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View Full Version : Biologie - Zoos wollen Amphibiensterben bremsen



Cobra
28.08.2006, 21:06
Der Panama-Stummelfuß ist eine durch Krankheit bedrohte Lurchart aus Mittelamerika.
Foto: Forrest Brem v
Viele Lurcharten weltweit sind akut vom Aussterben bedroht. Nachzuchtprogramme in zoologischen Einrichtungen sollen sie retten.
Der Weltverband der Zoos und Aquarien will gezielt dem Artensterben der Amphibien entgegenwirken. «In ausgewählten Zoos sollen Arten gezüchtet und später wieder in die freie Wildbahn ausgesetzt werden», sagte der Direktor Peter Dollinger am Montag in Leipzig.
Auf der 61. Jahrestagung der World Association of Zoos and Aquariums (Waza) soll eine Prioritätenliste der besonders gefährdeten Amphibien zusammengestellt werden. Anhand dieser Aufstellung werde ausgewählt, welche Arten in welchen Zoos gezüchtet werden sollten.

Nach Angaben der Waza sind weltweit rund ein Drittel der 5743 bekannten Amphibienarten vom Ausstreben bedroht. 413 Arten sind so selten geworden, dass sie in Kürze aussterben werden. Die Liste der ausgestorbenen Amphibien umfasst bereits 126 Arten. Zu den Hauptursachen des Artensterbens gehört eine sich rasch verbreitende Pilzinfektion. Zudem zerstört der Mensch zahlreiche Lebensräume dieser Tiere.
Für den Leipziger Zoo ist bereits eine Entscheidung gefallen. Im November wird dort mit der Haltung gefährdeter Nasenfrösche aus Chile begonnen, sagte Zoodirektor Jörg Junhold. Für das Projekt sind zunächst 50.000 bis 100.000 Euro vorgesehen. Leipzig arbeitet dabei mit einem englischen Zoo zusammen, zudem engagiert sich der sächsische Tierpark auch in Chile.

An der Waza-Konferenz in Leipzig nehmen bis zum 31. August rund 250 Zoodirektoren und Wissenschaftler aus 50 Ländern teil. Dabei gehe es auch darum, für Standards in den Zoos weltweit zu kämpfen, sagte Direktor Dollinger. Der Begriff Zoo sei nicht geschützt, sodass sich auch Einrichtungen mit katastrophalen Bedingungen so bezeichnen könnten. In Europa gelte inzwischen eine entsprechende Zoodirektive. (nz)