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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizin - Killerbakterien in Südafrika aufgetaucht



vamp
08.09.2006, 09:56
Kein Medikament konnte ihnen helfen: In Südafrika sind 52 Menschen in wenigen Tagen an Tuberkulose gestorben, weil der Erreger gegen alle bekannten Arzneien resistent war. Experten fürchten, dass sich der gefährliche Bakterienstamm weiter ausbreitet.

Der Killer-Stamm der Tuberkuloseerreger "ist nahezu nicht behandelbar", sagte Paul Nunn von der Weltgesundheitsorganisation WHO. Bei 53 Menschen sei der neue Stamm gefunden worden, 52 von ihnen seien innerhalb von 25 Tagen gestorben. "Das ist ein echter Massenausbruch", sagt Tony Moll, der den tödlichen Tbc-Stamm bei Tests am King George V Hosital in Durban (Provinz Tugela Ferry) entdeckt hat. Unter den Tausenden von untersuchten Patienten seien die 53 Fälle zwar nur wenige, aber wegen seiner hohen Todesrate ist der neue Stamm laut Moll "beunruhigend und alarmierend".


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Ken Castro von der US-Seuchenkontrollbehörde CDC mahnte zu schnellem Handeln. Das Auftreten der neuen Tuberkulose-Variante "stellt überall auf der Welt eine Bedrohung dar", sagte er zum Auftakt eines zweitägigen Krisentreffens in Johannesburg, an dem mehr als 100 internationale Gesundheitsexperten teilnehmen.

Zurzeit sterben täglich etwa 5000 Menschen an Tuberkulose (Tbc), fast zwei Millionen sind es in einem Jahr weltweit, so die neuesten Zahlen der WHO. Sollten sich Fälle wie die in Südafrika häufen, könnte es noch schlimmer kommen.

Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete Krankheit; der Tbc-Erreger Mycobacterium tuberculosis wird vor allem beim Niesen und Husten weitergegeben. Anfällig für die früher als Schwindsucht bezeichnete Erkrankung sind vor allem geschwächte Menschen: Arme, Unterernährte, HIV-Infizierte.

Allein in Kamerun leidet jeder zweite HIV-Infizierte auch an Tuberkulose. Ihr Immunsystem ist so geschwächt, dass es die stäbchenförmigen Tbc-Bakterien nicht vernichten kann - die Betroffenen werden schwach und müde, nehmen ab und husten, manchmal sogar mit Blut. Normalerweise wird eine Tuberkuloseinfektion mit einer Kombination aus zunächst vier Medikamenten behandelt, nach zwei Monaten dann nur noch mit zweien. Sollte einer der Wirkstoffe nichts ausrichten, greifen Mediziner auf andere Antibiotika zurück.



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