PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Biologie - Im Meer lebt mehr



vamp
02.08.2006, 09:57
Die Vielfalt von Kleinstlebewesen in den Ozeanen wurde bislang drastisch unterschätzt. Biologen haben jetzt nachgewiesen, dass in einem Liter Meerwasser 20.000 Arten zu finden sind - statt bis zu 3000, wie bisher vermutet.

Woods Hole/USA - Über 20.000 verschiedene Arten von Mikroorganismen in einem Liter Meerwasser: Das schien bislang unvorstellbar. Doch ist US-Meeresbiologen diese Zahl von Bakterienarten in die Probengefäße gegangen. Die Vielfalt an Meeresmikroben in der Tiefsee sei somit bis zu zehnmal größer als bisher gedacht, berichten die Forscher des renommierten Marine Biological Laboratory in Woods Hole im Fachblatt "Proceedings of the National Academy of Sciences" (Online-Vorabveröffentlichung). Mitchell Sogin und seine Kollegen hatten bereits vermutet, dass sich in einem Liter Meerwasser eigentlich mehr als die erwarteten 1000 bis 3000 Arten befinden müssten - wegen der "Evolution der marinen Mikroben", wie sie schreiben. Die Meeresbakterien hätten sich immerhin in Milliarden von Jahren entwickelt - da müssten die Mikrobengemeinschaften der Tiefsee einfach viel artenreicher sein als bislang angenommen. Diese Vermutung hätten sie nun bestätigen können, schreiben die Meereswissenschaftler.

Somit müsste noch eine weitere Vermutung korrigiert werden: nämlich dass es weltweit insgesamt mehr als 500.000 mikrobielle Arten gebe. Diese Zahl ließen Untersuchungen aus den vergangenen Jahrzehnten vermuten. Die Erkenntnisse von Sogin und seinen Kollegen zeigen nun, dass diese Zahl viel zu gering geschätzt ist. Insgesamt müssten sich fünf bis zehn Millionen Bakterienarten in den Meeren finden lassen, folgert Sogins Team aus Hochrechnungen der Ergebnisse.

Die Forscher verwendeten eine neue mikrobiologisch-genomische Methode, das sogenannte "454 Tag Sequencing". Dieses Verfahren erlaubt es, anhand von kleinen Stücken des Erbguts die Art eines Organismus festzustellen. Sogin und seine Mitarbeiter untersuchten auf diese Weise die Vielfalt von Mikroorganismen in acht Regionen im Atlantik und Pazifik in 550 bis 4100 Metern Tiefe.

Den Rest kann man hier (http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,429558,00.html) nachlesen.