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View Full Version : Umwelt/Natur - Insekten ins Licht



Cobra
27.09.2006, 23:10
kViele Insekten werden von Straßenlaternen geradezu magisch angezogen – und verglühen. Uns Menschen bietet künstliches Licht in der Nacht Sicherheit. Für viele Motten, Fliegen und Falter ist es eine tödliche Falle. Doch was treibt die Nachtschwärmer so unwiderstehlich zum Licht?
Theorien dazu gibt es einige. Von vielen Forschern wird jedoch eine besonders favorisiert: Von Natur aus orientieren sich viele nachtaktive Insekten am Mond. Für sie ist der Erdtrabant Lotse und Navigationshilfe. Weil der Mond sehr weit weg ist, bleibt er praktisch immer an der selben Stelle.

Jeder der nachts schon mal aus einem fahrenden Auto geschaut hat, kennt das Phänomen. Um geradeaus zu fliegen reicht es also, dass ein Insekt den Mond immer unter einem bestimmten Winkel anpeilt.
Straßenlaternen sind jedoch meistens heller als Mondlicht und dann orientieren sich Insekten an ihnen. Genau das bringt ihre Navigation durcheinander. Auch zur Straßen-Laterne will das Insekt den gewohnten Mondwinkel einhalten. Weil die Lampe aber sehr viel näher ist als der Mond, ändert sich die Laternen-Position und damit auch der Winkel sehr schnell.

Noch mal zum Vergleich: Im Gegensatz zum Mond fliegen im fahrenden Auto die Straßen-Laternen nur so vorbei, während der Mond still steht. Folgerichtig korrigiert das Insekt den Kurs, bis der gewohnte Winkel wieder stimmt. Die ständigen Kurskorrekturen enden unweigerlich in einem Spiralflug, der direkt in die Lampe führt.

Auch bedrohte Arten entkommen nicht der Lichtfalle

Unter den Opfern des nächtlichen Massensterbens sind leider auch viele vom Aussterben bedrohte Insekten. Insekten-Forscher bestimmen deshalb regelmäßig Zahl und Artzugehörigkeit der toten Tiere. Darunter finden sie häufig seltene Schmetterlinge und Nachtfalter.

Kritiker sind ohnehin der Meinung, dass es nachts in unseren Städten viel zu hell ist. Auch für Menschen ist das ungesund, weil es ihre innere Uhr durcheinander bringt. Außerdem kostet es sehr viel Strom. Dieses als Lichtverschmutzung bezeichnete Phänomen ist mit Hilfe von Satellitenaufnahmen gut zu sehen.

Nachtaktive Insekten "fliegen" besonders auf Quecksilberdampf-Lampen, die viel kurzwelliges, blaues Licht abstrahlen. Dafür sind Insektenaugen besonders empfindlich. Natriumdampf-Lampen dagegen leuchten hauptsächlich im langwelligen, gelb-roten Bereich. Dieses Licht nehmen Insekten kaum wahr.
Davon werden Nachtfalter nicht abgelenkt, und sie können ihren eigentlichen Aufgaben nachgehen. Außerdem brauchen solche Lampen viel weniger Strom.