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View Full Version : Buch - DSA - Das Jahr des Greifen



Voodoo
18.09.2006, 16:53
<table border="0" cellspacing="10"><tr align="left">
<td width="120"><img src="http://www.horchposten-verlag.de/mediac/400_0/media/Das~Jahr~des~Greifen.jpg" border="0"></td>
<td>Titel: DSA - Das Jahr des Greifen

Kategorie: Fantasy, Deutschland, 2001

Autor(en): Wolfgang Hohlbein, Bernhard Hennen

Preis: ab 9,00€ bei Amazon

Seiten: 747
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Inhalt:


Die gefährlichen Orks haben Greifenburg, eine der größten Städte von Aventurien, besetzt. Da zettelt der Inquisitor Marcian einen Aufstand an, um die Stadt für seinen Prinzen Brin zu befreien. Doch statt der erwarteten kaiserlichen Armee, die eigentlich zu Hilfe eilen sollte, stehen plötzlich weitere Orks vor den Mauern von Greifenfurt. Mit einer Hand voll Soldaten und Freiwilligen nimmt Marcian dennoch den Kampf auf. Bald zeigt sich, daß die Stadt auch im Inneren einer Bedrohung ausgesetzt ist. Denn in der Stadt geschehen grausame Morde...

Das Sammelband beinhaltet die Romanteile "Der Sturm", "Die Entdeckung" und "Die Amazone", die jedoch eine fortlaufende und eigentlich untrennbare Einheit bilden. Wolfgang Hohlbein erweist sich als guter Gastschreiber in der Welt des Schwarzen Auges, bekommt jedoch sehr gute Unterstützung von Bernhard Hennen. Der aus anderen Romanen bekannte Stil Hohlbeins taucht hier nicht ganz so ausgeprägt auf, was gerade den Lesern, die Hohlbeins Schreibstil nicht so ansprechend finden, sehr entgegen kommen dürfte. Der aufmerksame Leser mag auch das Gefühl gewinnen, passagenweise Hennen und Hohlbein herauslesen zu können.

Auf hohem Niveau spinnen die beiden Autoren eine Geschichte um die vielen Verteidiger der Stadt. Marcian, Alrik von Blautann, Sartassa die Halbelfe, Lysandra die Amazone, Darrag der Schmied, Zerwas der Henker, Himgi der Zwergenhauptmann, Lancorian der Magier; ihnen allen schenken Hohlbein und Hennen viel Aufmerksamkeit, so daß der Leser bald ein recht genaues Bild der Protagonisten und ihrer Motivationen erhält. Und alles unter den unablässigen Attacken der Orks. Gerade dies macht den Reiz der Geschichte aus.

Das Werk an sich dürfte, auch wenn es außerhalb der DSA-Roman-Reihe erschienen ist, eines der besten DSA-Werke im Bereich der Romane sein. Doch auch die Leser, die bislang keine Erfahrung mit der Welt des Schwarzen Auges gemacht haben, werden Gefallen an diesem Buch finden. Die notwendigen Hintergrundinformationen erhalten sie über eine knappe aber gut strukturierte Einführung über die Geschichte und die allgemeine Welt des Kontinents Aventurien. Leider fehlt die aus anderen Romanen bekannte Aventurienkarte ebenso wie ein Personenregister oder ein Sachregister.

"Das Jahr des Greifen" ist speziell für die Spielleiter des Pen&Paper Rollenspiels interessant, die vorhaben, gemeinsam mit ihrer Spielrunde das ebenfalls von Bernhard Hennen verfasste zweiteilige Abenteuer gleichen Namens zu spielen. Denn im Roman finden sich zahlreiche Punkte an denen ein geübter Spielleiter leicht anknüpfen kann, um das Abenteuer auszugestalten.


Der Autor:


<img src="http://www.hohlbein.net/pics/pr/hohlbeinNET_pr2005_04__03.jpg" align="left" border="1" hspace="5">Wolfgang Hohlbein, 1953 in Weimar geboren, ist der meistgelesene und erfolgreichste deutschsprachige Fantasy-Autor. Seine Bücher decken die ganze Palette der Unterhaltungsliteratur ab - von Kinder- und Jugendbüchern über Romane und Drehbücher zu Filmen, von Fantasy über Sciencefiction bis hin zum Horror. Der Durchbruch gelang ihm 1982 mit dem Jugendbuch "Märchenmond", für das er mit dem Fantastik-Preis der Stadt Wetzlar ausgezeichnet wurde. 1993 schaffte er mit seinem phantastischen Thriller "Das Druidentor" im Hardcover für Erwachsene den Sprung auf die Spiegel-Bestsellerliste. Die Auflagen seiner Bücher gehen in die Millionen und immer noch wird seine Fangemeinde Tag für Tag größer. Der passionierte Motoradfahrer und Zinnfigurensammler lebt zusammen mit seiner Frau und Co-Autorin Heike, seinen Kindern und zahlreichen Hunden und Katzen am Niederrhein. Bernhard Hennen, Jahrgang 1966, hat Germanistik und Archäologie studiert. Als Journalist hat er für Radiostationen und verschiedene Zeitungen gearbeitet, bevor er freier Autor wurde. Er lebt in Köln.


Eigene Meinung:


"Das Jahr des Greifen" ist einer der spannendsten Romane um das Schwarze Auge, gut und bis auf einige wenige Ausnahmen recht flüssig zu lesen. Ein Standardwerk, das im Bücherschrank keines ambitionierten Aventurologen fehlen sollte. Ich selbst habe das Abenteuer vor vielen Jahre gespielt und musste mit schmunzeln erleben, wie man manche Szenen geschickter hätte lösen können. So waren etliche AHA und OHO Momente quasi vorprogrammiert. Also meiner Meinung nach schlägt dieses Buch sogar das hochgelobte "Das zerbrochene Rad" von DSA Erfinder Kiesow.

lord_schuldig
19.09.2006, 19:08
Juhuu neues Hohlbein Buch :D gleich mal kaufen
Mein Lieblings Schriftsteller!

zierfisch
21.09.2006, 15:38
Ich hab das Buch durch Zufall in die Finger bekommen und muss voo recht geben. Ein wunderbares Fantasybuch. Leider habe ich nie diese DSA Rollenspiele gespielt, weswegen ich nicht beurteilen kann, inwiefern das Buch gut umgesetzt worden ist, aber sogar für Leute die keinen blassen schimmer von DSA haben, ist dieses buch zu empfehlen.

btw. sicher das es 2001 rauskam? kommt mir schon so vor als ob ich es seit 10 Jahren hab! ^^

Voodoo
21.09.2006, 15:43
Meines Wissens nach (und die von Amazon und einer großen DSA Seite) stimmt das Datum mit 2001. Schade, dass du kein DSA kennst. Dann wäre das Buch nämlich nochmal ein Tick besser gewesen. Denn dann verstehst du besser, was für weitreichende Auswirkungen manche Entscheidungen oder Aktionen haben. Echt heftig.

Super Buch! Ach, mir gefällts, dass der Zierfisch auch soviel Fantasy Literatur liest. Dann kann man sich hier immer schön unterhalten.

zierfisch
21.09.2006, 16:38
Klasse find ich, dass hier viele meinen Geschmack haben. :)

Ich werd demnächst am we mal ne buchvorschau zu "Die Königreiche Gottes" schreiben.

A-TOM-IC
21.09.2006, 16:46
btw. sicher das es 2001 rauskam? kommt mir schon so vor als ob ich es seit 10 Jahren hab! ^^

Die Erstausgabe ist von 1994.

Voodoo
21.09.2006, 16:48
Ist die erste Ausgabe anders, als die, die ich vorgestellt habe?

A-TOM-IC
21.09.2006, 16:50
Das hier ist der Sammelband. Damals kam es noch als einzelne Bände raus.

A-TOM-IC
21.09.2006, 16:54
Band 1 - Der Sturm, 1993
Band 2 - Die Amazone, 1994
Band 3 - Die Entdeckung, 1994

zierfisch
22.09.2006, 08:17
hm hab aber den sammelband, dann isses ja doch noch nicht so lange raus :)

Voodoo
22.09.2006, 08:18
Das es Einzelbücher gab wusste ich schon. Steht ja im Sammelband auch drin. Doch ging ich davon aus, dass du meintest es gäbe schon ein Sammelband vorher.

vamp
22.09.2006, 08:19
guck doch einfach aufs Buch welche Auflage es ist...

Deadman
05.09.2007, 22:02
Deadmans eigene Meinung:
Ohne das passende Abenteuer je gespielt zu haben, bin ich von dem gesamten Werk etwas enttäuscht.
Aus meiner Hoffnung ein Abenteuer in den Händen zu halten wurde die Erkenntnis mit dem ersten Buch eine sehr statische Beschreibung einer Stadt zu Belagerungszeiten zu lesen, die beiläufig wie ein lückenhaftes Summarum verschiedener Tagebücher wirkt. Die Charaktere wirken irgendwie sehr unpersönlich und in ihrer Beschreibung auch nur angeschnitten, was sich dann über das restliche Buch ziemlich konstant fortsetzt.
Mit dem zweiten Buch „Die Amazone“ kommt dann endlich etwas Schwung und Stimmung auf. Man wird von einem Moment in den anderen gerissen ,erlebt tatsächlich die Reise der Helden und fiebert mit den Protagonisten um deren Schicksal.
Leider verfällt das dritte Buch „Die Entdeckung“ wieder in den Trott mit der die Geschichte begonnen hat, mit der Ausnahme, dass sich Schauplatz auf zwei Orte verteilt. Zumindest werden hier die Charaktere etwas lebendiger und persönlicher, eben auch jene von denen man es sich auch schon in „Der Sturm“ erhofft hätte. Dennoch wird zu wenig Spannung aufgebaut, obwohl wahres Potenzial in der Geschichte schlummert.
Das Ende dann... nun es wirkt bzw. ist sehr unspektakulär, ohne zu viel verraten zu wollen, gebe ich einfach mal meine Vermutung preis, dass die Autoren ihre Deadline überschritten hatten und innerhalb von einer Stunde die Geschichte während ihrer Schreibphase dann zu ende gebracht haben, um diese Schandtat dann mit einem noch schlechteren Epilog wieder wett machen zu wohlen.


Fernab dieser, eher inhaltlichen, Manko werden vllt. auch den anderen Lesern die öfter mal verwenden „Bausteine“ die die Autoren ihre Figuren begehen lassen.
So sind Phrasen wie „Person [X oder Y oder Z, WER AUCH IMMER] spielte ungeduldig an seinem Schwertknauf“ oder „Person [X oder Y oder Z, WER AUCH IMMER] überhörte den [negatives Attribut] Unterton von Person [A oder B oder...]“ fast unzählige Male zu lesen.


Die Landschaftsbeschreibungen, die gewöhnlich Atmosphäre schaffend sind, fallen auch glücklicher weise gelungen aus, so dass man sich zumindest in die unangenehmen oder kuscheligen Situationen der Charaktere die umgebungsbedingt sind gut hinein versetzen kann.


Sollte ich dem Gesamtwerk „Im Jahr des Greifen“ eine Note unter Anbetracht aller Aspekte geben würde es wohl auf eine 3,0 bis 2,7 hinauslaufen.