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View Full Version : Umwelt/Natur - Vulkan Tungurahua spuckt Lava



vamp
18.08.2006, 08:25
Zufällig hat ein deutscher Forscher den neuen Ausbruch des Vulkans Tungurahua in Ecuador beobachtet - den schwersten seit Jahren. Wissenschaftler wollen sogar den Sound des Vulkans zur besseren Vorhersage von Eruptionen nutzen - und wandeln ihn in Klaviermusik um.


"Man hört ein ständiges Donnern und Grollen", berichtete Michael Lindemann von der hannoverschen Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). "Die Scheiben klirren bei jeder heftigen Explosion." Mittlerweile spucke der Tungurahua auch Lava aus. "Die größten Brocken kann man von hier aus mit bloßem Auge erkennen. Jetzt in der Nacht ist dies ein besonders überwältigendes Schauspiel."

Lindemann wollte gestern eigentlich in den Erdbebenmessstationen am Vulkan Tungurahua in Ecuador eine neue Software installieren. Doch der Berg machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Der deutsche Forscher hatte sich zusammen mit den ecuadorianischen Kollegen auf den Weg zum Tungurahua gemacht, als sein Team vom Ausbruch überrascht wurde.

Mitte Juli hatte es den ersten größeren Ausbruch des über 5000 Meter hohen Vulkans gegeben - es war der schwerste seit 1999. "Man rechnet vor Ort mit noch Schlimmerem", sagte BGR-Sprecherin Frauke Schäfer im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Eine Bergflanke wölbe sich bereits nach oben. Die Frequenz der Explosionen habe im Laufe des gestrigen Tages zugenommen. "Vormittags gab es fünf bis sieben Explosionen pro Stunde", sagte sie, am Nachmittag seien es deutlich mehr gewesen.

Ein Bürgermeister berichtete heute, es gebe bereits 60 Vermisste. Die Meldung wurde jedoch von Behörden des Landes noch nicht bestätigt. "Es ist viel schlimmer als beim letzten Mal", sagte Mauro Rodriguez, Chef der Zivilverteidigung der Provinz Tungurahua. "Wir haben bereits rund 300 Familien evakuiert, die nahe am Vulkan wohnen."

Der hannoversche Forscher Lindemann kann wegen des Ausbruchs an der eigentlichen Tungurahua-Messtation nun nicht mehr arbeiten. Dafür liefert der Vulkanausbruch aber die seltene Gelegenheit, die ihn begleitenden Erdbeben live aufzuzeichnen: "Noch funktioniert unsere Station und liefert hervorragende Daten", sagte der Wissenschaftler. Auf ein Softwareupdate im Observatorium werde man vorerst verzichten, um die Datenaufzeichnung nicht zu unterbrechen.





Den ganzen Artikel kann man hier (http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,432228,00.html) nachlesen.