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View Full Version : Biologie - Pilze für die Zukunft



Cobra
25.05.2008, 10:34
Forscher entschlüsseln das Genom einer Mikrobe, die Zellulose in Zucker umwandelt

Im zweiten Weltkrieg machte der Pilz Trichoderma reesei US-Soldaten im Südpazifik das Leben schwer. Die mit dem Hefepilz verwandte Bodenmikrobe richtete Verwüstungen an, indem sie Uniformen und Zelte des Militärs zersetzte. Nun hat ein internationales Forscherteam das Genom des Pilzes entschlüsselt – in der Hoffnung, mit seiner Hilfe den Biosprit der Zukunft herstellen zu können.

http://www.wissenschaft.de/sixcms/media.php/1434/bearbeitet_pils_aus_wikipedia.jpg

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/291686.html

greenmachine
25.05.2008, 12:13
:D Bei Pilze für die Zukunft musst ich grad an ganz andere Pilze denken... :stopfi:

Voodoo
26.05.2008, 09:01
hey, eine super Sache! Oder übersehe ich irgendeinen Haken?

Jejolore
26.05.2008, 10:28
Aus Luft und Liebe wird der Pilz keinen Biosprit herstellen, wenn er dazu Zellulose braucht, werden wohl wieder mal die Bäume dran glauben müssen. Wenn man jetzt bedenkt das Bäume CO2 speichern, wird dieses beim Verbrennen wieder freigesetzt und der Kreis schließt sich erneut.

Voodoo
26.05.2008, 10:35
Du hast wohl den Artikel nicht gelesen. Die wollen nämlich Pflanzenabfälle nehmen, z.B. Stroh, Holzreste oder Maisblätter und -strünke

Jejolore
26.05.2008, 10:58
Auch das ändert nichts daran das sich die CO2 Belastung durch Verbrennung von Kraftstoffen nicht reduziert.

Alleinig eine "Verbrennung" (z.B.: Brennstoffzelle) die kein CO2 erzeugt kann auf lange Sicht unser "Weltklima" retten, wenn wir überhaupt irgendwelche Chancen haben dieses zu manipulieren.

Um auf die Brennstoffzelle zu Sprechen zu kommen, ist anzumerken das Wasserstoff kein Primärenergieträger ist und somit elektrische Energie notwendig wäre um Wasser aufzuspalten. Hier käme nur Kernkraft in Frage da es die "sauberste" und CO2-ärmste Energieerzeugung ist. Bedenkt man jetzt aber das Wasserstoff, um ihn ökonomisch zu transportieren, erstmal komprimiert werden müsste so erhält man das 35% der gespeicherten Energie in Wasserstoff alleine für die Kompression bzw. Lagerung draufgeht. Alles in allem ein Teufelskreis wie wir ihn schon beim Solarzellen-Thread besprochen haben.

Voodoo
26.05.2008, 11:31
Allerdings ändert es an den Produktionswegen was erheblich. So wird der Biodiesel derzeit aus riesigen Rapsfeldern in Mittel und Nordamerika produziert. Dafür werden Regenwälder gerodet um genügend Anbaufläche zu bekommen. Dabei werden noch so viele Pestizite usw verwendet, das durch die Abfallprodukte des Rabs, zu erheblichen ökolokischen Schäden führt. So gibt es z.B. am Golf von Mexiko eine Stelle im Meer die so groß wie das Saarland ist, wo kein Leben existieren kann. Der Stickstoffgehalt im Wasser ist so hoch, dass jegliche Arten von Fischen und Pflanzen sterben. (wobei ich mir bei Pflanzen jetzt nicht sicher bin). Die Fische ersticken quasi in ihrem Element.

Da wäre so eine Treibstoffgewinnung auf jeden Fall besser, als die bisherige.

Jejolore
26.05.2008, 12:45
So oder so muss der Mensch weg von der Energiegewinnung über Verbrennung - das die Biospritthematik zu 100% nur Verarsche ist bestätigen Politiker Tag für Tag aufs Neue.

Fakt ist das derzeit kein Ölmangel vorherrscht - die Ölquellen sind einfach schwerer zu erschließen - jedoch liegt derzeit ein riesiges Interesse an der Spekulation mit Öl. Was ich persönlich nicht verstehen kann ist der Umstand das mit für die Wirtschaft selbst lebenswichtigen Gütern so rum spekuliert werden darf. Wenn sich in paar Monaten einige das Tanken nicht mehr leisten können, ich schreibe hier absichtlich können, denn wollen tun es schon viele nicht mehr, dann wird sich jegliche Preisgestaltung nur mehr auf die Transportkosten niederschlagen. Aber ich glaube wir geraten hier etwas vom Thema ab und somit beende ich den Post. :)

Cobra
26.05.2008, 13:58
Apropos Pilze, Kerstin hat sich grad auch nen Pilz geschnappt, als ich nicht hingeguckt hab und hat mal herzhaft rein gebissen :D

Castor
26.05.2008, 14:47
und, gleich wieder ausgespuckt, oder hat's ihr geschmeckt?

Sgt Ultra
26.05.2008, 14:59
also Gurke hat sie demletzt schon gegessen. Naja, so mehr oder weniger ;)

Cobra
26.05.2008, 16:40
und, gleich wieder ausgespuckt, oder hat's ihr geschmeckt?

nee, sie fands nicht so toll......

MaX PoWeR
26.05.2008, 18:46
Hängengeblieben? :heilig:

Deadman
26.05.2008, 19:51
So oder so muss der Mensch weg von der Energiegewinnung über Verbrennung - das die Biospritthematik zu 100% nur Verarsche ist bestätigen Politiker Tag für Tag aufs Neue.

Du vergisst zu bedenken, dass nach des energetischen Ausgleichs irgendwoher Energie genommen werden muss um sie anders wo einsetzen zu können. Von Nichts kommt Nichts. Selbst Atomenergie währt nicht ewiglich und ist soviel anders als eine Verbrennung nicht.
Wir wissen, dass sie Sonne an und für sich auch nichts anderes als ein riesiges Kernkraftwerk ist. Ausserdem wissen wir, dass Pflanzen diese Energie Speichern um zu wachsen (stark abstrahiert). Es ergibt sich also als logische Konsequenz Pflanzen als Akkus einzusetzen und ihre gespeicherte Sonnenergie zu verwenden.
Natürlich werden wir so den derzeitigen CO² Wert nicht senken können und ich möchte den Bio Sprit Hype bei weitem wegen den von dir angesprochenen Mängeln nicht loben. Doch auf die Dauer und im Falle einer Normalisierung der Klimawerte ist der Einsatz derartiger Pilze wie sie im Artikel genannt sich gar nicht Verkehrt.

Mit der Verbrennung von Öl tun wir auch nichts anderes als vor Jahren gespeicherte Energie freizugeben und CO² als Abfallprodukt zu enthalten. Auch wenn die Energie vielleicht nicht immer aus Zeiten stammt die auch für den Menschen lebensfähig waren.

Jejolore
26.05.2008, 23:44
Der Kern der ganzen Geschichte ist das jegliche Energieform die verbrannt wird, irgendwann ein CO2 Molekül war. Ich lobe die Kernkraft nicht als sicher und sauber, sondern als die einzige Möglichkeit wenn wir mal mit Wasserstoff fahren wollen.

Auch die Kernfusion birgt Risiken bzw. scheidet als Abfall radioaktiv strahlendes Isolationsmaterial ab. Um ehrlich zu sein wird zum derzeitigen Wissensstand nie eine Solarzelle bzw. ein Windkraftwerk die Rentabilität eines kalorischen bzw. atomaren Kraftwerks bieten.
Ich hoffe das bald jemand etwas "erfindet" bzw. herausfindet wie man am effizientesten und am umweltschonendsten Energie gewinnt - und wenn diese Person dann auch noch nicht voller Habgier ist, dann soll diese Prozedur frei für alle zugänglich im Internet publik gemacht werden.

Und ob man jetzt Holz unter Abschluss von Luft vergast und damit fährt oder Bakterien die Arbeit des Vergasens überlässt macht nun wirklich keinen Unterschied.

Anzumerken ist aber auch das dieser CO2 Anstieg in regelmäßigen Abständen auf der Erde vorkommt, quasi die natürliche Regulierung des Weltklimas.

Voodoo
27.05.2008, 08:20
Anzumerken ist aber auch das dieser CO2 Anstieg in regelmäßigen Abständen auf der Erde vorkommt, quasi die natürliche Regulierung des Weltklimas.

Das stimmt, jedoch wirkt der Mensch da jetzt ordentlich mit. Das kann man schön mit einer Schaukel vergleichen. In regelmäßigen Abständen kommt es zu so einen CO2 Anstieg. Doch auf einmal kommt der Mensch und gibt der natürlichen Schaukelbewegung nochmal ordentlich Schwung. So gerät die Schaukelbewegung außer Kontrolle und es könnte schlimmere Folgen haben, als wenn man normal weitergeschaukelt hätte.

Jejolore
27.05.2008, 10:14
Das kann man so nicht sagen da es keine Vergleichsstudien gibt - was wenn das was wir dazu beitragen gerade mal im Promillebereich liegt? Ich glaube jedoch nicht das ich als kleines und am Ende der Verbraucherkette angesiedeltes Individuum etwas ausrichten kann wenn ich am Tag eine halbe Stunde das Licht nicht aufdrehe um CO2 zu sparen. Es sind die großen die handeln müssen, und das tun sie nicht da es ein sehr lukrativer Geschäftszweig ist mit CO2-Freimengen zu handeln und dafür die dreckigsten Kraftwerke neu aufzubauen die es gibt.