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View Full Version : Der gläserne Bürger



Voodoo
23.11.2006, 08:42
Der gläserne Bürger


bDer gläserne Bürger rückt erneut einen Schritt näher. Neben dem Verbot der Nutzung von Anonymisierungsdiensten, wie etwa dem Tor Netzwerk oder auch AN.ON, sollen künftig die kompletten Verbindungsdaten aller Telekommunikationsdienste eines jeden Bürgers, verdachtsunabhängig, für mindestens sechs Monate auf Vorrat gespeichert werden, um darauf zugreifen zu können, sollte einmal eine Straftat verübt werden. Darunter fallen Handy- sowie Festnetzgespräche, Email Verkehr und Internetnutzung.

Das bedeutet im Klartext, dass mindestens ein halbes Jahr lang nachvollziehbar ist, von wo aus, wer auf welche Daten zugegriffen hat, beziehungsweise wer mit wem, wie lange, von wo nach wo und vor allem was kommuniziert hat. Und das bevor eine Straftat begangen wurde, ja sogar in den Fällen wo niemals geplant oder beabsichtigt war eine strafbare Handlung überhaupt zu begehen.

Ist es momentan nur zulässig, die für die Rechnungsstellung relevanten Daten zu speichern, sollen die Provider in Zukunft alle Verbindungsdaten samt Standort aller Nutzer auf Vorrat speichern. Damit findet eine genaue Umkehr des Grundsatzes, dass jeder solange unschuldig ist, bis seine Schuld eindeutig bewiesen ist, statt und ein jeder Nutzer wird im Vorhinein kriminalisiert.

Hier ein kleines Beispiel, welches nicht erdacht ist und auf wahren Gegebenheiten beruht, zu welch üblen Verstrickungen dies führen kann:


Ein Student türkischer Abstammung will an der Uni eine Arbeit über den Islamismus verfassen. Dazu muss er selbstverständlich Informationen sammeln. Stößt er nun im Internet auf eine Islamistisch geprägte Seite, läuft er Gefahr fälschlicherweise als Sympathisant, oder schlimmer noch als Terrorist, in das Raster irgendeiner Suche zu fallen. Und das lediglich weil er eine Seite zur Recherche besuchte.
Diese Tatsache wurde mit dem zuständigen Professor besprochen und stellt heute schon ein großes Problem dar. Beide sind nun bemüht eine Lösung zu finden und den Betreffenden verdachtsfrei und damit unbehelligt zu lassen.
Das Schicksal des in Deutschland lebenden Murat Kurnaz's, welcher mehrere Jahre, allein wegen eines Verdachtes, im Lager in Guantanamo Bay festgehalten wurde, zeigt auf welche Gefahr der schreibende Student eingeht.

(Anmerkung der Redaktion: Der erwähnte Fall des Studenten steht in keiner Verbindung zu dem Fall Murat Kurnaz's.)

Der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung ruft nun alle besonnen Bürger auf, sich gegen diesen fortschreitenden Entzug der Freiheitsrechte zu wehren und aktiv zu werden. So ist geplant, sollte der Gesetzesentwurf wirklich durchgesetzt werden, eine "Sammelverfassungsbeschwerde" vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe vorzulegen. Dazu können sich alle die sich beteiligen wollen auf der Internetseite des Arbeitskreises registrieren und für einen "Gang nach Karlsruhe voranmelden".

Und die Bürger stehen nicht alleine da. So machen sich der Bremer Rechtsanwalt und Bürgerrechtler Rolf Gössner und der Bielefelder Rechtsprofessor Christoph Gusy schon für dieses Unternehmen stark. Letzterer kritisiert den Gesetzesentwurf wie folgt: "Eine derart allgemeine, breit angelegte Datenerhebung ist mit dem Grundrechtsschutz aus Artikel 10 des Grundgesetzes, dem Fernmeldegeheimnis, unvereinbar."

bEbenso erklärt der Jurist, und Mitverfasser der Sammelverfassungsbeschwerde, Patrick Breyer, dass dieser Gesetzesentwurf einen "eklatanten Verfassungsverstoß" darstelle, da das Bundesverfassungsgericht bereits entschieden habe, dass "eine Straftat von erheblicher Bedeutung, ein konkreter Tatverdacht und eine hinreichend sichere Tatsachenbasis" unumstößliche Voraussetzungen seinen um eine Datenspeicherung diesen Ausmaßes überhaupt zuzulassen.

Sollte es soweit kommen, das die Verfassungsbeschwerde wirklich vorgebracht werden muss, wird diese von dem Berliner Rechtsanwalt und Mitglied im Verein "RAV - Anwält/innen für Menschenrechte" Meinhard Starostik vor dem Verfassungsgericht vertreten. Dies ist für die Beteiligten kostenfrei.

Weite Informationen findet ihr bei den unten stehenden Links. Dort erfahrt ihr was mit euren Daten passiert und was ihr sonnst noch dazu beitragen könnt. Natürlich findet ihr dort auch nochmal genau erklärt worum es bei der ganzen Sache geht und warum es wichtig ist sich daran zu beteiligen. Die Autoren der Seite haben das in einer "5-Minuten-Info" zusammengefasst und gut auf den Punkt gebracht. Quelle (http://www.heise.de/newsticker/meldung/81400)
Seite des Arbeitskreises (http://www.vorratsdatenspeicherung.de/)
Direktlink zum Anmeldeformular (http://www.vorratsdatenspeicherung.de/index.php?option=com_content&task=view&id=51&Itemid=70%3C/a%3E)
5 Minuten Info (http://www.vorratsdatenspeicherung.de/index.php?option=com_content&task=view&id=46&Itemid=42)
Seite des Rechtanwaltes Starostik (http://www.starostik.de/)

vamp
23.11.2006, 08:47
Wenn dieses Gesetz wirklich verabschieden werden soll, wäre das ein ziemlich drastischer Eingriff in unser Privatleben. Stellt euch doch mal vor euer E-Mailverkehr wird gespeichert. Da können privat oder auch beruflich sehr vertrauensvolle Daten drin sein. Ich finde es einfach nur unbegreiflich und eine Frechheit.

Deadman
23.11.2006, 08:53
Sollte dieser Schritt getan werden sind wir auch nicht weit davon entfernt, dass unsere Daten in zukunft missbraucht werden.

Schweinerei!

Young-Steff
23.11.2006, 13:19
das is dann wie ein gefängnis in dem sich keiner unbeobachtet bewegen kann

Cobra
26.11.2006, 19:53
das wär einfach nur zum :kotz:
so fühlt man sich ja niergends mehr unbeobachtet, in machen Büros werden die emails ja eh schon kontrolliert, aber so wenn das nun generell gemacht werden soll. FRECHHEIT!!!!:motz:

MaX PoWeR
05.02.2007, 16:43
FAHNDER OFFLINE

Gericht verbietet staatliche PC-Spionage

Dämpfer für den Innenminister: Die heimliche Durchsuchung von Computern durch die Polizei ist illegal, hat der Bundesgerichtshof heute entschieden. Schäuble muss den polizeilichen Hacker-Angriff nun gesetzlich regeln.


Berlin - Für Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU), die Bundesanwältin Monika Harms und die Fahnder des Bundeskriminalamts (BKA) ist es kein guter Wochenstart. Seit Tagen hatten sie auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) gewartet. Jetzt kam sie - doch sie fiel negativ für die Terror-Jäger aus. Demnach sind sogenannte Online-Durchsuchungen, also ein verdeckter Hacker-Angriff der Polizei auf PCs zur Sicherung von Beweisen, nicht zulässig. Der Innenminister reagierte schnell: "Durch eine zeitnahe Anpassung der Strafprozessordnung muss eine Rechtsgrundlage für solche Ermittlungsmöglichkeiten geschaffen werden", forderte er.

Mit der BGH-Entscheidung erleiden die Strafverfolger einen empfindlichen Rückschlag: Mit dem Beschluss des 3. Strafsenats liegen die Pläne, künftig die Rechner von Verdächtigen online und ohne das Wissen des Beschuldigten zu durchsuchen, erstmal auf Eis. Gleichsam sieht sich der Innenminister nun genötigt, die von ihm erwünschte Fahndungstechnik gesetzlich regeln zu müssen. Die Ermittler müssen also noch länger auf die Innovation warten.

Der BGH war in seiner Entscheidung eindeutig: Genau an der Tatsache, dass der Verdächtige nichts von dem Hacker-Angriff auf seinen Rechner und die Sicherung aller seiner Daten durch die Strafverfolger erfährt, stießen sich die Richter. Sie betonten, dass eine Durchsuchung im Sinne der Strafprozessordnung eben nicht heimlich stattfinden dürfe (AZ: StB 18/06). Die sieht deutlich vor, dass eine Durchsuchung zwar unangekündigt - aber eben nicht geheim - erfolgen darf.

Die Richter verorteten die Maßnahme der Online-Durchsuchung vielmehr in der Nähe einer Telefon- oder gar Wohnraumüberwachung. Diese könnten zwar ohne Wissen des Beteiligten vorgenommen werden - sie unterlägen aber auch sehr viel strengeren Voraussetzungen als eine Hausdurchsuchung. In der Realität sind die Hürden für eine Wohnraumüberwachung mittlerweile so hoch, dass die Maßnahme fast gar nicht mehr eingesetzt wird.

Alles (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,464339,00.html)

Deadman
21.03.2007, 20:36
Die Liberalen empfinden es als Skandal, dass die Bundesregierung den Verfassungsschutz bei den heftig umstrittenen (http://www.heise.de/newsticker/meldung/86923) Online-Durchsuchungen bereits gewähren lässt. Auf eine parlamentarische Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag hatte die Bundesregierung zuvor erklärt, dass das Bundesamt für Verfassungsschutz (http://www.verfassungsschutz.de/) schon jetzt das Recht zum heimlichen Ausspähen von vernetzten PCs und geschützten Datenspeichern im Internet habe. Sie bezieht sich dabei unter anderem auf Paragraph 8 Absatz 2 des Bundesverfassungsschutzgesetzes (http://bundesrecht.juris.de/bverfschg/). Demnach dürfen die Staatschützer "Methoden, Gegenstände und Instrumente zur heimlichen Informationsbeschaffung, wie den Einsatz von Vertrauensleuten und Gewährspersonen, Observationen, Bild- und Tonaufzeichnungen, Tarnpapiere und Tarnkennzeichen anwenden." Die gestatteten Mittel habe das Bundesinnenministerium in einer Dienstvorschrift zu benennen. Eine Lizenz zu Online-Durchsuchungen ist damit nach Ansicht der FDP aber "ausdrücklich nicht vorgesehen".

Quelle: heise.de (http://www.heise.de/newsticker/meldung/87173)

Weiter in dem Artikel nennt die FDP in ihrer Hinterfragung wirklich gute Argumente gegen die Online-Durchsuchung.
Unter anderem die, öfter schon erwähnte, Sicherheitsücke die entstehen würde sobald man sich mit Softwareherstellern darauf einigen würde Hintertürchen für diesen Trojaner offen zu halten.
Denn ein Hintertürchen, egal mit welchem dickem Schloss, kann auch durch andere geöffnet werden.
Weiter fragte ich mich dann gerade, wie es aussehen sollte, würde man einen öffentlich zugänglichen Rechner benutzen, an dem vorher jemand saß der tatsächlich ein potenzielles Sicherheitsrisiko für Deutschland darstellt.
Würde ich nicht zwangsweise ebenfalls unter einen Verdacht geraten? Da sicher nicht nur die ersten Daten, die brisanten Inhalt enthielten, durchsucht werden würden, sondern auch die darauf folgenden, welche z.B. meine persönliche Anschrift enthalten könnte. Ob diese dann von mir wären oder von jenem der vor mir am Rechner saß könnte so ein Trojaner nicht entscheiden. Ergo würde es nicht lange dauern bis das BKA vor meiner Türe erscheine und mich minder freundlich bitten würde sie aufgrund des Verdachtes auf terroristische Aktivitäten zu begleiten.

Ich war nie ein RAF-Sympathisant und werde es durch derer gewalttätige Art nie werden, dennoch hatten sie verdammt Recht als sie meinten den Staat zu demaskieren. Dennoch fällt seit den 70er Jahren peu à peu der verschleiernde Vorhang eines zunehmenst totalitären Staates.

Nun das waren vielleicht meine letzten Worte... das BKA ist sicher schon auf dem Weg hierher.

Voodoo
23.03.2007, 15:58
Verfassungsschutz darf heimlich PCs durchsuchen


Im Februar sprach der Bundesgerichtshof ein Verbot von so genannten Online-Durchsuchungen aus, also das heimliche Durchstöbern der Daten auf einem fremden Rechner, beispielsweise über das Internet. Jetzt stellte sich heraus, dass dieses Verbot nur für die Polizei gilt.

Kürzlich stellte die FDP eine parlamentarische Anfrage, da geklärt werden sollte, für wen das Verbot von Online-Durchsuchungen gilt. Die Bundesregierung stellt nun klar, dass Geheimdienste davon nicht betroffen sind. Dazu gehört beispielsweise das Bundesamt für Verfassungsschutz, dass fremde PCs ohne Erlaubnis durchsuchen darf, um bestimmte Aufgaben zu erfüllen.

Das umstrittene Fahndungsverfahren der Strafverfolger wurde im Februar für unzulässig erklärt, da keine entsprechende gesetzliche Regelung vorliegt. Erst wenn diese von der Regierung geschaffen wird, darf die Polizei und das Bundeskriminalamt wieder ihre "Hacker-Software" einsetzen. Diese wird auf einem PC installiert, durchsucht dort Ordner und Dateien und sendet die Ergebnisse zurück an die Strafverfolger.

Deadman
25.04.2007, 20:09
Online Durchsuchungen bereits Gang und Gebe




Es erscheint einem fast wie ein schlechter Traum oder wie eine Zeitreise in die DDR der 70er Jahre, wenn man nun ans Licht gekommen Fakten über das BKA ließt.

Das Bundeskanzleramt hat am heutigen Tag bekannt gegeben, dass die seit langem umstrittenen heimlichen Online Durchsuchungen bereits seit dem Jahr 2005 laufen und vom damaligen Innenminister Otto Schily in Form einer Dienstvorschrift zugelassen worden sind.
Dagegen klingt es fast schon ironisch, dass der Vorsitzende der SPD Beck, der auch Schily angehörte, vor wenigen Tagen als Reaktion auf die Forderung Schäubles, seine Partei zur Bürgerrechtspartei ausgerufen hat.
Ans Tageslicht gekommen ist Wahrheit aufgrund eines Antrags der FDP in einer Sitzung des Innenausschusses. Glücklicherweise, so kann man sagen, koaliert die FDP nicht mehr mit der CDU/CSU da man nicht weiß ob ansonsten jemals Schäubles Plan kritisch durchleuchtet worden wäre.


Interessant dabei ist aber die Tatsache, dass der Bundesgerichtshof Online Durchsuchungen verboten hat, sie aber dennoch, mit Berufung auf Schilys Dienstvorschrift, weiter ausgeführt worden sind.
Das ist eine klare illegale Handlung, da das Innenministerium keine höhere Instanz als der BGH ist.
Und so werden die Grundrechte der Bürger mit Füßen getreten, ohne dass diese großartig davon mitbekommen.
Gisela Piltz, ihres Zeichens innenpolitische Sprecherin der FDP, äußerte sich dazu mit folgenden Worten:
"Eine Dienstanweisung ist eine unter keinem Gesichtspunkt geeignete Rechtsgrundlage für Eingriffe in die Grundrechte der Bürger. Geradezu empörend ist die Auffassung der Bundesregierung, ein Eingriff in den Schutzbereich der Unverletzlichkeit der Wohnung liege schon gar nicht vor, jedenfalls nicht so lange der Computer 'im Garten' steht. Auch eine Verletzung des Fernmeldegeheimnisses und des Grundrechts auf informationelle Selbstbestimmung sehe man nicht."


Doch ganz anders sieht es die Stasi... entschuldigung, der Geheimdienst, dieser ist immer noch der festen Auffassung, dass ihn ein Beschluss des BGH nicht tangiere, folglich will man in diesem auch nicht, wie von Politikern gefordert, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu dem Thema abwarten und durchsucht feucht-fröhlich weiter die Computer der Bürger. Natürlich äußerte man sich bisher nicht zu dem Umfang der ausgeübten illegalen Online Durchsuchungen.


Und auch wenn man jetzt gewillt ist in diesem Kontext Schäuble weniger kritisch zu betrachten, da dieser sich damit äußerte es dürfe eben auch nicht alles menschenmögliche gemacht werden, so darf man nicht vergessen, dass er es war der eine Aushebung der Unschuldsvermutung erklingen ließ.


vgl. Golem.de (http://www.golem.de/0704/51904.html) und heise.de (http://www.heise.de/newsticker/meldung/88824)

MaX PoWeR
25.04.2007, 20:23
Das ist echt nen Hammer. Habs vorhin schon kaum glauben wollen, als ichs im Radio gehört habe... Das sind alles solche Wixer!!

Deadman
25.04.2007, 20:28
Es ist nicht nur eine Schweinerei sondern eigentlich das beste Beispiel warum man NICHT SPD und CDU wählen sollte.
Aber die meisten werden es gleich eh wieder vergessen haben... Tja, kacke der Staat kontrolliert an falscher Stelle und zu wenig sich selbst.

Voodoo
25.04.2007, 20:49
unglaublich. Gut, dass sowas nun raus kommt. Und da wundert man sich, warum die Deutschen so "wahlfaul" sind. Alles die selben dummen Politiker, die nur dumm daherlabern.

Deadman
25.04.2007, 21:03
Tja, mal die Grünen oder eben vllt die FDP wählen. Das sollte kein Grund für Wahlfaulheit sein.
Aber wie mein Chemie Lehrer immer so schon sagt ; "Jede Mehrheit hat die Regierung die es verdient"

Sgt Ultra
25.04.2007, 21:13
Ich hab glaub noch nie eine der beiden großen gewählt. Dumm nur, das egal was man wählt, sich nix ändert :confused:

Deadman
25.04.2007, 21:18
Oh, habe ich vergessen zu erwähnen, dass Demokratie die Unterdrückung der Minderheit ist?

freak
25.04.2007, 21:19
Besser als die Unterdrückung der Mehrheit, oder? ;)

Deadman
25.04.2007, 21:31
Ansichtssache.

MaX PoWeR
25.04.2007, 21:52
Genau. Die Mehrheit ist nämlich leider auch Bildleser :/

Aber hat jemand eben Hart aber Fair gesehen? Da ging es genau um das Thema, und dabei wurde nen Bericht über ne englische Stadt gezeigt, die seit 1993 komplett Videoüberwach ist. Mittlerweile werden sogar "sprechende" Kameras installiert, die die Bürger auf etwaiges Fehlverhalten hinweisen, indem sie übern Mikro sagen, hier dürften sie kein Alkohol trinken oder heben sie den Müll bitte wieder auf und werfen ihn in eine Mülltonne... Der war echt zu heftig der Bericht, zumal die Meisten Bürger der Stadt zufrieden mit der Situation sind :wallbash: :stupid2: :wallbash:

Deadman
25.04.2007, 22:04
Das ist traurig!
Und es ist auch noch so bekannt aus Sci-Fi Filmen.
Ich glaub werd mal eine Milliarde verdienen, mir eine Schiffsflotte kaufen und irgend eine Insel besetzen und dort den perfekten Staat errichte. Ihr seid natürlich alle eingeladen.

Voodoo
25.04.2007, 22:06
Jetzt sind wir aber wieder bei einen anderem Thema. Wie glaubwürdig ist der Artikel? Im Fernsehen glaub ich inzwischen fast gar nichts mehr, seit ich die toll recherchierten Artikel über Killerspieler gesehen habe.

MaX PoWeR
26.04.2007, 00:02
http://de.wikipedia.org/wiki/Middlesbrough#Kamerasystem

Voodoo
26.04.2007, 09:14
Ja, mit der Glaubwürdigkeit meinte ich was anderes. Dass es dieses Videosystem gibt, wurde hier schon mal in der Panorama Ecke gepostet. Mir gings darum, dass es doch im Grunde nichts schlimmes ist. Würden 120 Polizisten Streife laufen, würde es niemanden stören.

Ich hab die Reportage nicht gesehen, aber alle Reportagen, die ich in letzter Zeit gesehen habe, waren immer reisserisch und hetzten die Zuschauer auf. Könnte mir vorstellen, dass es in diesem Bericht auch so war. Dinge, die zwar von der Überwachung gemacht werden könnten, aber im Grunde sehr selten vorkommen, werden in den Vordergrund geschoben und als Böse dargestellt.

Und mal ehrlich. Ich finds gut, dass Leute ihren Müll nicht auf die Straße schmeissen können. Wenn ich die Straßen in Stuttgart so anschaue.... :(

freak
26.04.2007, 14:50
Hallo? Stuttgart is denk ich ma ziemlich sauber im Gegensatz zu anderen Städten +g+ (außer während dem Müllstreik^^)

Voodoo
26.04.2007, 14:50
ja, hast eigentlich Recht. Wenn ich da so an Heilbronn denke....

Deadman
26.04.2007, 20:15
[...]
Und mal ehrlich. Ich finds gut, dass Leute ihren Müll nicht auf die Straße schmeissen können. Wenn ich die Straßen in Stuttgart so anschaue.... :(

Ja, nur stell dir jetzt mal vor, dass diese Kameras auch ins Zimmer schauen.
Wir haben so einen Fall auf der Reeperbahn, da kann man unteranderem auch sehen wer wann in den Puff geht. Das ist nichts schlimmes, doch es gibt Menschen die wollen einfach nicht, dass man weiß, dass sie dort hingehen.
So zum Beispiel Politiker oder andere Menschen die wegen sowas an Ruf verlieren obwohl es de fakto nichts über ihre Kompetenz sagt, dennoch würde das ihr Ansehen schmähen.
Nun ist aber das Problem, dass die Menschen hinter den Kameras nicht alles nach Vorschrift machen und so kann es sein, dass im Internet ein Video auftaucht wie der Bürgermeister mal eben in die Herbertstraße verschwindet.

Voodoo
26.04.2007, 20:37
hmmm stimmt auch wieder. Aber solche Videos dürfen halt einfach nicht an die Öffentlichkeit kommen. Wenn jeder Fernsehsender an die Videodaten der Überwachung kommt, dann ist das wirklich kacke.

rieke
27.04.2007, 07:04
Schäuble hat eine Untersuchung angeordnet bezüglich der Online Datendurchsuchung von Geheimdiensten oder Polizei, die schon seit lange, trotz Verbot gemacht werden. Kam grad im Radio.

Deadman
27.04.2007, 07:44
Oha, wenn da mal nicht wer jetzt den ordentlichen miemen will um später die Bespitzelung offiziel zu machen.
Oder das ist ein Feldzug gegen die SPD... vllt auch beides.

Deadman
27.04.2007, 10:21
Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble will angeblich die Online Durchsuchungen vorerst stoppen lassen, da es seiner Meinung nach ganz klar an gesetzlichen Grundlagen und Richtlinien fehle.
Diesem Entschluss vorausgegangen ist die heftige Kritik von Seiten der Opposition, aber auch vom Koalitionspartner SPD.
Noch ist nicht klar wie lange die Einsicht hält und die Bürger von den Durchsuchungen verschont bleiben, immer hin kündigte Schäuble an notfalls auch die Verfassung ändern zu wollen.
Es bleibt jetzt weiterhin das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes abzuwarten.





vgl. heise.de (http://www.heise.de/newsticker/meldung/88938) und Golem.de (http://www.golem.de/0704/51946.html)

Nirvana
27.04.2007, 12:29
Danke Herr Schäuble, für den Schutz meiner Online Bürgerrechte.
Der Arme hat mit dieser Aussage doch bestimmt ordentlich Bauschmerzen, aber ich bin mir sicher, das Verfassungsgericht wird Sie unterstützen. Im Zuge der Technik können wird dann vll. (nach Fingerabdruck im Perso) auch noch allen Mitbürgern einen RFID Chip einpflanzen - nur zur Sicherheit versteht sich ;)

Deadman
27.04.2007, 14:07
hrhr.
Da stimme ich dir vollkommen zu Nirv

MaX PoWeR
27.04.2007, 19:50
Wie, ihr habt sowas noch nicht, und traut euch noch auf die Strasse?? :eek:

MaX PoWeR
23.06.2008, 16:25
Ich machs mal hier rein:


PEINLICHE PANNE

Daten von 500.000 Bürgern lagen offen im Netz

Name, Adresse, Religion, sogar Passbild - durch eine spektakuläre Datenpanne konnten Internet-Nutzer die Meldedaten von 15 deutschen Städten und Gemeinden abrufen. Das verantwortliche Unternehmen hatte den Zugangscode zugänglich gemacht: "Ein Lapsus", meint der Firmensprecher.

Gibts hier (http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,561461,00.html) zu lesen...

Deadman
23.06.2008, 16:33
mhmm... letzendlich Schuld der DAUs in den Büros aber auch die Mangelnde forcierung durch die HSH.

Nirvana
23.06.2008, 16:48
das bemerken die nach über 3 Monaten ?
ist ja mal klasse ...

Castor
23.06.2008, 17:00
tja, darum soll man ja auch den Standardschlüssel ändern. Trotzdem dumm, dass die den veröffentlichen. Würde die als Betroffener direkt verklagen, wer weiss wie viele tausend Werbebriefe man jetzt mehr bekommt...

Nirvana
23.06.2008, 17:06
die beamte die das nicht ändern kannste ja nichtmal kicken ...

greenmachine
23.06.2008, 20:23
Schon krass!! Vor allem ists denen ganze 3 Monate nicht aufgefallen!!!!

Cobra
24.06.2008, 13:36
das war bestimmt kein Zufall :stupid2:

clubic
24.06.2008, 13:47
Die eigentliche Frage ist für mich:

Wieso kann man aus dem Internet überhaupt auf solche Daten zu greifen. Da kann dann ja auch jeder Mitarbeiter mit dem ihm bekannten Schlüssel sein Taschengeld daheim aufbessern o_O

Deadman
24.06.2008, 14:33
Man geht davon aus, dass jeder Mitarbeiter der ehrlichste Mensch der Welt ist!

Castor
24.06.2008, 20:12
wie soll denn eGovernment ohne Internet funktionieren?

Deadman
24.06.2008, 22:54
Sicherheitslücke bei Einwohnermeldedaten größer als gedacht

e-GovernmentDie Sicherheitslücke bei Einwohnermeldedaten in der Meso-Software von HSH Soft- und Hardware war offenbar größer als gedacht. Durch das vom Hersteller versehentlich veröffentlichte Masterpasswort war nicht nur die unautorisierte Abfrage von Bürgerdaten möglich, sondern auch das Anlegen eines eigenen Accounts mit Administratorrechten.
Quelle: Golem.de (http://www.golem.de/0806/60602.html)

clubic
24.06.2008, 23:38
wie soll denn eGovernment ohne Internet funktionieren?

naja zumindest mit nem vpn client.

Ich halte es für grob fahrlässig die daten online mit einem pw geschützt, das alle mitarbeiter kennen, zugänglich zu machen.

Deadman
03.07.2008, 11:34
Vollständige Internet-Überwachung in Arbeit

Internet ÜberwachungDie Medienindustrie will in Zusammenarbeit mit einigen ihr wohlgesonnenen konservativen EU-Abgeordneten dafür sorgen, dass der Internet-Verkehr komplett kontrolliert wird. Die Netzneutralität gerät dadurch massiv in Gefahr.

Bürgerrechtler haben gegenüber dem EU-Parlament Alarm geschlagen. Sie berufen sich auf eine Analyse der Politikwissenschaftlerin Monica Horten, die zahlreiche Änderungsanträge für das neue Telekompaket der Europäischen Union untersucht hat.

http://winfuture.de/openx/www/delivery/avw.php?zoneid=99&n=a3bc53b2&ct0=INSERT_CLICKURL_HERE (http://winfuture.de/openx/www/delivery/ck.php?n=a3bc53b2&cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE)
Demnach führen zahlreiche, sehr subtile Korrekturen in ihrer Gesamtheit letztlich dazu, dass die Provider zukünftig für die von ihnen weitergeleiteten Inhalte verantwortlich sind. Ihre bisher neutrale Stallung als Datenübermittler ginge dadurch verloren.

Um nicht selbst ins Visier der Medienkonzerne zu geraten, müssten die Provider den Internet-Verkehr massiv überwachen und Filtern. Das würde der Entwicklung des Netzes faktisch den Garaus machen. Nicht nur Anwender, die geschützte Daten beim Filesharing austauschen würden überwacht, sondern auch alle anderen Nutzer.

Dies würde zu einem massiven Vertrauensverlust in die Infrastruktur führen. E-Commerce und E-Government erhielten einen schweren Rückschlag, weil Nutzer sich der Vertraulichkeit ihrer Daten nicht mehr annähernd sicher sein können.

Quelle: Winfutre (http://winfuture.de/news,40541.html)

Cobra
03.07.2008, 11:46
na suuuper :stupid2:

Nirvana
03.07.2008, 12:10
da haben die ja schön den schwarzen peter weitergeschoben ...

calvera
03.07.2008, 16:34
sollte das so kommen, werde ich jegliche internetaktivitäten einstellen. früher gings ja auch ohne. :wallbash:

die betreiber von lanpartys wirds freuen :D