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Nirvana
04.03.2008, 10:42
gestern rein zufällig beim Surfen einen super tollen Artikel auf welt.de (http://www.welt.de/webwelt/article1721723/Wie_MP3_die_Qualitaet_der_Musik_zerstoert_hat.html ) gelesen. Aber schaut einfach mal selber. Ein schönes Thema um auch drüber zu diskutieren, wie ich finde.


Digitalisierung
Wie MP3 die Qualität der Musik zerstört hat

Die Musikindustrie hat ein Problem: Junge Fans pfeifen auf Klangqualität. Sie hören Musik in Form von MP3-Dateien, nutzen lausige Anlagen mit schlechten Lautsprechern oder krächzende Handys. Noch schlimmer: Viele Produzenten verhunzen im Lautstärkewahn die Tonabmischungen. Doch nun formiert sich Widerstand.

Es gab eine Zeit, da war eine gute Musikanlage so wichtig wie ein PS-starkes Auto. Glasklar sollte die Musik klingen. So, als stünden Sänger, Band oder Orchester tatsächlich im Wohnzimmer. Zugleich legten Musikproduzenten ihre Erfahrung in die Wagschale, um die Lieder präzise und mit viel Dynamik aufzuzeichnen. In Eric Claptons „Tears in heaven“ schienen die Gitarrensaiten aus dem Lautsprecher zu springen; Clapton flüsterte seinen Text und erzwang Aufmerksamkeit. Doch mit den grazilen Tönen ist es vorerst vorbei.

Die Klangqualität hat sich dramatisch verschlechtert – in allen Bereichen. iPods und PC-Lautsprecher ersetzen die Stereoanlage, quäkende Handys den basslastigen Gettoblaster. Von der CD oder der Schallplatte werden die Lieder ins MP3-Format gequetscht, wodurch sie teilweise deutlich an Klangqualität verlieren. Selbst vor der Musikproduktion macht der Zeitenwandel nicht halt: Toningenieure werden von den Plattenfirmen gedrängt, die Stücke mit einer konstant hohen Lautstärke („Pegel“) aufzunehmen – um sich im Radio gegen die lärmende Werbung und die Lieder der Konkurrenz durchzusetzen. Mancher Musiker und Produzent spricht vom Loudness War.

MP3 tötet die Details der Musik

Eine Ursache für den Niedergang ist der Siegeszug der MP3-Dateien. Das digitale Format staucht Musik teilweise auf ein Zehntel der ursprünglichen Größe zusammen. Dabei werden Töne entfernt, die das menschliche Ohr theoretisch nicht wahrnimmt – etwa besonders tiefe oder besonders hohe Klänge. Doch selbst Laien bemerken Qualitätsverluste. Grund: Viele MP3-Stücke sind mit einer Datenrate von 128 Kilobit pro Sekunde (kbps) komprimiert. Bei diesem Wert registriert ein normales Gehör, dass die höchsten Töne abgeschnitten worden sind. „Erst bei rund 192 Kilobit pro Sekunde nehmen die meisten Menschen keine Unterschiede im Vergleich zur CD mehr wahr“, sagt Volker Zota von der Zeitschrift „c’t“.

Zwar verkaufen mittlerweile alle Internet-Musikshops ihre Lieder in der höheren Qualität. Auf den Festplatten vieler Verbraucher lagern aber noch etliche 128-kbps-Dateien. Sie stammen aus Zeiten, als die Bandbreiten im Internet gering waren.

Entscheidender ist aber wohl der Mentalitätswandel, den das MP3-Format mit sich gebracht hat. „Viele Verbraucher meinen, dass man hier und da einfach ein paar Details einsparen kann“, sagt Dalibor Besic vom Fachmagazin „Stereoplay“. Wer MP3s hört, benötigt keine High-End-Musikanlage für 3000 Euro, die feinste Details hörbar macht. Zahlen des Marktforschungsunternehmens GfK belegen: Wer sich heute überhaupt eine Anlage aus Einzelbausteinen leistet, zahlt dafür durchschnittlich nur 800 Euro. MP3 zerstört die teure Liebe zur klanglichen Perfektion.

Berüchtigt ist das MP3-Format zudem für den Ermüdungseffekt. „Das Gehirn muss die gestrichenen Klangteile des Liedes wieder hinzurechnen“, sagt Besic. Diese These vertreten das „Stereoplay“-Magazin und viele Hifi-Enthusiasten seit Jahren, sie ist jedoch umstritten. Einige Wissenschaftler halten die Ermüdungserscheinungen für eingebildet. Die Debatte erinnert an die der CD-Einführung Anfang der 80er-Jahre. Bei der CD gibt es bei kein Knistern mehr wie bei der Schallplatte. Doch die CD stellt keine Frequenzen über 20.000 Herz dar und entfernt damit Klanginformationen, die das Gehirn möglicherweise unbewusst wahrnimmt. Audiophile Fans sehen im MP3-Format demnach die Steigerung der CD-Misere.

Die Ausstattung in den Wohnzimmern

Mit dem Erfolg der MP3 geht der Niedergang der HiFi-Industrie einher. Die Verkaufszahlen von Musikanlagen sinken seit Mitte der 90er-Jahre. Allein in den vergangenen drei Jahren ging der Absatz laut GfK um gut 20 Prozent zurück. In den Wohnzimmern bestimmen Trendprodukte das Bild. Bei jüngeren Verbrauchern steht meist der Computer im Mittelpunkt, der die MP3s über PC-Lautsprecher wiedergibt. „Die sind dafür gemacht, dass sie bei Spielen ordentlich rumpeln“, sagt „c’t“-Experte Zota. Das ist vielleicht bei der Wiedergabe der Explosionen in einem Ballerspiel sinnvoll. Beim Musikhören aber enttäuschen solche Boxen.

Andere Verbraucher benutzen ihren iPod mit Aufstecklautsprechern, auch Minianlagen wie Boses „Wave Music System“ feiern Verkaufserfolge. An das klangliche Volumen einer ausgewachsenen Standbox kommen auch sie freilich nicht heran.

Wer sich dann doch zum Kauf einer hochwertigen Musikanlage durchringt, greift meist zu Heimkino-Systemen. Das sind Mehrkanal-Anlagen mit bis zu acht Lautsprechern und mehreren Endstufen. Ihr Fachgebiet ist die Wiedergabe von DVDs, wo sie dank Subwoofern einen druckvollen Bass hervorzaubern.

Der Zuschauer erlebt ein Erdbeben im Film auch körperlich, weil seine Regale zu wackeln beginnen. Nur: Im Vergleich zu reinen Stereoanlagen enttäuschen manche Heimkino-Systeme. So sind einige Subwoofer zu unpräzise für die Musikwiedergabe. Vor allem aber ist Qualität im Vergleich zu Stereoanlagen deutlich teurer. „Das Budget muss durch viel mehr Einzelteile geteilt werden als bei einer Stereoanlage“, sagt „Stereoplay“-Fachmann Besic. Für 1000 Euro gibt es zwar eine passable Stereo-, aber nur eine lausige Heimkinoanlage. Laut GfK geben die Deutschen durchschnittlich nur etwas mehr als 400 Euro für Heimkino-Komplettsysteme aus – und 800 Euro, wenn diese aus den Einzelbausteinen Verstärker, CD-Player und Lautsprecher-Boxen bestehen.

Musikproduzenten bügeln die Aufnahmen platt

Doch nicht nur miese Lautsprecher verschlechtern die Klangqualität. Auch Musikproduzenten tragen dazu bei. Seit Mitte der 90er-Jahre machen sie ihre Lieder immer lauter. In der Popmusik, beim Hip Hop, Rock und bei elektronischer Tanzmusik gibt es praktisch keine leisen Passagen mehr. Zugleich haben Musikaufnahmen ihre Dynamik verloren. Die Mitten werden betont, sehr hohe und feine Klänge fehlen dagegen häufig, ebenso sehr tiefe Bässe. Die Idee dahinter: Die Lieder sollen knallen und sich gegenüber der ebenfalls lauten Werbung im Radio oder Nebengeräuschen in der Kneipe behaupten.

Hinzu kommt, dass Tontechniker immer häufiger mit ein paar Klicks den Klang von Rockbands und Popsängerinnen manipulieren. Mit Computerprogrammen glätten die Ingenieure Kanten, eliminieren kleinste Fehler. So wird etwa die Tonhöhe des Gesangs nachträglich exakt justiert; und das von Hand gespielte Schlagzeug klingt nach der Bearbeitung am Rechner zwar präzise, aber maschinenartig und irgendwie immer gleich. Vom eigenen Sound der Musiker bleibt nicht mehr viel.

„Daneben spielt die meist knappe Zeit wegen geringerer Budgets eine Rolle. Früher hatte man deutlich mehr Produktionszeit, was sich natürlich unterm Strich auch in besserer Qualität und Kreativität niedergeschlagen hat“, sagt Gerhard Wölfle, Leiter der Dorian-Gray-Studios in Eichenau bei München. Wölfle hat mit den Bands Guano Apes, Reamonn und den Donots CDs aufgenommen. Früher galt für solche Alben um die sechs Wochen Produktionszeit als Richtwert. Heute sind die Studio-Profis zufrieden, wenn ihnen Musikindustrie und Künstler die Hälfte des Zeitraums einräumen. Gerhard Wölfle meint: „Übertriebene Lautstärke durch massivsten Einsatz von Kompressoren und Limitern gibt vielen Produktionen dann definitiv den Rest.“

Ein Musterbeispiel für ein extrem lautes Album ist das Album „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ der englischen Band Arctic Monkeys von 2006. Der voll aufgedrehte Mix schaffte es in der Gunst des Publikums schnell nach oben. Die Single „I Bet You Look Good On The Dancefloor“ (siehe MySpace-Profil der Band) wurde zum Nummer-eins-Hit.

Natürlich ist das Laute dabei auch Stilmittel. Die Aufnahmen sollen die Hörer sofort packen und zum Tanzen verleiten, diese Maxime gilt spätestens seit dem Siegeszug des Techno. Auch Punks, Metalbands und Jazzer nutzen die Technik seit Jahrzehnten. Sie spielen mit Absicht an den Klangreglern herum, bis die Instrumente und Gesänge bei Aufnahmen – und im Konzert – krachig, verzerrt und aggressiv klingen.

Die Resultate sind eine Geschmacksfrage, die Kritiker spaltet. „Californication“, das finanziell erfolgreichste Album der US-Band Red Hot Chili Peppers, zählt mancher Hifi-Freund zu den grausamen Höhepunkten der Super-Lautstärke. Andere erfreuen sich am „herrlich virtuosen Krach“ (siehe Rezension bei WELT ONLINE).

Die Gegner dieses Trends stört jedoch, dass die größtmögliche Lautstärke zum Gesetz der Musikproduktion geworden ist. Nuancen wie sehr leise eingesetzte Instrumente gehen verloren. Matt Mayfield, der ein zweiminütiges Lehrvideo zum Lautstärke-Krieg auf YouTube veröffentlicht hat (siehe auch: Bildergalerie), sagte in einem Interview, dass dieser Krieg tote Musik hervorbringe. "Das ist, wie einer Waschmaschine zuzuhören", sagt der US-Toningenieur.

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Sein deutscher Kollege Wölfle findet zwar, dass die Qualität der Produktionen nachgelassen hat. Er warnt jedoch vor pauschalen Urteilen, weil sich die Gewohnheiten der Musikhörer verändert haben: "Heute empfinden viele die stark komprimierten Audio-Signale als normal."

Die neue Zuversicht in der Branche

Einige Experten hoffen nun auf eine Gegenbewegung in der Branche. Auch dieses Mal soll der Impuls vom Computer ausgehen. Denn die Bedeutung des MP3-Formats nimmt ab. Die Übertragungsgeschwindigkeit im Internet hat sich dank DSL vervielfacht. Auf den Festplatten der Computer ist heute meist so viel Platz, dass das Zusammenstauchen der Musik kaum mehr nötig ist. So sind neue Formate auf dem Vormarsch, die der Musik mehr Platz zugestehen – sogenannte verlustfreie Formate wie Apple Lossless, Flac oder MPEG 4. Sie komprimieren die Lieder, ohne Informationen zu löschen. Den Hörern fallen so wieder die Details in den Musikstücken auf. Ein Grund, endlich in eine hochwertige Stereoanlage zu investieren.

Auch unter den Produzenten gibt es einen Sinneswandel. Schluss mit dem aggressiven Lärm, meinen die Begründer der Kampagne „Turn Me Up!“. Das lässt sich mit „Einfach aufdrehen!“ übersetzen. „Heutzutage haben die meisten Künstler das Gefühl, dass ihnen keine andere Wahl bleibt, als ihre Aufnahmen so laut wie möglich zu mastern“, sagen die Initiatoren, darunter der US-Toningenieur Charles Dye, der mit Aerosmith und Shakira gearbeitet hat. Sie wollen eine Kennzeichnung auf CDs durchsetzen.

Die Plattenkäufer sollen künftig auf einen Blick sehen, ob eine Aufnahme Mindestanforderungen an die Dynamik mit hörbaren Unterschieden von laut zu leise und einem Spektrum an hohen, mittleren und tiefsten Tönen erfüllt. So wie in den späten 80ern und frühen 90ern, als selbst brettharte Bands wie Nirvana mit „Smells Like Teen Spirit“ noch vergleichsweise leise klangen.

Die Kampagne hat auch in Deutschland Freunde gefunden. „Vielleicht verständigen sich ja die paar wenigen wirklich bedeutenden Toningenieure darauf, einfach ein paar Dezibel zurückzufahren“, sagt Gerhard Wölfle. Schließlich kann eine leise produzierte CD auch laut sein: Der Musikfreund muss nur den Lautstärkeknopf am Verstärker aufdrehen.

Voodoo
04.03.2008, 11:03
Hab nicht den ganzen langen Artikel gelesen. Aber ich achte schon seit Jahren drauf, dass ich meine Lieder fürs Auto in 192kilobit encode. Angefangen mit 96kbit bin ich jedoch schnell auf mind. 168kbit gegangen. Ich kann nichts damit anfangen meine Songs in schlechter Qualität zu hören nur um Platz einzusparen.

Nirvana
04.03.2008, 11:18
192kb ist bei mir ebenfalls das minimum, drunter wird es bei Musik einfach zu schlecht bei mp3`s ... aber ich höre auch viele Sachen in flac und bin damit auch sehr zufrieden, weil es gegenüber einer CD auch wirklich verlustfrei ist :)

was mich allerdings auch ärgert sind die Musikproduzenten, die sich erlauben Musik einfach nicht mehr vernünftig aufzunehmen und zu mastern ...

Video anschauen ;)

clubic
04.03.2008, 12:41
http://www.burmester.de

kauft mir jemand ne Anlage???

The Nemesis
04.03.2008, 12:56
Naja, die X-Fi Serie von Creative war auch ein durchschlagender Erfolg (ich besitze ebenfalls eine) und auf der hört man die miese Qualität von 128kbit mp3s sehr deutlich.
Aber was soll man dazu sagen?
Sowohl Hifi-Anlagen Hersteller, als auch Musikproduzenten haben das digitale Zeitalter verschlafen.

Als die mp3 neu war, waren Festplatten noch nicht so gigantisch wie heute.
Es war doch eine Revolution, Musik verschiedener(!) CD's auf der Festplatte im mp3-Format hören zu können, ohne ständig die CD zu wechseln.

Ich bin noch früh genug geboren, um mich an die Zeiten als kleiner Scheißer zu erinnern, in der ich die Musik aus dem Radio auf Kassette aufgenommen hatte.
Plötzlich kamen die Tauschbörsen, die mp3s anboten.
Da kommt zu der kleinen Festplatte auch noch die kleine Bandbreite ins Spiel.
Ich erinnere mich noch sehr gut, wie die Telekom bei DSL damit warb, dass man mp3s zwölfmal so schnell runterladen könne!
Davor gurkten alle mit ISDN herum, wer konnte da denn auch schon an FLAC denken?

Was ich damit sagen will: Es waren alles ziemlich logische Entwicklungen.
Heute sind Festplatten groß genug um sich Sammlungen auf FLAC anzulegen, wie Nirvana bereits erwähnte.
Wenn die Festplatte doch mal voll wird, brennt man auf DVD, oder bald auf Blue-Ray, null problemo!
Warum die 128kb/s mp3 noch recht beliebt ist, ist doch alleine nur weil mp3 Player und Handys noch so wenig Platz bieten.
Und bei den Popelkopfhörern die man beim Kauf dazu bekommt hört man den Unterschied zu einer höher encodierten mp3 sowieso nicht.
Auch der Siegeszug des Laptops ist im Moment noch ein Grund, warum 128er mp3s noch beliebt sein werden, da Laptop Lautsprecher ja wirklich unter aller Sau sind. Jedoch ist sich über dieses Faktum so gut wie jeder Laptop Besitzer klar.
Ich bin nicht genau im Bilde was Microsoft mit Windows Vista in Sachen Sound verändert hatte, aber sie haben Creative ja irgendwie extrem ins Bein geschossen, kP ob dadurch die Sound Qualität am PC auch wieder leiden wird.

Aber alle diese Faktoren, die dagegensprechen, ändern nichts daran, dass der Siegeszug der neuen qualitativ hochwertigeren digitalen Musik auf dem Vormarsch ist.
Für 50€ bekommt man problemlos einen guten Kopfhörer, auf dem man den Klangunterschied zu schäbigen Mp3s schon hören kann und dieser Kopfhörer ist sowohl für die Laptop, als auch die Desktop-PC Fraktion geeignet.
Die onboard-Soundkarten werden ja schließlich auch immer besser.

Und zu dem Punkt, dass Musikproduzenten die Musik so laut mischen.
Es tut mir ja Leid, aber das ist die Präferenz der Jugend.
Das ist der Siegeszug des Metal und der damit einhergehende härtere Rock.
Die Jugend will es doch _genau_ so haben.
Das liest sich gerade nach einem Clapton-Fan, der gegen den Musikgeschmack der heutigen Jugend wettert.

Hm, einiges davon steht schon im Schlussteil, den ich als Einziges nicht gelesen hatte lol.
Naja, aber so eine Offenbarung ist für mich dieser Artikel halt ehrlich gesagt nicht, es ist eher eine zeitgeschichtliche Aufarbeitung vom Beginn der mp3s bis heute.

Nirvana
04.03.2008, 14:44
Ich sag mal so: ich habe ca. 350+ original CDs zu Hause, die ich sehr gerne auf meiner HiFi Anlage höre und da gibts wirklich qualitative Unterschiede, wenn man sich neuere Aufnahmen im Vergleich zu älteren CDs anhört.

und so alt bin ich nun auch wieder nicht, dass ich sage: ich mag es wenn der Pegel generell so hochläuft, dass man Unterschiede auf relativ guten Anlagen nicht mehr wahrnehmen kann aber dafür alles super laut ist.

Obwohl ich von Neuerscheinungen schon viel Abstand genommen habe bleibt für mich festzustellen: da hört sich nicht ohne Grund Vieles von gleich an. ;)

MaX PoWeR
04.03.2008, 16:30
Wenn man mal sieht, was heutzutage grossteils für Musik produziert wird, macht die Tonquallität auch kaum noch nen Unterschied :( Bestes Beispiel hab ich heute erlebt, endlich mal dran gedacht, neue CDs mitzunehmen ins Auto, darunter meine The Who CD, die ich aber aufm Schiff (dafür hatte ich die CDs "gemacht" ^^) nur anspielen konnte, danach gabs zuviel Gemeckere von den anderen :wallbash: Heute komme ich also in den Genuß, die mal etwas weiter zu hören, und bei Lied 7 denke ich plötzlich, wie kommt denn Limp Bizkit mit "Behind Blue Eyes" auf die Scheibe, wobei mir natürlich im selben Augenblick klar wurde, dass LB das nur gecovert hat und das Original von The Who ist. Macker, die Version von The Who ist 10 mal - ach was sag ich, 100 mal geiler als die von LB! Ich mocht das Lied vorher nicht besonders gerne, jetzt schon ;)

Thema hab ich ja gestern schon mit Basti besprochen und teile seine Meinung, und das Video ist sehr heftig..

Sleip`
04.03.2008, 18:52
interessanter artikel, wieder was neues dazugelernt, denn aufgefallen ist mir in dieser richtung bisher kaum etwas. liegt aber wahrscheinlich auch mehr daran, dass ich allgemein sehr sehr wenig musik höre und ich meine letzte cd bestimmt vor 8 jahren gekauft habe... dennoch schade, dass aktuell so wenig auf qualität geachtet wird. :|

Sgt Ultra
04.03.2008, 19:00
interessanter artikel, wieder was neues dazugelernt, denn aufgefallen ist mir in dieser richtung bisher kaum etwas. liegt aber wahrscheinlich auch mehr daran, dass ich allgemein sehr sehr wenig musik höre und ich meine letzte cd bestimmt vor 8 jahren gekauft habe... dennoch schade, dass aktuell so wenig auf qualität geachtet wird. :|

mal unterschreib *g*

rage
04.03.2008, 19:15
ich bin der totale klangfetischist. natürlich hab ich nicht die knete mir ne paar tausend euro anlage zu leisten, aber nach ein paar jahren waren boxen von canton und ein denon receiver schon drin. der klangunterschied zu meinem uralten grundigreceiver davor war ENORM. vor allem bei rockmusik, wo sonst meist schlagzeug und gitarre zu einem einheitskrach verkommen.
von cd's die mir gefallen hab ich ausschließlich die originalversion. von mp3's ausm internet bin ich schon lange weg und hab ich auch eher selten gezogen, eher zum probehören.
für meinen mp3 player rip ich nur 320kbit von originalcd's. man hört so viele details von liedern, die einem vorher bei schlechterer quali nie aufgefallen sind bzw. man hörte sie einfach nicht. bei musik mach ich keine kompromisse ;)

aber wenn die produzenten von haus aus schon schlechtere quali liefern ist dass natürlich weniger schön.

ich geb nirv total recht. wenn ich mir z.b. the minds eye von stiltskin aus dem jahre 94 anhöre kommt kaum eine heutige rockplatte an den glasklaren sound von damals heran.

greenmachine
04.03.2008, 20:27
Wenn man mal sieht, was heutzutage grossteils für Musik produziert wird, macht die Tonquallität auch kaum noch nen Unterschied :(

Ja, leider ...

Ich achte auch immer auf gute Quali meiner mp3s. Schlechte haben bei mir keine Chance. Ich will ja schließlich den Song noch genießen können.

MaX PoWeR
04.03.2008, 21:04
Also mein Beileid an Sleip und Ultra, wie könnt ihr nur ohne (gute) Musik überleben?? ^^

The Minds Eye von Stiltskin jaja... Das Album hab ich auch hier original im Regal. :) Finde das Lied aus dem Video, bzw den Anfang davon, aber auch ziemlich geil, weiss jemand wer bzw was das ist?

Myrie
05.03.2008, 04:51
Ich halte mich, genau wie Rob, für einen absoluten Klangfetischisten. Ich hab mir damals,als ich damit anfing, ab und zu SOngs von befreundeten Bands zu mastern, von meinem Ersparten direkt mal ein Marian UCON Soundsystem angeschafft - wer braucht schon normale Soundkarten :lol: - was dann via Harman/Kardon 630 auf die total untypischen,alten, aber einfach guten Marshall 4x12" Gitarrenboxen mit Vintage Greenbackspeakers geht. Dass dadurch der Audioteil meines PCs in etwa 3x so teuer wie der eigentliche Computer war, nehme ich dankend hin, da ich dafür das mir mit meinem Möglichkeiten erreichbare Optimum an Klangqualität erreiche - oder zumindest recht nahe dran bin.
Ich finde es ebenso auffällig, dass bei neueren Produktionen generell mehr auf Quantität als auf Qualität wert gelegt wird. Sei es Hip-Hop, Rock, Pop, Schlager, völlig egal,die Devise derzeit scheint "wir brauchen mehr Klangbrei!" zu sein. Bitte ja keine klar definierten Höhen, keine Fretnoises, keine Snares mehr, lieber einmal mehr dumpf hämmern, und noch ´ne Drumspur einfügen ... . Es gibt seeeeehr wenige Ausnahmen derzeit imho, bei denen man noch "Liebe zum Produzieren" findet. Linda Perry z.b.,die u.a. "Hurt", "Beautiful", "Family Portrait" geschrieben und produziert hat. Ja, ich besitze Alben von Christina Aguilera, und ich schäme mich nicht! :lol:

Back to Topic:
In meinen Augen hat der Wandel zum EInheitsbrei weniger mit der Entwicklung und Verbeitung von MP3 zu tun, als mit einer gewissen Grundtendenz der letzten Jahre, aus bewußtem Abgrenzen der Jugend von der vorangegangenen Generation zu tun. Wie drückt man etwas besser aus, als durch schreien, respektive hier laute Musik? "Ich zwinge euch meine Meinung auf, indem ich so laut Musik höre, bis ihr mcih doof findet!!12drölf" In dem Kontext ist "je lauter,desto besser" natürlich das Maß aller Dinge. Und da 95% der Klientel, die desem Schema folgen, eh nciht wissen, was ein Frequenzgang ist, geschweige denn das Equipment derer überhaupt feinere Unterschiede im Hörerlebnis zuläßt, kann man auch gleich auf Qualität verzichten. "Lieber noch etwas lauter, dann hört´s Oma unten sicher auch!!1" Wenn denn in meiner Theorie ein Quäntchen Wahrheit steckte, wäre MP3 und Folgeformate lediglich Konsequenz aus der Entwicklung, dass die Majorität der Hörer qualitativ hochwertiger produzierte Musik gar nicht erkennen kann, sie also auch nicht nötig ist. MP3 wäre dann nur Ökonomisierung des Speicherplatzes, analog zum Schritt von der Schallplatte zur CD.

Öhm, ja. Viel geschwafelt,wenig gesagt meinerseits :D

Grüße,
Bastü

rage
07.03.2008, 16:00
hab grad von metallica - fade to black angehört, auf meinem laptop!!!! und trotzdem konnte man schön die instrumente heraushören.

wenn ihr mal nen richtig miesen sound hören wollt, empfehle ich PAPA ROACH - LOVEHATETRAGEDY. egal auf welcher anlage man das teil hört, ich denk immer das wär ne ganz miese qual vom radio aufgenommen oder so :D

MaX PoWeR
07.03.2008, 16:01
Ich fand "So far away" von den Dire Straits schon immer kurios, das kann man so weit aufdrehen wie man will, klingt irgendwie immer leise :grübel: