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View Full Version : Umwelt/Natur - Ernte in der Gletscherbucht



vamp
31.08.2006, 08:03
Der Treibhauseffekt lässt in Grönland die Temperaturen besonders steigen. Nun soll ein ehrgeiziges Landwirtschaftsprogramm die Produktion von Milch, Kartoffeln und sogar Brokkoli ankurbeln.

Wäre da nicht dieses laute Knacken, könnte man Ferdinand Egede für einen ganz normalen Bauern halten. In kariertem Holzfällerhemd und Latzhosen eilt er durch die akkuraten Reihen seines Kartoffelfelds. Auf der Stirn steht ihm der Schweiß.

Hier und da reibt Egede, 49, die Erde zwischen seinen fleischigen Fingern, und was er da spürt, lässt ihn gar nicht zufrieden dreinschauen. "Viel zu trocken", flucht er. "Wenn ich die Bewässerung nicht zum Laufen kriege, ist die Ernte hin."

Das Knacken hat sich unterdessen in ein Rauschen verwandelt. Unterhalb von Egedes Acker vollziehen sich Dinge, die gemeinhin als schwer vereinbar gelten mit der Vorstellung von Landleben: Ein Eisberg zerbricht, schäumend kippen die Bruchstücke ins Wasser.

Egede, der Kartoffelbauer aus Grönland, verschwendet keinen Blick an die Reize der Landschaft. Die schroffen Tafelberge am Ende des Fjords und die blauweißen Eisberge auf der Bucht hat er ja täglich bei der Feldarbeit vor Augen. Ihm macht vielmehr ein geplatztes Wasserrohr Sorgen. "Die Pflanzen brauchen viel Wasser", erklärt er. Schließlich sei der Boden hier, ein Erbe der Gletscher, sehr sandig.
Trotzdem könne sich die Ernte sehen lassen. 20 Tonnen Kartoffeln waren es im vorigen Sommer, und fast jedes Jahr wird es etwas mehr. "Die Wärme hält sich mittlerweile bis in den November", sagt Egede. Wenn es das sei, was die Gelehrten in der Ferne den Treibhauseffekt nennen, bitte, dann heiße er den willkommen.

Den kompletten Artikel findet ihr hier (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,434112,00.html).