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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Letzte Schnappschüsse von "Smart-1"



vamp
31.08.2006, 14:03
"Smart-1" hat nur noch wenige Stunden. Am Sonntag wird die Sonde auf dem Mond zerschellen - und liefert letzte Fotos der vernarbten Oberfläche. Forscher haben dazu eine Kamera umfunktioniert, die eigentlich der Navigation diente - und jetzt nicht mehr gebraucht wird.

Vor dem Aufprall kommt der Ausblick. In der letzten Woche ihrer Existenz funkt die europäische Raumsonde "Smart-1" Nahaufnahmen des Mondes ins Esa-Kontrollzentrum in Darmstadt. Auf ihrer elliptischen Bahn kann "Smart-1" aus Höhen zwischen einigen hundert und weniger als hundert Kilometern den Mond fotografieren.
Dazu benutzen die Forscher im Kontrollzentrum ein Instrument, das eigentlich nicht für Landschaftsfotos gedacht war: den sogenannten Star Tracker. Diese Kamera half seit dem "Smart-1"-Start im September 2003 bei der Navigation, indem sie Sterne zwecks Positions- und Richtungsbestimmung fotografierte. Doch nun ist der Star Tracker vom Sonnenlicht geblendet, das der Mond reflektiert. Ferne Sterne lassen sich nicht mehr aufnehmen.


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Nun demonstrieren Forscher der Dänischen Technischen Universität (DTU) in Lyngby - sie hatten das Instrument zu "Smart-1" beigesteuert - die Vielseitigkeit des Fliegengewichts. Das Instrument wiegt nur gut drei Kilogramm.

Der Star Tracker habe ein paar Tage nach dem Start von "Smart-1" die ersten Bilder von der Milchstraße geschossen, sagte Esa-Projektwissenschaftler Bernard Foing. "Und nun erlebt er die letzten Momente des Raumfahrzeugs mit, ganz so als wären wir selbst mit an Bord."

Am kommenden Sonntag, dem 3. September, soll "Smart-1" um 7.40 Uhr morgens mit rund 7200 Kilometern pro Stunde auf dem Mond zerschellen und dabei einen Krater von drei bis zehn Metern Durchmesser schlagen. Die Gegend des Absturzes wird dann allerdings im Dunkeln liegen. Direkte Spuren des Aufpralls werden nur zu erkennen sein, falls Trümmer höher als 20 Kilometer emporgeschleudert werden. Dann würde das Sonnenlicht sie erreichen.

Mit Teleskopen oder Ferngläsern könnten dann auch die Erdbewohner das Ende von "Smart-1" mitverfolgen - allerdings nur von Amerika und dem Ostpazifik aus. Über Europa ist der Mond zum Zeitpunkt des Missionsendes nicht zu sehen.

Quelle: Spiegel.de (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,434441,00.html)