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View Full Version : Umwelt/Natur - Finnwal dreht Runde im Hafen



vamp
18.08.2006, 08:24
Der gestern in der Flensburger Förde entdeckte Finnwal hat sich heute bis in den Hafen der Stadt gewagt. Beobachter glauben, dass es ihm gut geht und er den Weg in die offene See allein finden wird. Greenpeace-Experten bezweifeln dies jedoch.

"Er schwamm im Flensburger Innenhafen und erfreut sich offenbar bester Gesundheit", sagte der Sprecher der Wasserschutzpolizei, Günter Herrmann, am heutigen Donnerstag über den Finnwal. Bei seinem Erkunden der Innenförde wurde der über zehn Meter lange Meeressäuger von einem Greenpeace-Team im Schlauchboot vorsichtig begleitet. Nach einer Stunde verlor sich die Spur des Wals wieder. Das Tier war erstmals am gestrigen Mittwoch in der Flensburger Außenförde gesichtet worden.
Die Polizisten haben den Wal auf den Namen "Henry" getauft. "Ich habe ihn beobachtet und das Gefühl, dass es ihm richtig gut geht, da wir hier im Moment ein Überangebot an kleinen Sprotten und Krill haben", sagte Herrmann. Krill nennt man die Kleinkrebse, von denen sich Wale unter anderem ernähren. Der Finnwal werde - wie Artgenossen in den Vorjahren auch - das Gewässer von allein wieder verlassen, wenn der Tisch nicht mehr so reichlich gedeckt ist.

Bedingung sei aber, dass der Wal in Ruhe gelassen werde, sagte Herrmann. Aus diesem Grund bittet die Polizei Fahrer von Sportbooten, den Bereich zu meiden. Das Tier sei am besten von Land aus zu sehen, weshalb auch keine Schiffe zur Walbeobachtung unterwegs seien.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace geht dagegen nicht davon aus, dass der Wal seinen Weg aus der Förde allein finden wird. Die Förde sei sehr eng und habe viele Untiefen. Aktivisten hätten das Tier bereits mehrfach gesichtet.

Der Wal war nach Greenpeace-Angaben zuvor bereits in dänischen Gewässern gesehen worden und wirkt noch sehr ruhig. Offensichtlich sei das Tier von seiner Sommerroute in Richtung Norden abgekommen, die den Wal in die kalten Polargewässer hätte führen sollen. Möglicherweise sei das Tier einem Fischschwarm in die Ostsee gefolgt.

Bei dem Finnwal handelt es sich um ein Jungtier. Ausgewachsene Finnwale werden rund 25 Meter lang. Dass sich Wale in die Ostsee verirren, ist nichts Neues. Bereits im Sommer 2003 war ein Wal in der Kieler und in der Flensburger Förde aufgetaucht, im vergangenen Jahr kam einer in die Eckernförder Bucht. Im Januar 2006 wurde in der Wismarbucht der Kadaver eines Finnwals gefunden.


Quelle: Spiegel.de (http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,432200,00.html)