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View Full Version : Medizin - Kriegsbemalung gegen Brustkrebs



vamp
15.08.2006, 10:09
Mit blau bemaltem Gesicht zogen einst Schotten und Kelten in die Schlacht. Moderne Forscher haben jetzt herausgefunden, dass die Pflanze, aus der die Farbe gewonnen wurde, auch gegen Brustkrebs helfen könnte.


Spätestens seit Mel Gibson im Actionfilm "Braveheart" als blaugesichtiger Schotte zahllose Engländer hinmetzelte, weiß alle Welt, mit welcher Gesichtsbemalung einst auf der Insel gefochten wurde. Die leuchtend blaue Farbe haben die Krieger aus dem Waid gewonnen. Die Pflanze, unter Biologen auch als Isatis tinctoria bekannt, enthält aber noch mehr als den Farbstoff. Ein Team um Stefania Galletti von der Universität in Bologna hat herausgefunden, dass die Pflanze große Mengen von Glucobrassicin enthält. Die Substanz ist für ihre Wirkung gegen Tumoren und insbesondere gegen Brustkrebs bekannt und wurde bisher vor allem aus Broccoli gewonnen. Im Waid kommt das Glucobrassicin jedoch in 20-mal höherer Konzentration vor als im Broccoli, schreiben Galletti und ihre Kollegen im "Journal of the Science of Agriculture". Die Forscher waren nach eigenen Angaben gar in der Lage, die Glucobrassicin-Ausbeute dank unterschiedlicher Methoden auf das 65-Fache des mit Broccoli möglichen Werts zu steigern.

Glucobrassicin spielt beim Waid eine schützende Rolle - etwa zur Abwehr gegen Insekten. Fügt man den Blättern Schaden zu, steigt der Glucobrassicin-Gehalt um 30 Prozent, so die Wissenschaftler.

Während die Pflanze mit Hilfe der Verbindung Schädlinge tötet, kann die Substanz im menschlichen Körper Chemikalien beseitigen, die für die Entstehung von Brustkrebs verantwortlich gemacht werden - wie etwa Derivate des Hormons Östrogen.

Zwar gebe es viele Berichte über die heilsame Wirkung von Broccoli und verwandten Gemüsearten, bemerken die italienischen Wissenschaftler. Allerdings sei es bisher schwierig gewesen, aus ihnen Glucobrassicin in Mengen zu gewinnen, die ausführliche Versuche möglich gemacht hätten. Dies könne sich dank der jetzt entdeckten, reichhaltigen und billigen Quelle ändern.



Quelle: Spiegel.de (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,431671,00.html)