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View Full Version : Umwelt/Natur - Warum im Saarland der Boden einbricht



Cobra
26.02.2008, 13:03
Erdbeben im Saarland: Stöße der Stärke vier erschütterten kürzlich die Region. Grund waren unterirdische Leerräume, die der Kohlebergbau ausgehöhlt hat. Krachen diese ein, lösen sie ein Erdbeben aus. 50.000 Schächte durchziehen Deutschland. Die Schäden durch unkontrollierte Einstürze gehen in die Millionen.

http://www.welt.de/multimedia/archive/00516/Erdbeben_BM_Bayern__516896g.jpg

Das schwerste jemals durch den Bergbau ausgelöste Beben erschütterte kürzlich das Saarland. Erdstöße der Stärke vier auf der nach oben offenen Richterskala wurden verzeichnet. Dennoch sind Bergstürze mit nachfolgenden Beben in Kohleabbauregionen nichts ungewöhnliches: Sie sind Folge der durch den Abbau der Kohle hervorgerufenen Bodenbewegungen. Treten diese plötzlich auf, lösen sie Erdbeben. Genau das haben die Bewohner des nördlich von Saarbrücken gelegenen Landkreises Saarlouis erlebt.

Ursache ist ein Vorgang, den die Geologen als „Gebirgsschlag“ bezeichnen. In der Natur tritt er auf, wenn Hohlräume zusammenstürzen, die durch das Auswaschen löslicher Minerale durch eindringendes Wasser geschaffen wurden, wie es beispielsweise in Salzstöcken der Fall ist. Das geschieht relativ selten. Aber überall dort, wo in Bergwerken Gestein abgebaut wird, in diesem Fall die Steinkohle, ist diese Gefahr groß.
Die Kohle lagert in Schichten, den sogenannten Flözen. Im Gegensatz zu früher, wo sie mit einer Hacke oder später dann einem Presslufthammer angegangen wurden, werden sie heute aus wirtschaftlichen Gründen in großer Tiefe in ihrer gesamten Breite mit hydraulisch betriebenen Schneidemaschinen abgefräst. Um zu verhindern, dass die im Flöz arbeitenden Bergleute beim Vorrücken der Schneidemaschinen von Gestein erschlagen werden, das von der Grubendecke fällt, werden die Abbaustrecken mit hydraulischen Stempeln abgestützt. Ist das Grubenfeld abgebaut, werden die Stempel ausgebaut, und der Leerraum bricht langsam ein, wenn er nicht verfüllt wird. Geschieht dieser Einsturz jedoch plötzlich, liegt ein Gebirgsschlag vor.

Der bisher stärkste ereignete sich am 13.März 1989 bei Völkershausen in Thüringen. Damals kam es nach einer Sprengung beim Zusammenbruch eines größeren Feldes im Schacht des Kali-Bergbaus an der Oberfläche zu einem Erdbeben der Stärke 5,6. Bei diesem Beben, das bis zu 300 Kilometer weit zu spüren war, wurden fast 80 Prozent der Ortsbebauung beschädigt. Ein weiteres Beispiel ist Theuschenthal bei Halle am 11.September 1996. Hier war ein großer Teil des Kali-Bergwerks auf einer Fläche von zweieinhalb Quadratkilometern zusammengebrochen. Das ausgelöste Beben erreichte die Stärke 5,5 und wurde sogar weltweit von Seismografen registriert.
Die Erscheinungsformen des Bergschadens sind vielfältig: Mauerrisse an Häusern oder Schiefstellung der Gebäude, Risse oder Aufwölbungen bei Straßen oder gar Rohrbrüche, „verzogene“ Abwasserkanäle und Eisenbahnschienen, zum Überlaufen gebrachte Schifffahrtskanäle, in ihrem natürlichen Lauf gestörte Bäche und Flüsse, sodass Eindeichungen, Gewässerumlegungen und der Bau von Pumpwerken notwendig sind.
Auch Aufwuchsschäden bei land- und forstwirtschaftlichen Flächen wegen eines veränderten Grundwasserspiegels treten auf – nicht zuletzt die Tagebrüche, bei denen Krater im Boden entstehen. Sie sind Folge des oberflächennahen Abbaus, nämlich dann, wenn alte Gruben zusammenbrechen. Das ist vor allem im südlichen Ruhrgebiet der Fall, in Dortmund, Witten, Hattingen und Bochum, wo die Kohle dicht unter der Erdoberfläche lag.

ährlich 50 bis 70 solcher Bergschäden sind normal, denn das Revier ist löchrig wie ein Schweizer Käse: 10.000 der 50.000 Schächte, aus denen die Kohle gefördert wurde, durchziehen den ehemaligen „Pott“. Theoretisch, so sagen Fachleute, könnten Besucher unterirdisch durch das ganze Ruhrgebiet wandern. Das Saargebiet steht dem nicht nach. Und leider sind diese Einstürze kaum zu vermeiden – denn das Füllmaterial ist meist nicht so kompakt wie die Kohle.

http://www.welt.de/wissenschaft/article1725077/Warum_im_Saarland_der_Boden_einbricht.html

Deadman
26.02.2008, 18:49
Mhm, kenn ich das Problem. Sowas haben die aus der Region aus der ich stamme ebenfalls. Jaja.. ich kann mich noch gut an mein erstes Beben erinnern...

Voodoo
27.02.2008, 09:40
Da haben wir im Raum Stuttgart Glück. Dort habe ich in meinen 29 Jahren erst zwei Erdbeben erlebt. Nur eins war stark genug, dass das Geschirr im Schrank etwas schepperte. Da ich da schlief, hab ich aber gar nichts von mit bekommen :).

greenmachine
27.02.2008, 09:43
Jupp, da haben wir hier in der Gegend echt Glück.
Ich hab mal eines mitbekommen das is ungefähr 3 Jahre her. Das war auch nachts, bin deshalb geweckt worden... da haben dann au die Gläser gescheppert. Aber mehr zum Glück nicht.

Voodoo
27.02.2008, 09:44
Jo, das war das Beben, von dem ich sprach.

greenmachine
27.02.2008, 09:48
Ah, das hat dann aber relativ weit gereicht. Zu der Zeit hab ich noch in Deizisau gewohnt.

Wobei soweit is das ja au net auseinander.... :grübel:

Castor
27.02.2008, 11:17
ich finds auch äußerst riskant. Die haben ja bspw. zum Teil auch Stollen unter der Rhein gegraben, das ist ebenfalls sehr katastrophen-verdächtig. Am besten, die Subventionen einstellen, deutsche Kohle braucht eh kein Mensch