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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ernährung - Wasserfester Reis gezüchtet



Cobra
14.08.2006, 21:22
Reis ist das wichtigste Nahrungsmittel für rund drei Milliarden Menschen. Neue gentechnisch veränderte Sorten sollen die Erträge sichern.

lForscher haben eine Genvariante entdeckt, die Reis-Pflanzen unter Wasser für längere Zeit überleben lässt. Die Wissenschaftler haben eine ertragreiche Sorte mit der Genvariante gezüchtet und planen weitere resistente Sorten für den Anbau in Überflutungs-gefährdeten Gebieten zu erzeugen.Reis wird auf gefluteten Feldern angebaut. Stehen die Pflanzen jedoch vollständig unter Wasser, sterben sie ab. Ein Forscherteam um Kenong Xu von der US-amerikanischen University of California in Davis, hat im Erbgut der Reispflanze Oryza sativa das Gen gefunden, das ausschlaggebend für die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen ist.

Das Sub1A genannte Gen steuert die Reaktion der Pflanzenzellen auf das pflanzliche Hormon Ethylen, berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Magazins «Nature». Sorten mit der Variante Sub1A-1 können bis zu zwei Wochen unter Wasser überleben. Sorten mit der Variante Sub1A-2 sterben dagegen innerhalb einer Woche ab. Im Wasser können die Pflanzen nicht ausreichend Sauerstoff und Kohlendioxid aufnehmen.

Mithilfe klassischer Züchtungsmethoden gelang es den Forschern, die Genvariante in das Erbgut einer Sorte einzufügen, die für den Anbau in Indien gezüchtet worden war. Auf diese Weise erhöhten sie die Überlebensdauer der Pflanzen unter Wasser. Der Ertrag und die Qualität wurde nicht gemindert, sagen die Forscher. Sie züchten bereits weitere Reissorten mit der Genvariante Sub1A-1 für den Anbau in Laos und Bangladesch.
In diesen und weiteren Regionen Südostasiens führen die Monsun-Niederschläge jährlich zu Überschwemmungen. Die Ernteverluste werden auf rund eine Milliarde Dollar geschätzt. «Wir glauben, dass die neuen Sorten die Nahrungsversorgung armer Bauern und ihrer Familien sichern können», sagte die Forscherin Pamela Ronald dem Onlinedienst der BBC.
In weniger Überflutungs-gefährdeten Gebieten wie den USA könnte der Anbau der Sorten den Herbizid-Einsatz reduzieren: Ließe man die Reisfelder für mehr als eine Woche unter Wasser stehen, würden andere Pflanzen absterben, vermuten die Forscher. (nz)