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Voodoo
06.12.2006, 17:44
Meisner verbietet Feiern mit Nichtchristen


Ein Verbot des Kölner Kardinals Meisner von multireligiösen Feiern stößt bei Eltern und Lehrern auf Kritik: Türkische Kinder müssten bei vorweihnachtlichen Adventsfeiern abseits stehen.

Eltern und Lehrer haben das Verbot des Kölner Kardinals Joachim Meisner für multireligiöse Feiern in Schulen als «zutiefst empörend» kritisiert. Kardinal Meisner hatte den Religionslehrern seines Erzbistums untersagt, sich an Feiern mit anderen Religionen zu beteiligen. Der Verbandsvorsitzende des Bundesverband «Aktion Humane Schule», Detlef Träbert, sagte, solche Feiern zu verbieten, sei unchristliche und schade der Integration.

Meisner hatte von den katholischen Religionslehrern gefordert, sie sollten sicherstellen, dass Feiern mit Teilnehmern mehrerer Glaubensbekenntnisse ohne Beteiligung der katholischen Kirche stattfinden, heißt es in der Anweisung. «Was ein Problem ist, sind Feiern, wo alle gleichzeitig beten, jeder zu seinem Gott», sagte Meisners Sprecher Stephan Georg Schmidt. «Eine solche Vermischung der Religionen und Gottesvorstellungen soll vermieden werden.»


«Perfide Argumentation»

Die «Aktion Humane Schule», in der nach eigenen Angaben 700 Lehrer und Eltern organisiert sind, kritisierte die Ausweitung des schon bestehenden Verbots gemeinsamer Gottesdienste nun auch auf andere Feiern wie zum Beispiel Adventssingen. Andersgläubige dürften nur noch teilnehmen, wenn sie unbeteiligt dabeistünden, kritisierte Verbandschef Träbert.

«Das ist eine geradezu perfide Argumentation. Es ist doch auch an den katholischen Schulen gang und gäbe, dass alle Kinder an der Weihnachtsfeier teilnehmen und beim Adventssingen vielleicht auch mal türkische Winterlieder gesungen werden», sagte Täbert. Er appellierte an alle Schulen im Erzbistum Köln, das Verbot zu ignorieren.


Adventssingen nicht verboten

Meisners Sprecher sagte, ein Adventssingen falle nicht in jedem Falle unter das Verbot: Wenn es eher folkloristischen als religiösen Charakter habe, sei dagegen nichts einzuwenden. Auch an Krippenspielen und Martinsumzügen könnten andersgläubige Kinder teilnehmen. Es sei aber wichtig, dass ein Kind zunächst einmal seine eigene Religion richtig kennen lerne, sagte der Sprecher