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View Full Version : Umwelt/Natur - Spinnen spazieren mit Klebseide senkrecht



vamp
29.09.2006, 08:19
Raffinierte dünnste Härchen lassen Spinnen haften. Doch manchmal wird es selbst den Kletterkünstlern zu rutschig. Um nicht von der Wand zu fallen, nutzen sie einen geheimen Trick, den deutsche Forscher jetzt erst entdeckt haben: Klebseide aus den Fußspitzen.

Der Comicheld Spiderman verschleuderte seine langen, klebrigen Fäden mit einer geschickten Bewegung des Handgelenks. Echte Spinnen produzieren das Material mit Drüsen am Hinterleib, dem es als hauchdünner Seidenfaden entweicht. Damit fangen sie Beute, schützen sich selbst vor Feinden und verpassen ihrer Brut einen wirksamen Schutzschild gegen die raue Umwelt. Das ist jedenfalls das zoologische Lehrbuchwissen über die Krabbeltierchen. Doch Untersuchungen einer Forschergruppe um Stanislaw Gorb am Stuttgarter Max-Planck-Institut für Metallforschung decken nun ganz neue Fähigkeiten der Arachniden und ihrer Seide auf.


http://www.spiegel.de/img/0,1020,709038,00.jpg


Wie nur schaffen es die Tiere, auch an glatten Fläche und über Kopf zu krabbeln? Dieses Rätsel war bislang nur teilweise gelöst. Die Wissenschaftler waren bisher davon ausgegangen, dass die Tiere ihren Halt an senkrechten Flächen aus sogenannten Adhäsionskräften gewinnen: Das sind Kräfte, die zwischen den Molekülen zweier unterschiedlicher Stoffe entstehen können. Tatsächlich haben die Spinnen körperliche Eigenschaften, mit denen sie diese Kräfte gut nutzen können: Eine sehr starke Auffächerung der Haare an den Spinnenfüßen lässt eine so große Oberfläche entstehen, dass eine gewisse Haltkraft entsteht - daher spricht man auch von Hafthaaren. Zudem haben die Tiere winzige Klauen an den Beinen, mit denen sie sich auf rauem Untergrund festkrallen können.

Bei einer Zebra-Vogelspinne aus Costa Rica fiel den Stuttgarter Forschern in ihrem Labor allerdings auf: Beim Hochklettern an glatten Flächen halten die Tiere ihre Hafthaare möglichst weit von der Oberfläche entfernt - das scheint unsinnig, galt doch die geschickte Nutzung von Adhäsionskräfte als Kletter-Geheimnis der Arachniden. Doch genauere Untersuchungen ergaben, dass die Spinnen mit Hilfe ihrer Seide an glatten Flächen hochklettern. Die Drüsen am Hinterleib sind dazu jedoch nicht zu gebrauchen. Die Spinnen produzieren zusätzlich Seide an den Füßen - eine Überraschung für die Forscher.

Alles kann man hier (http://www.spiegel.de/wissenschaft/erde/0,1518,439751,00.html) nachlesen.

Voodoo
29.09.2006, 09:12
Interessanter Artikel! :top:

Deadman
29.09.2006, 11:21
mmhm, also wie und warum Spinnen ihre Seide im Hinterleib produzieren konnten wir uns im letzten Spinnen-Thread dank Evolutionsdenken noch zusammen spinnen.
Aber jetzt wird kompliziert.
Immer diese Spinnen die einem das ganze Welt gefüge kaputt machen müssen -.- böse Spinne!

Voodoo
29.09.2006, 11:26
lol, ich habe an fast das selbe Gedacht wie du :D