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View Full Version : Mensch/Kultur - Einsiedler verschmäht Mathe-Medaille



vamp
23.08.2006, 07:51
Die Internationale Mathematische Union hat heute Gregori Perelman mit der Fields-Medaille geehrt, der höchsten Auszeichnung für Mathematiker. Zur Verleihung reiste der geniale Eigenbrötler nicht an. Der Russe lehnt die Medaille ab - als erster der Preisträger.

Er lebt völlig zurückgezogen, sieht aus wie Rasputin, hasst Autos, lässt Haare und Fingernägel sprießen. Kein Hollywood-Regisseur könnte die Rolle des kauzigen und zugleich genialen Mathematikers besser besetzen - der Russe Gregori Perelman verkörpert das Klischee des Über-Denkers perfekt.

Heute hat Perelman in Madrid eine der begehrten Fields-Medaillen verliehen bekommen - die höchste Auszeichnung für einen Mathematiker überhaupt, denn einen Nobelpreis gibt es für sie nicht. Doch Perelman ist nicht nach Madrid gekommen - er zieht es vor, in Russland zu bleiben. Die Veranstalter des Mathematikkongresses hatten ihn mehrfach eingeladen, ohne überhaupt eine Antwort zu bekommen.

Der "geniale Einsiedler", wie ihn die "Neue Züricher Zeitung", nannte, mag keinen Rummel um seine Person. Auch Geld interessiert ihn nicht. Dabei könnte er eine Million Dollar kassieren für seinen Beweis der Poincaré-Vermutung, ein 100 Jahre altes Problem aus der Topologie, die sich mit der Struktur von Räumen befasst. Diese Summe hatte die Clay-Stiftung für die Klärung der Poincaré-Vermutung ausgelobt und zur einzigen Bedingung gemacht, dass der Beweis in einer Fachzeitschrift veröffentlicht und damit von Kollegen überprüft wird.



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