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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mensch/Kultur - Sehen, ohne hinzusehen



vamp
18.08.2006, 09:27
Beim Autofahren kann man Straßenschilder genau registrieren, ohne den Blick vom Asphalt abzuwenden. Hirnforscher konnten sich das Phänomen nie so recht erklären. Nun haben deutsche Wissenschaftler entdeckt, wie die Lupe im Kopf funktioniert.


Auf einen bestimmten Punkt starren, sich aber auf etwas anderes im Blickfeld konzentrieren: Das geht. Zum Beispiel wenn man seinen Blick auf die Buchstaben eines Textes richtet und doch beobachtet, wie jemand an einem vorbeigeht. Oder wenn man beim Autofahren auf die Straße schaut und trotzdem die Verkehrsschilder am Straßenrand wahrnimmt.

http://www.spiegel.de/img/0,1020,684388,00.jpg

In solchen Momenten richtet man seine Aufmerksamkeit von dem Punkt, den die Augen fixieren, auf etwas Anderes, etwas Interessanteres - und das, ohne die Blickrichtung zu ändern. Wissenschaftler des Deutschens Primatenzentrums (DPZ) glauben nun, herausgefunden zu haben, wie diese Lupe im Kopf arbeitet.

Der bewusste Wille, sich auf etwas anderes im Sichtfeld zu konzentrieren, verändere die Dynamik bestimmter Nervenzellen, wodurch der Sehsinn geschärft werde, berichten die Forscher in der Wissenschaftszeitschrift "Nature Neuroscience". Diese Zellen verarbeiten nämlich das, was wir sehen, und befinden sich in der so genannten MT-Region der Sehrinde. Wie sich die Neuronen dort anordnen, lässt sich mit einem Spinnennetz vergleichen, das auf das Sichtfeld projiziert wird (siehe Bild).

Jeder Punkt, an dem sich zwei der imaginären Spinnfäden kreuzen, entspricht einem Knoten von Nervenzellen aus der MT-Region. Schaut man auf das Gesicht des Affen und fixiert dessen rechtes Auge, so befinden sich viele Zellen im Zentrum des Sichtfelds. Auf den Rest des Bildes konzentriert man sich nicht, so dass in diesem Sehbereich weniger Neuronen sind.




Den Rest kann man hier (http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,431939,00.html) nachlesen.