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View Full Version : Die Zukunft der MMOGs



Deadman
14.03.2008, 21:10
Die Zukunft der MMOGs

GDC 2008Während der Game Developer Conference (GDC) 2008 im sonnigen San Francisko, trafen sich führende Köpfe diverser Spieleschmieden zu einem kleinen Palaver rund um das komplexe Thema der Multi Massive Online Games (MMOGs). Was Ray Muzyka von Bioware, Rob Pardo von Blizzard, Matt Miller und Jack Emmert von Cryptic / nc Soft sowie Min Kim von Nexon America dabei von sich gaben haben wir einmal abstrahiert in seinen essenziellen Teilen für euch Zusammen gefasst:

So seien Lizenzen bestehender eingetragener Marken für Fantasy-MMOGs in Zukunft so gut wie unabdingbar, da man sich nur so in diesem überfülltem Markt eine solide Basis an Käufern aus der Fan-Schicht sichern könne, dabei die Investitionen in Marketing und Produktionszeit senke. Andere, wie z.B. Rennspiel-MMOG, bräuchten dabei keine Lizenzen, weil dabei keine komplexe Welten erschaffen werden müssten.

Bei der Frage nach der zukünftigen Plattform war man sich einig, dass man sich uneinig ist. Denn das Milieu des MMOGs sei wieder genauso wichtig wie auch in der Lizenz-Frage. Obgleich man nicht aus den Augen verlieren wollte, dass der PC derzeit, aufgrund der Aufsplittung der Konsolen in Nintendo, Sony und Microsoft, das größte Klienten besäße und unter Aspekten der Infrastruktur und Bedienungsmöglichkeiten am variabelsten sei.

Strittig war man sich auch bei der Frage nach der zukünftigen Art der Einnahmen. Sich gegenüber standen dabei Microtransactions sowie das klassische Abonement. In der Zwischenbilanz zog den Aufschluss, dass es sehr Regionsabhängig sei welche Zahlungsart erträglicher sei. Im asiatischen Raum führen Microtransactions die Einnahmemethoden an, sogar World of Warcraft wird dort in einer ähnlichen Weise angeboten. Während im westlichen Teil der Erde die „X Abonnenten mal Y Dollar“ Rechnung aufgehe. Hybridmodelle wurden nicht ausgeschlossen.

Schlussendlich stellte man fest, dass der Investition in zukünftige MMOGs aus finanzieller Sicht keine Grenzen gesetzt sein, dass dies aber kein Erfolgskonzept sei, sondern sich die bessere Idee auszahlen würde. Man müsse kein neues „Core Game“ entwickeln um genug Profit zu machen. Woraus man schließen kann, dass uns auch in Zukunft spannende Casual Games erwarten. vgl. für mehr Golem.de (http://www.golem.de/0803/58270-4.html)

The Nemesis
14.03.2008, 21:57
Also jede Menge Geschwafel, welches zu nichts führt ;)
Am Ende macht doch eh jede Firma ihr eigenes Ding, aber war sicherlich schön, dass sich alle mal zum Kaffee getroffen haben :D

Deadman
14.03.2008, 22:29
Ja wobei es schön zu wissen ist, dass man den PC nicht als Plattform verlieren möchte.

The Nemesis
15.03.2008, 02:47
Was heißt möchte?
Kann, viel eher.
MMOGs spielt man nun einmal eben mit Maus und Tastatur.
Die RPG-Versionen wegen der Anzahl der Skills, mögliche Shooter-Versionen wegen dem Aiming mit Maus.
Lediglich Rennspiel-MMOGs könnte ich mir gut auf einer Konsole vorstellen, ein Massenrennen mit 60 Fahrern oder ähnliche Späße.
Wobei Rennspiele ja wie im Artikel erwähnt keine sonderlich komplexe Welt erfordern.
Wenn man also an eine Konsole Maus und Tastatur anschließt, wandelt das in meinen Augen eine Konsole automatisch in eine Art PC um.
Und die Konsolen haben alle ein Minimum an Arbeitsspeicher, weil die Konsolen-spiele an sich kein großartiges RAM erfordern.
Die PS3 hat z.B. nur 256MB Rambus+256MB VRAM auf der Graka, die X-Box 360 512 MB Arbeitsspeicher, dafür soweit ich jetzt bei Wikipedia sehe kein VRAM.
Also allzugroß ist der Genuss da bei MMORPGs sicher nicht.
Das heißt, man müsste auf die nächste Konsolengeneration warten, aber wer weiß was für Anforderungen die MMORPGs dann haben werden.

Ich kann jetzt nur vom einzigen MMORPG sprechen, welches ich spiele, Lineage 2, aber das bringt locker jedes Jahr Grafikpatches heraus (was ich sehr bedaure, denn mein lahmer PC hat jetzt plötzliche Probleme mit Lineage 2, die vorher nicht so gravierend waren :D).
Ich weiß nicht wie es bei WoW ist, aber Konsolen haben keinen jährlichen Rhytmus, das macht Lineage 2 zum Beispiel schonmal unmöglich für Konsolen.

Andererseits ist es natürlich nicht unmöglich ein MMORPG für eine Konsole zu programmieren, vorausgesetzt man schließt an die Konsole Maus und Tastatur an und setzt auf die technische Gleichheit aller Geräte.
Dann gibt es eben keine grafischen Updates der Engine.
Bzw. gesonderte Updates für Konsolenspieler, da aufgrund der Gewinnmaximierung jedes MMORPG auch zwangsweise für den PC mitentwickelt wird und diese dann die grafischen Updates mitbekommen.
Erschwerend kommt natürlich noch der Konkurrenzkampf zwischen Sony, Microsoft und Nintendo hinzu, wobei ich es nicht für unmöglich halte, dass man Portierungen für jede einzelne Konsole der nächsten Generation hinbekäme.

Naja, schwieriges Thema, wenn sich die nächste Konsolengeneration RAM-technisch bereit macht wäre da theoretisch nichts unmöglich denke ich.

Deadman
15.03.2008, 13:39
Ich stimme dir zu, dass man ein langfristiges MMORPG effektiver für den PC entwickeln kann, da mit jeder neuen Konsolengeneration die vorherige in die Ecke zum verstauben gestellt wird, während bei einem PC der Übergang fließend ist.

Allerdings sind MMOGs nicht nur Rollenspiele, denke da an MMO' Beat'em Ups, MMO Fifa Spiele, MMO Flugsims, MMO Aufbausimulationen. MMOGs werden jetzt ihren klassischen MMORPG Anzug ablegen, weniger aufgrund von neuer RAM-Technik als aufgrund vom "DSL + Flatrates" -Siegeszug.

Übrigens gehen Gerüchte um, dass man WoW für die Xbox 360 programmieren wolle. Und selbst wenn man an eine Konsole eine Maus und Tastatur anschließen würde, wandle sie sich nicht sofort in einen PC. Genauso wie ein PC mit Kontroller nicht gleich eine Konsole ist. Auch wenn ich glaube, dass sich in Zukunft beide Plattformarten aufeinander zu bewegen werden.

The Nemesis
15.03.2008, 23:59
Naja, das Ziel von MMOGs ist es, Geld zu verdienen durch Zahlungspflicht.
Interessant wird Zahlungspflicht erst, wenn man etwas erreichen kann, das man dauerhaft behält.
Die MMOGs die du aufgezählt hast haben doch alle ihre Grenzen.
Fußballonlinegames werden maximal 22 Spieler pro Spielsession haben.
Das heißt in einem MMOG könntest du quasi nur dich selbst als Spieler spielen.
Und um dauerhaft Leute zu binden müsste sich dieser Spieler weiterentwickeln können. Da wären wir wieder bei den Rollenspielelementen.
Es kommt doch nicht von ungefähr, dass die bezahlbaren Dinge eigentlich alles MMORPGs sind, da du nur zahlst, wenn du besseres Equip, Lvl etc durch Zeiteinsatz erspielen kannst.
Alle MMO-Spieletypen die du aufgezählt hast brauchen doch Rollenspielelemente um die Käufer zu binden.

Und natürlich wird die Konsole nicht zu einem richtigen PC wenn man Tastatur und Maus anschließt.
Aber es wird eben eine Art PC, jedenfalls Gametechnisch.
Das soll ja auch ein Contra gegen die Konsolen sein, kein Pro für die Konsolen.
Denn eine Konsole bietet ja nicht die Multifunktionalität eines PCs.
Während des MMORPGs einfach mal per alt+tab aus dem Game raus und surfen. Per alt+tab aus dem Game heraus um die Winamp-Playlist zu ändern.
Hm, wobei ich in diesem Punkt unwissend bin, da ich keine Konsole mit Internetfähigkeit besitze.
Kann man mit den neuen Konsolen denn die oben beschriebenen Dinge tun?

Deadman
16.03.2008, 00:49
Deine Erläuterung greift aber auch nur, wenn wir jedem einzelnen Skill oder jeder kleinsten Fähigkeit gleich eine Abstammung aus der Rollenspiel Sparte zu reden. Ja klar, liegt es nahe ein solches Element einzubauen und wenn du möchtest können wir es dann MMORPG nennen. Doch werden es nicht mehr die klassischen MMORPGS sein, sondern sich in völlig neue Richtungen bewegen.


Fußballonlinegames werden maximal 22 Spieler pro Spielsession haben. ich könnte mir gut vorstellen ein, dass pro Spiel 22 Spieler gegen einander antretten, die dauerhaft einem oder maximals zwei Teams angehören. Dabei musst du nicht einmal deinen Charakter verbessern, da du ja deinen realen Skill hast.

The Nemesis
19.03.2008, 08:52
Deine Erläuterung greift aber auch nur, wenn wir jedem einzelnen Skill oder jeder kleinsten Fähigkeit gleich eine Abstammung aus der Rollenspiel Sparte zu reden. Ja klar, liegt es nahe ein solches Element einzubauen und wenn du möchtest können wir es dann MMORPG nennen. Doch werden es nicht mehr die klassischen MMORPGS sein, sondern sich in völlig neue Richtungen bewegen.

ich könnte mir gut vorstellen ein, dass pro Spiel 22 Spieler gegen einander antretten, die dauerhaft einem oder maximals zwei Teams angehören. Dabei musst du nicht einmal deinen Charakter verbessern, da du ja deinen realen Skill hast.
Innovative MMORPGs sind natürlich wünschenswert, aber ob sich so viele Firmen auf Experimente einlassen - ich bin gespannt ^^

Aber bei deinem Fußballbeispiel habe ich doch keinen Nutzen davon mich monatlich an das Spiel kostenpflichtig zu binden?

Deadman
19.03.2008, 17:37
Doch, sofern dein Spieler, den du jedes mal Spielst, mit der Zeit mehr Kondition , mehr Schusskraft, aber auch bessere Konditionen in Verträgen mit Firmen als Werbeträger und Vereinen als Spieler bekommst.

btw. Junge, junge früher warst du auch schneller im Antworten :)