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View Full Version : Umwelt/Natur - Nordmeer verliert seinen Eisschild



vamp
15.09.2006, 12:03
Dem Namen nach sollte ewiges Eis dauerhaft gefroren bleiben. Doch in der Arktis schmilzt es - sogar schneller als befürchtet. In den letzten anderthalb Jahren ist das dauerhafte Packeis um 14 Prozent zurückgegangen. Forscher fragen sich nun: War das nur ein Ausnahmefall?

Sie verstärken sich gegenseitig: der Klimawandel und natürliche Wetterschwankungen. Auf Spitzbergen wurde das in diesem Jahr besonders deutlich: Wegen einer außergewöhnlichen Warmwetterlage war auf den Inseln des europäischen Polarmeeres der Frühling fast 13 Grad wärmer als sonst - sicher ein Extremereignis. Auch wenn Wissenschaftler schon seit fast 30 Jahren beobachten, dass das arktische Meereseis schmilzt. Der Grund: Wegen der globalen Erderwärmung wird es im Norden immer wärmer. Der Frühling auf Spitzbergen war zwar außergewöhnlich; doch auch 2005 war bereits ein Rekordjahr.

Im September 2005 war in der Nordpolarregion die kleinste Fläche mit Eis bedeckt, seit Satellitenaufnahmen Ende der siebziger Jahre die Beobachtung möglich gemacht haben. "Die jüngsten Veränderungen beim arktischen Meereseis sind dramatisch", sagte Son Nghiem von der US-Raumfahrtbehörde Nasa, der zusammen mit anderen Forschern den Rückgang der Vereisung dokumentiert hat. Wenn das dauerhafte Packeis in der Nordpolarregion immer weiter verschwinde und das Meer nur noch im Winter großflächig zufriere, dann habe das dramatische Auswirkungen auf die Umwelt, so Klimaforscher Nghiem.

Experten unterscheiden das Packeis, das in arktischen Regionen die Oberfläche der Ozeane bedeckt, in zwei Arten: saisonales Eis, das im Sommer wieder schmilzt, und ewiges Eis. Das ist allerdings gar nicht so beständig, wie sein Namen vermuten lässt: Nun ist es ungewöhnlich stark geschmolzen, berichten Nghiem und sein Team in dem Fachmagazin "Geophysical Research Letters".

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