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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : AMD übernimmt ATI für 5,4 Milliarden Dollar



vamp
25.07.2006, 14:42
Nun haben die seit einiger Zeit immer wieder lancierten Spekulationen ein Ende: Der nach Intel weltweit zweitgrößte Mikroprozessor-Hersteller AMD kauft den kanadischen Grafikchip- und Chipsatz-Spezialisten ATI. Die Transaktion habe einen Wert von 5,4 Milliarden US-Dollar, erklärte AMD am heutigen Montag in New York. Damit verstärkt der schärfste Konkurrent von Branchenprimus Intel den Wettbewerb nicht nur bei den gleichzeitig gesenkten Prozessorpreisen weiter: Die Kombination bringe AMDs Technologieführerschaft bei Mikroprozessoren und ATIs Stärken bei Grafikchips, Chipsätzen und Unterhaltungselektronik zusammen, hieß es bei AMD. Die neue Firma sei entschlossen, Wachstum, Innovation und Auswahl für die Kunden bei Systemen für Firmen, mobilen Rechnern und im schnell wachsenden Unterhaltungselektronikmarkt voranzutreiben.

Die Übernahme soll als eine Kombination aus Aktiengeschäft und Barzahlung über die Bühne gehen: AMD zahlt für alle ATI-Aktien 4,2 Milliarden US-Dollar in bar sowie 57 Millionen AMD-Aktien. Jede ATI-Aktie ist laut AMD in dem Deal mit 20,47 US-Dollar bewertet (16,40 US-Dollar in bar, 0,2229 AMD-Aktien). ATIs Präsident und CEO Dave Orton wird in das Management-Team von AMD aufgenommen, er wird Executive Vice President und Leiter der ATI-Sparte von AMD.

Mit einer Übernahme von ATI bekommt AMD vor allem Chipsatztechnik und das dahinterstehende Know-how in die Hand; der ewige Intel-Konkurrent hofft wohl, damit die vor allem im Notebook-Bereich erfolgreiche (Centrino), aber auch bei den Servern und bei Desktop-Systemen (vPro/Viiv) bedeutsame Plattformstrategie des Chip-Weltmarktführers besser kontern zu können. Vor allem bei Rechnern für Geschäftskunden (Server, Workstations, Notebooks, Office-PCs) verfängt das Intel-Angebot, quasi "alles aus einer Hand" zu liefern. AMD versucht das mit dem Corporate Stable Image Program (CSIP) und dem Validated Server Program (VSP) zu kompensieren, bleibt aber auf seine Kooperationspartner und damit deren Ziele und Kompetenzen angewiesen.

Der Kauf von ATI hat für AMD aber auch einige problematische Nebeneffekte: So ist Intel ein wichtiger ATI-Kunde bei Grafikchips, was nach der Übernahme von ATI durch AMD wohl über kurz oder lang der Vergangenheit angehören könnte – allerdings wird Intel einige Zeit für einen möglichen Schwenk benötigen. AMD verprellt aber auch Nvidia; die Firma ist zurzeit ein wichtiger Lieferant von Server-Chipsätzen für Opteron-Systeme, also ein strategisch besonders bedeutender Partner.

AMD hofft jedoch, dass die Vorteile bei eingekauftem Know-how und Möglichkeiten für neue Systemangebote die Nachteile überwiegen: Ein kombiniertes Unternehmen aus AMD und ATI wird die Wertschöpfung pro System steigern, wenn Prozessor, Chipsatz und möglicherweise Grafikchip aus gleichem Hause kommen; immerhin erzielte Intel 2005 alleine mit Chipsätzen rund 8,15 Milliarden US-Dollar Umsatz, also mehr als AMD und ATI insgesamt gemeinsam einnahmen. Und Intel ist durch seine in den Chipsatz integrierten Grafikchips immer noch Nummer 1 unter den Grafikchiplieferanten. Mit dem kombinierten Know-how der Ingenieure und Entwickler von AMD und ATI erwartet AMD zudem, bei der CPU-Technologie für Intel, die mit dem Architekturwechsel beim Core 2 Duo wieder die Leistungsspitze bei x86-CPUs eroberten, künftig weiterhin ernsthaft Konkurrenz machen zu können.

Quelle: Heise online (http://www.heise.de/newsticker/meldung/75826)

lord_schuldig
25.07.2006, 17:12
Dann können wir uns ja auf tolle Grafikkarten und gute Pc's freuen, denk ich :D

Deadman
26.07.2006, 02:13
oder auf einen echten Tiefsturz, weil die sich jetzt nacheinander die Lieferungen von Bauteilen absagen werden.
Also hoffen wir das, was AMD auch hofft.... "hofft" was für ein blödes Wort um dann damit für 5,4 Milliarden zu spekullieren.

A-TOM-IC
26.07.2006, 09:19
Ich vermute, dass die sich schon etwas dabei gedacht haben und das nicht eben mal versuchen. Insofern wird da mehr als nur Hoffnung dahinter stecken :)

zierfisch
26.07.2006, 11:22
Ich seh das eher skeptisch, nur ein weiterer Schritt in Richtung Monopol und damit Preisbestimmung!

Voodoo
26.07.2006, 11:31
Naja. Monopol geht ja schon nicht, weil Intel bekanntlich NVidia aufgekauft haben und somit auch gut aufm Markt vertreten sind.

zierfisch
26.07.2006, 16:49
nunja, aber stell dir mal vor amd hätte gesagt "jetzt machen wir mal eigene grafikkarten!"

was meinste was mit den preisen von den grakas der anderen Anbieter passiert wäre?!

Castor
28.07.2006, 14:52
nichts, weil AMD nicht so einfach das Know How der anderen anbieter aus dem hut zaubern kann und damit auch nicht so einfach deren Preise liefern kann.

zierfisch
28.07.2006, 14:56
hm ich glaub schon das dies für amd möglich gewesen wäre, man schaue auf den konsolenmarkt xbox(microsoft) vs ps(sony). ich will hier zwar nicht äpfel mit birnen vergleichen, aber wo ein wille ist, ist ein weg.

klar war es für amd leichter ati zu übernehmen, aber ob der käufer davon profitiert steht in den sternen!

Voodoo
28.07.2006, 15:01
Ne, meiner Meinung nach hätte AMD es nicht so einfach hinbekommen. AMD kalkuliert die Preise so knapp für ihre Prozessoren, dass die Forschung für die Grafikkarten viel zu viel investition wäre, bevor irgendwann mal was brauchbares dabei raus käme.

Auf den Prozessorenmarkt kommen auch hin und wieder mal neue Anbieter, doch wer kauft schon so ein Prozessor? Die sind anfangs auf jeden Fall nicht so leistungsstark und bleiben Ladenhüter. Dadurch fehlt der Firma wieder Geld die Forschung vorranzutreiben....

So ähnlich würde es AMD auch mit den Grafikkarten ergehen. Microsoft hat das mit der X-Box hinbekommen, weil die unmengen an Geld haben. Seit es die XBox gibt, hat Microsoft glaub noch kein bisschen Geld verdient. An der XBox360 haben sie bisher auch nur Minus im Miliardenbereich gemacht. Das könnte so eine Firma wie AMD nie wegstecken.

zierfisch
28.07.2006, 15:03
meinste nicht das man mit 5,4 milliarden wenigstens nen halbwegs vernünftigen chip bauen kann?

hab da keine ahnung wieviel milliarden die in ihre entwicklung stecken!

Voodoo
28.07.2006, 15:09
Damit ist es ja nicht gemacht. ATi hat einen Namen. Die brauchen nicht mehr groß werben,.... die haben ihre Stammkunden...... die Vertriebswege.....

Da kommen schnell große Summen zusammen. Da war eine übernahme ATis wirklich... günstiger.

zierfisch
28.07.2006, 15:24
kk :)

Castor
28.07.2006, 18:27
so isses