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View Full Version : Buch - DSA - Die Legende von Assarbad



Voodoo
15.08.2007, 14:05
<div style="background-color:#8b4545;width:100%;height:5px;" target="_blank"><img src="images/spacer.gif" width="1" height="5"></div><table bgcolor="#ffffff" border="0" cellspacing="10" width=100% background="http://articles.myrabbits.de/GERtranz.jpg" style="background-repeat:no-repeat"><tr align="left"><td width="50"></td><td width="150"><img src="http://images-eu.amazon.com/images/P/3453094956.03.LZZZZZZZ.jpg" width="150" border="0"></td><td>DSA - die Legende von Assarbad

Kategorie:<br>Fantasy, Deutschland 1996

Autor(en):<br> Jörg Raddatz

Verlag und Anzahl Seiten:<br>Heyne Verlag, 288

Preis:<br>gebraucht ab 10,00€ bei Amazon (hhttp://www.amazon.de/gp/offer-listing/3453094956/ref=dp_olp_3/302-0271099-1099276)</td></tr></table><div style="background-color:#8b4545;width:100%;height:5px;" target="_blank"><img drc="images/spacer.gif" width="1" height="5"></div>


Inhalt:



"Seid gewarnt vor Assarbad!" So klingt es in den Träumen des aranischen Prinzen Arkos. Doch wer ist die verschleierte Frau, jene Traumgestalt, die diese rätselhafte Warnung überbringt? Und was verbindet den vor Jahrtausenden verschollenen Magiermogul Assarbad mit dem gefürchteten Borbarad, einem anderen Schrecken der Vergangenheit, der bis in unsere Tage wirkt? Prinz Arkos begibt sich auf eine gefahrvolle Queste.
Die Geschichte spielt in mehreren Zeiten und doch gleichzeitig. Das heißt, sie beschäftigt sich mit der Laufbahn Tharsonius von Bethanas und gleichzeitig mit den Träumen und den darauffolgenden Taten des Prinzen von Aranien, Arkos. Doch warum glaubt Tharsinion Sohn eines mächtigen Magiers zu sein, warum sieht er exakt so aus wie sein Bruder und warum ist dieser Bruder Rohal der Weiße? Geschickt setzt Jörg Raddatz verschiedene Handlungsteile aneinander und spinnt so eine teils interessante Geschichte, deren Handlungen sich unmittelbar berühren obwohl über 400 Götterläufe zwischen ihnen liegen.

Dafür wechselt Jörg Raddatz etwa alle fünf Seiten die Perspektive und die Zeit. In dem eigentlichen Hauptplot wiederum gibt es drei Gestalten, über die er intensiv erzählt: Prinz Arkos, seine Verlobte Eleonora und Prinz Arkos Schwester (die uns in dem aktuellen Zeitgeschehen besser bekannte) Dimiona, die ihre Ränke um Aranien spinnt. Der Prinz wird von einer „schönen Dame in Schleiern“ in seinen Träumen darauf eingeschworen, gegen den angeblich wiederkehrenden Magiermogul Assarbad zu kämpfen. Dass dieser aber bereits vor 400 Jahren wiederkehrte, ist für den eigentlichen Arkos–Plot unerheblich, wird quasi doch nebenbei die Geschichte von Borbarad erzählt und eben dieser hat mit Assarbad was gemein.

Auf der gefahrvollen Reise von Prinz Arkus, um das prophezeite herannahende Übel zu beseitigen, stößt der "Held" dabei auf bekannte aventurische Persönlichkeiten, wie z.B. Tarlisin von Borbra (siehe hier (http://forum.myrabbits.de/showthread.php?t=12621)) und seine Frau Mara, die allerdings nichts zur Handlung beitragen. So gelingt es Raddatz die Personen zu seinen später folgenden Romanen „Sphärenschlüssel (http://forum.myrabbits.de/showthread.php?t=12621)“ und „Blutrosen (http://forum.myrabbits.de/showthread.php?t=12621)“ vorzustellen. Durch die witzige Situation, dass die zwei Zeitgeschehnisse oft (zumindest am Ende) am selben Ort spielen, gelingt es Raddatz, eine Menge Berührungspunkte zwischen den Zeiten zu schaffen.


Der Autor:


Jörg Raddatz (Jahrgang 1971) ist einer der Autoren von FanPro, die "Das Schwarze Auge" besonders stark mit ihren Werken geprägt haben. Neben vielen Abenteuern die Jörg Raddatz geschrieben hat, hat er auch an sehr vielen Spielhilfen mitgearbeitet. Seit Ende 2006 ist er Chefredakteur für Myranor im Programm bei Ulisses Spiele.


Eigene Meinung:


Der Prolog des Buches verwirrt den Leser erst einmal vollständig. Dort tummeln sich Hexen in einem Wald, jagen einen jungen Burschen und scheinen so gänzlich nicht in den Plot zu passen. In der weiteren Geschichte werden Szenen wie diese häufiger vorkommen und den unwissenden Leser in der Luft hängen lassen, da diese Szenen bis zum Ende nicht aufgeklärt werden. Doch wer sich in der umfangreichen Welt von "Das schwarze Auge" zuhause fühlt und tief in der Materie um Borbarad steckt, kennt die Zusammenhänge, die sich vor allem auch in späteren Büchern bzw. Abenteuer aufzeigen. Daher ist das Buch für DSA Anfänger oder für Personen, die nicht soviel Hintergrundgeschichte von DSA kennen völlig ungeeignet. Denn die eigentliche Story schwächelt an allen Kanten und Ecken.

Die Einführung eines kränklichen Prinzen Arkos Schah II., der in der Vergangenheit lebt und seinen ruhmreichen Vorfahren nacheifert, ohne jegliches Gespür oder Interesse für gegenwärtige politische oder gesellschaftliche Verhältnisse, reißt den Leser nicht gerade mit. Ein geplantes Komplott, das ihm nach dem Leben trachtet, um seine Schwester Dimiona von Zorgan an die Macht zu bringen, ist zwar eine reizvolle Idee für einen solchen Roman, allerdings kommt diesen Ränkeschmiedereien und politischen Geheimbünden nur eine kleine Rolle zu und bleibt für den Leser wenig fesselnd. Auch die anderen Personen, die aus seinem Umfeld, also Familie und Bedienstetenkreis stammen, wirken eher zweidimensional und ohne charakterliches Profil.

Als einzige Ausnahme kann man des Prinzen Verlobte Eleonora von Revennis betrachten, von der man noch so manches bezüglich ihrer Kindheit, abgebrochenen Magierausbildung sowie Geweihtenschaft erfährt. Sie wird im Laufe des Romans zu einer der Hauptpersonen. Ich hatte allerdings nicht den Eindruck, dass ihre Handlungen irgendeine Auswirkung auf das Voranschreiten der Erzählung hätte. Vielmehr scheint die wichtigste Aufgabe dieser Figur diejenige zu sein, dem Buch mehr Volumen zu geben und die doch ziemlich langweilige Geschichte ein wenig facettenreicher zu gestalten. Das gelingt aber leider nicht wirklich.

Im Endeffekt geht es im Roman darum, die Jugend und den Werdegang des Schwarzmagiers Borbarad zur Zeit des weisen Herrschers Rohal näher darzustellen. Dies, obwohl eigentlich eine Nebenhandlung, wird aufgrund des schwachen, langweiligen Haupthandlungsstranges für den Leser zum zentralen Punkt des Interesses. Sein Weg aus der Gosse Bethanas über die Kusliker und Puniner Magierakademien hin an die Seite des größten Herrschers dieser Zeit und die anschließende Abspaltung von diesem wird wohl für den größten Teil der Leserschaft, vor allem dann wenn man auch selbst Spieler des Schwarzen Auges ist, eine Fülle interessanter Hintergrundinformationen liefern.

Im Großen und Ganzen versucht der Autor zwei Handlungsstränge, die mehrere Jahrhunderte auseinander liegen, zu vereinen. Der einzige Kontaktpunkt der beiden getrennten Erzählungen ist das kleine aranische Dorf Borbra, wo sich Arkos’ Geschichte vor dem Hintergrund „borbaradianischer“ Vergangenheit abspielt. Eigentlich ist dies, wie ich finde, eine interessante Herangehensweise an das Schreiben eines Romans, lediglich ist es Jörg Raddatz nicht so recht geglückt, dies auf gänzlich spannende Art und Weise zu vollführen. Nur geschichtlich bewanderte DSA Fans werden überhaupt erst verstehen können, dass die Handlung in zwei verschiedenen Zeiten abspielt. Alle anderen werden das Buch wohl zweimal lesen müssen, was bei dieser faden Story wohl kaum jemand machen wird.

Zusammenfassend ist wohl zu sagen, dass dieses Buch nur als Hintergrundinformation zu Borbarad nützlich ist, auch wenn es für Spielleiter kaum verwendbare Informationen für die Borbaradkampagne aufweisen kann. Aber wenn man eine spannende, intelligente Intrigengeschichte am aranischen Hof inmitten des politischen Brennpunkts „Mittelreich-Kalifat“ erwartet, wird man enttäuscht sein... Note 4.