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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Das Riesen-Tal des roten Planeten



vamp
04.09.2006, 12:17
Detailgenau und dreidimensional wird gerade die Mars-Oberfläche kartiert. Neue Bilder einer Spezialamera zeigen das gigantische Urstromtal Kasei Valles - und erstmals auch Details wie einzelne Gesteinsschichten.

Einst müssen sich hier Gletscher entlangwälzt haben. Vermutlich haben vor einigen Milliarden Jahren auch gigantische Fluten dieses riesige Urstromtal auf dem Mars geformt. Heute ist das Kasei Valles eines der größten natürlichen Kanalsysteme auf dem Roten Planeten - und auf faszinierenden Bildern zu sehen, die die europäische Raumsonde "Mars Express" geliefert hat.


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Das Haupttal von Kasei Valles ist bis zu 500 Kilometer breit und erstreckt sich rund 2500 Kilometer durch das Marshochland. Auch die Hauptarme von Kasei Valles erscheinen gigantisch. Bis zu 2900 Meter tief sind sie, zwischen ihnen befindet sich eine mehrere hundert Meter lange inselartige Erhebung - die Sacra Mensa.

Auch Einschlagkrater und die terrassenförmige Strukturen am Rand der Flussarme sind auf den Aufnahmen zu sehen. Auf den perspektivischen Aufnahmen sind auch - verhältnismäßig - winzige Details erkennbar. "Die Auflösung beträgt 29 Meter pro Bildpunkt", berichtet das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). "Wir haben nun einzelne Gesteinsschichten erkannt", sagte Ralf Jaumann, der das Kameraexperiment leitet. Bisher erschienen die Klippen nur als eine große Masse.

Kamera zeigt Sedimentschichten

Man könne also davon ausgehen, dass sich in gewissen Zeitabständen Material in dem einstigen Gewässer abgesetzt hat und so Sedimentschichten entstanden sind, sagte der Mars-Experte zu SPIEGEL ONLINE. Die Täler hingegen seien dadurch entstanden, dass Flüsse Material wegtransportiert hätten, das sich woanders wieder abgesetzt hat.

Diese Details zu sehen, ermöglichte die hoch auflösende Stereokamera HRSC. Sie wurde in Deutschland entwickelt, das DLR betreibt sie. Die Kamera is nach Angaben des Luft- und Raumfahrtzentrums Deutschlands wichtigster Beitrag zur Mars-Mission der Europäischen Weltraumorganisation Esa.

Nach Angaben des DLR sollte die Kamera nach der Ankunft am Mars Ende 2003 Spuren von Wasser und Anzeichen von Leben aufspüren. Mit ihr wird aber auch die Marsoberfläche dreidimensional und mit hoher Detailgenauigkeit kartiert. So hatte das DLR bereits Ende letzten Jahres ähnliche Bilder veröffentlicht - unter anderem von einem vulkanischen Kegel am Nordpol des Roten Planeten.



Quelle: Spiegel.de (http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltraum/0,1518,434727,00.html)