzeug völlig. Nun besinnt sich auch Europa auf Kampfflugzeuge ohne Piloten: Sechs Länder haben sich auf das Projekt "Neuron" geeinigt; schon 2011 soll der Kampfjet fliegen.

Während auch die Engländer in aller Stille an einem unbemannten Jet arbeiten, haben sich Frankreich, Griechenland, Italien, Schweden, die Schweiz und Spanien nach dreijährigen Verhandlungen darauf verständigt, den ersten gemeinsamen europäischen unbemannten Kampfjet zu bauen. Federführend ist der französische Konzern Dassault. Zunächst wird ein Demonstrator gebaut, in fünf Jahren soll der Technologieträger sich erstmals in die Lüfte erheben.

Den Antrieb gibt es schon: Er stammt von Turbomeca/Rolls Royce und verrichtet heute schon seinen Dienst in Trainingsmaschinen vom Typ Hawk. Das Gewicht der Maschine wird bei etwa sechs Tonnen liegen, bei einer Spannweite von zwölf und einer Länge von zehn Metern. Die genaue Bewaffnung steht zurzeit noch nicht fest.

Im Gespräch sind lasergesteuerte 250-Kilogramm-Bomben, die von "Neuron" mit einer Geschwindigkeit von bis zu Mach 0,8 (das sind 80 Prozent der Schallgeschwindigkeit, etwa 950 Kilometer pro Stunde) ins Zielgebiet gebracht werden können.

Die Form eines Modells, das schon auf der Luftfahrtschau in Le Bourget zu sehen war, verrät es deutlich: Das UCAV (Unmanned Combat Aerial Vehicle) wird Stealth-Eigenschaften haben und somit vom Radar des Gegners nur schwer zu erfassen sein.
Aus diesem Grunde wird die Bombenlast auch nicht außen an der Maschine angebracht, sondern im Inneren des Rumpfes transportiert. Außen montierte Bomben oder Lenkflugkörper würden eine Ortung der Maschine erleichtern, was nicht im Sinne der Erfinder ist.

Der Nachfolger, die X-45B wird schwerer und größer sein und somit auch mehr Bomben transportieren können. Gleichzeitig wird auch in anderen Ländern an ähnlichen Projekten gearbeitet – der Konkurrenzkampf um die unbemannte Beherrschung militärischen Luftraums ist somit eröffnet. Dabei ist noch gar nicht sicher, ob die pilotenlosen Kampfflugzeuge den Luftkampf auf breiter Front revolutionieren werden. Wirtschaftlichkeit und Praxistauglichkeit werden wichtige Kriterien für den Erfolg der nächsten Generation von UCAVs sein.

Stellt sich heraus, dass Flugzeuge wie "Neuron" zwar zuverlässig funktionieren, aber zu leicht zu bekämpfen und abzuschießen sind, werden die neuen UCAVs nur für ganz spezielle Aufgaben wie vielleicht Aufklärung hinter den gegnerischen Linien eingesetzt werden können.

Entscheidend werden auch die Produktionskosten sein, schließlich sollen die kleinen Maschinen nicht teurer werden als ihre bemannten Gegenstücke. Ein Vorteil wird jedoch immer bleiben: Bei besonders gefährlichen Aufgaben, die von "Neuron" und Co angegangen werden, müssen sich in der Regel menschliche Piloten nicht in Lebensgefahr bringen.