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View Full Version : Mensch/Kultur - Händewaschen reinigt das Gewissen



vamp
08.09.2006, 12:08
Wer sich an eine moralisch verwerfliche Tat erinnert, gleicht das mit Händewaschen oder Hygienetüchern aus. Psychologen fanden heraus: Die Verbindung zwischen Reinlichkeit und reinem Gewissenist so stark, dass etwas Wasser sogar Verpflichtungen gegenüber anderen wegputzen kann.

Nach dem Todesurteil über Jesus von Nazareth wäscht sich Pontius Pilatus die Hände - "in Unschuld", wie es in den Sprachgebrauch übergegangen ist. Shakespeares Lady Macbeth verzweifelt, als die Spuren des Königsmords nicht von ihren Händen verschwinden wollen: "Wer hätte gedacht, dass der alte Mann soviel Blut in sich hatte? Wollen diese Hände niemals sauber werden?" Christen lassen sich mit Wasser taufen. Muslime kennen die rituelle Fußwaschung vor dem Gebet. Hindus steigen zur rituellen Reinigung in den schmutzigen Ganges. Wenn es nach Literatur und Mystik geht, ist der Zusammenhang zwischen Seele, Gewissen und Reinwaschung längst eine Tatsache.

Nun haben Wissenschaftler im Experiment gezeigt, dass es tatsächlich einen psychologischen Zusammenhang zwischen der Erleichterung des Gewissens und dem Drang sich zu Waschen gibt. In drei unterschiedlichen Versuchen baten sie Freiwillige zum Test.

Studenten wurden als Versuchspersonen in zwei unterschiedliche Gruppen aufgeteilt und gebeten, sich entweder eine moralisch einwandfreie oder eine verwerfliche Tat aus ihrer Vergangenheit in Erinnerung zu rufen und von Hand aufzuschreiben. Anschließend durften sie sich ein Geschenk aussuchen - entweder ein antiseptisches Tuch oder einen Bleistift. Die Testpersonen mit einer moralisch problematischen Erinnerung wählten statistisch deutlich häufiger das Reinigungstuch aus.

Alles zu dem Thema gibt es hier (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,435823,00.html).