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View Full Version : Umwelt/Natur - Jackpot unterm Meeresgrund



vamp
14.09.2006, 13:58
Chevron gelang der größte Ölfund im Golf von Mexiko seit Jahrzehnten. Mit neuer Bohrtechnik stoßen die Ingenieure in bislang unerreichbare Tiefen vor.

Angenehm ging es zu im Eozän. Warm und feucht war die Erde, dicht und üppig die Wälder. Vor etwa 40 Millionen Jahren spross die erste Rose, in den Meeren schwammen die ersten Wale und labten sich am Fischreichtum.

Von dem damaligen Paradies profitieren die Menschen noch heute.


http://www.spiegel.de/img/0,1020,700366,00.jpg

So verkündete der Erdölkonzern Chevron vorige Woche, auf einen großen Schatz aus dem Eozän gestoßen zu sein. Bis zu 15 Milliarden Barrel Öl und Gas habe man gefunden - trifft das zu, haben sich die US-Reserven auf einen Schlag um 50 Prozent vergrößert.

Viele Analysten waren verzückt, der Chevron-Kurs ging in die Höhe - und der Ölpreis nach unten. "Das sind tolle News für den Konzern, die Industrie und die Nation", jubelte ein Banker von Oppenheimer & Co über diesen "Jackpot".

Selbst Geologen, von Natur aus nüchterne Wissenschaftler, versetzte der Fund in Wallung. "Das wäre schon ein spektakulärer Treffer", kommentiert Günter Pusch von der Technischen Universität Clausthal. "In der heutigen Zeit haben Entdeckungen dieser Dimension großen Seltenheitswert." Manche seiner amerikanischen Kollegen vergleichen den Fund bereits mit jenem von 1968 in der Prudhoe Bay vor Alaska - dem größten Ölschatz, der je in den USA entdeckt wurde.

Noch aus einem anderen Grund ist der Fund etwas ganz Besonderes. Die Ölquelle, genannt Jack #2, befindet sich gut 400 Kilometer südwestlich von New Orleans. Sie liegt eine Etage tiefer als alle anderen Quellen, die derzeit im Golf von Mexiko ausgepumpt werden.

Das Meer dort ist über 2000 Meter tief, die öltragende Schicht liegt sogar weitere 6000 Meter tiefer im Sediment. Das ist Rekord für den Golf von Mexiko südlich der Vereinigten Staaten. Und die Messdaten sprechen dafür, dass es sich nicht um eine einzige Lagerstätte handelt, sondern um einen 400 Kilometer langen Streifen porösen Sandsteins, in dessen Innerem die Energie aus dem Eozän schwappt .... (http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,436939,00.html)

Deadman
14.09.2006, 14:43
Ja, mal sehen wieviel die Amis davon bereit sind abzugeben.
Evlt. zahlen die Firmen dann weiter Schmiergelder um die Entwicklung von Brennstoffzellen zu verlangsamen.
Ich weiß nicht ob ich mich über evtl. niedrigere Benzin und Öl Preise freuen soll oder den Fund bedaueren sollte.
/e: etwas wirds den Preis allerdings schön drücken.