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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizin - Faules Hirn denkt sich Gewöhnliches schön



vamp
09.10.2006, 16:24
Asymmetrische Gesichter und verzierte Bilder attraktiv zu finden, ist unserem Kopf zu anstrengend. Altbekanntes und Durchschnittstypen kommen viel besser an - weil das Hirn mit ihnen weniger Arbeit hat. Ist das Gehirn also faul? Deformierte Symbole und ebenmäßige Gesichter geben Aufschluss.

Durchschnittliches gilt nicht gerade als attraktiv. Dabei findet unser Gehirn durchschnittliche Typen viel besser als außergewöhnliche, haben Evolutionswissenschaftler und Psychologen längst bestätigt. Ein komplett spiegelbildliches Gesicht sieht zwar unnatürlich aus, aber eine hohe Symmetrie lässt das Antlitz attraktiver erscheinen. Die Frage ist nur: Warum bevorzugt unsere Schaltzentrale Durchschnittstypen und findet komplizierte Bilder, Muster mit Schnickschnack oder unsymmetrische Gesichter weniger anziehend?



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Evolutionspsychologen meinen: "Abweichungen von der Symmetrie sind ein Hinweis auf Defizite in der Fitness, also der reproduktiven Tauglichkeit", sagt Harald Euler. "Viele genetische Störungen machen asymmetrisch, und Störungen in der Entwicklung, zum Beispiel bei Mangelernährung, ebenso", so der Evolutionspsychologe von der Universität Kassel. Ein durchschnittliches Gesicht - wie es zum Beispiel durch das Verschmelzen mehrerer Porträtbilder entsteht - erscheint gesünder. Ein Allerweltsgesicht ist ein Zeichen dafür, dass eine Person nicht aus der Norm fällt und genetisch stabiler ist als die Mitmenschen. Deswegen kann diese Person besser überleben und seine Gene weitergeben - so die evolutionsbiologische Sichtweise.

Der Psychologe Piotr Winkielman aber meint: Prototypen, also durchschnittlich aussehende Objekte und Grundmuster, "sind attraktiv, weil sie einfach zu verarbeiten sind".



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