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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mensch/Kultur - Wie ein umgelegtes Hochhaus



vamp
31.07.2006, 10:13
Es war eines der letzten großen Geheimnisse des Zweiten Weltkriegs: Das spurlose Verschwinden von Hitlers Flugzeugträger "Graf Zeppelin". Jetzt wurde das Wrack in der Ostsee geortet. Im Interview mit SPIEGEL TV berichten die Entdecker über ihren Fund, der Historiker elektrisiert.

Hamburg/ Danzig - Es begann als Routinefahrt und wurde zu einer wissenschaftlichen Sensation. Am 1.Juli verlässt das polnische Forschungsschiff "Santa Barbara" den Hafen Danzig. Ziel der Reise: mögliche Erdölvorkommen in der Ostsee zu ergründen. Doch statt Schwarzes Gold zu finden, machen Kapitän Marian Benkowski und seine Besatzung wenig später eine Entdeckung, die Wissenschaftler und Historiker elektrisiert. 55 Kilometer vor dem Hafen Wladyslawowo stoßen sie in 80 Meter Tiefe auf eine ungewöhnliche Erhebung am Meeresgrund. "Wir haben mit einem Echosender den Boden untersucht und plötzlich ein großes Objekt lokalisiert", sagt Benkowski. Der Kapitän und seine Männer ahnen sofort, dass es sich um ein versunkenes Schiff handelt - und dass es aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs stammen muss. "Wir hatten ja schon andere Wracks gefunden. Aber noch keines das 270 Meter lang ist."

Den ganzen Artikel gibt es hier (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,429236,00.html)

vamp
02.08.2006, 12:43
Das Wrack des Flugzeugträgers "Graf Zeppelin" gehört Russland - zu diesem Schluss soll das Berliner Verteidigungsministerium gelangt sein. Deutschland könne demnach keine Ansprüche auf die Überreste des Schiffs aus dem Zweiten Weltkrieg erheben.

Berlin - Das vor der polnischen Ostseeküste gefundene Wrack des deutschen Flugzeugträgers "Graf Zeppelin" ist nach Einschätzung des Bundesverteidigungsministeriums russisches Eigentum. Deutschland könne diesbezüglich keine Besitzansprüche stellen, berichtet die Nachrichtenagentur ddp unter Berufung auf das Ministerium. Es handele sich zwar um ein deutsches Marineschiff, das aber nie in Dienst gestellt und später zur sowjetischen Kriegsbeute wurde, hieß es zur Begründung. Russland sei als Rechtsnachfolger der Sowjetunion der Eigentümer des Wracks. Da sich zudem in dem lange nach Kriegsende versenkten Schiff auch keine gefallenen deutschen Seeleute befänden, könne die deutsche Seite nach Ansicht von Juristen auch sonst keine Ansprüche auf Rückführung erheben. Falls Deutschland ein Interesse an dem Schiff haben sollte, müsste man sich "mit der russischen Seite abstimmen". In jedem Fall sei aber nicht das Verteidigungs-, sondern das Finanzministerium zuständig.

Das Verteidigungsministerium wollte den Bericht zunächst weder bestätigen noch dementieren. Man prüfe derzeit die Rechtslage, sagte ein Sprecher zu SPIEGEL ONLINE.

Die 262 Meter lange "Graf Zeppelin" war am 12. Juli vom Forschungsschiff "Santa Barbara" des Ölunternehmens Petrobaltic in 86 Meter Tiefe vor der polnischen Küste gefunden worden. Das riesige Schiff war 1938 in Kiel vom Stapel gelaufen, aber nie fertig gestellt worden. Der Flugzeugträger sollte ursprünglich bis zu 1720 Mann Besatzung, 342 Mann flugtechnisches Personal und bis zu 43 Flugzeuge an Bord nehmen.

Vor fast 60 Jahren verloren sich die Spuren von Hitlers erstem und einzigem Flugzeugträger in der Ostsee. Seither stritten die Experten darüber, wie und wo das Schiff verblieben ist. Laut offizieller Version wurde der 260 Meter lange Koloss von der sowjetischen Flotte torpediert - um zu testen, auf welche Weise sich feindliche Flugzeugträger, wie die US-Navy sie schon damals zahlreich besaß, am besten versenken ließen. Mehrere Bomben wurden an Bord gezündet. Weil die "Graf Zeppelin" aber immer noch nicht untergehen wollte, feuerte man schließlich zwei Torpedos auf sie ab. Das Schiff verschwand von der Meeresoberfläche. Wo, darüber schwiegen sich die Militärs aus.

Quelle: Spiegel.de (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,429628,00.html)