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View Full Version : Umzug vom Eine-Million-Dollar-Haus ins Auto



MaX PoWeR
14.07.2008, 21:42
US-IMMOBILIENKRISE

Umzug vom Eine-Million-Dollar-Haus ins Auto

Dauercampen im Kleinwagen: Wegen der Immobilienkrise ziehen immer mehr US-Bürger um - und zwar ins Auto. Im kalifornischen Santa Barbara, wo ein durchschnittliches Haus schon mal eine Million Dollar kostet, suchen sich selbst Notare und Ingenieure ein Zuhause auf dem Parkplatz.



Santa Barbara - So hatte sich Barbara Harvey das Rentnerleben eigentlich nicht vorgestellt. Abend für Abend lässt die 66-Jährige ihre beiden Hunde Phoebe und Ranger eine letzte Runde drehen. Danach bugsiert sie die beiden Golden Retriever in ihren weißen Honda, klettert selbst hinterher und zieht eine Decke über sich und die Vierbeiner. "Meistens schlafe ich ganz gut so", sagt sie. "Aber es ist schon sehr eng, meine Hunde sind groß, und der Honda ist ja nicht zum Schlafen gedacht." Bis vor kurzem allerdings wäre Harvey auch überhaupt nicht auf die Idee gekommen, in ihrem Mittelklassewagen zu übernachten.

http://www.spiegel.de/img/0,1020,1242246,00.jpg
Dauercampen mit Hund: Die ehemalige Notarin in Santa Barbara, Kalifornien, hatte sich ihr Leben als Rentnerin anders vorgestellt.

Es ist noch gar nicht so lange her, da lebte die ehemalige Notarin im kalifornischen Santa Barbara in einem Apartment mit einem Garten voller Rosen und Jasmin. Dann aber kam die Immobilienkrise. Harvey verlor ihren Job - und das in einer Stadt, in der ein Haus im Schnitt eine Million Dollar kostet. Nun wohnt die Mutter von drei erwachsenen Kindern auf einem Parkplatz - immerhin einem der bestbewachten der Stadt. Er gehört zu den zwölf Parkplätzen in Santa Barbara, die vom Wohltätigkeitsverein New Beginnings (Neuanfänge) gesichert werden. Auf ihnen stehen insgesamt 55 Autos mit unfreiwilligen Dauercampern.

Der Leiter der Obdachlosenorganisation National Coalition for the Homeless, Michael Stoops, hält Harveys Geschichte keineswegs für ein Einzelschicksal. "Uns berichten viele Vereine und Menschen ganz ähnliches", sagt er. "Das ist definitiv ein Trend." Für viele Menschen, die Haus oder Arbeit verlören, sei es "der schlimmste Alptraum", buchstäblich auf der Straße zu landen. Deshalb lebten sie lieber in ihrem Auto.

Alles auf Spiegel.de (http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,565724,00.html)
Irgendwie bitter aber trotzdem :xlol:

Deadman
14.07.2008, 21:59
Mehr als bitter. In Amerika ist, soweit ich das weiß, das nächste Problem, dass man eine feste Adresse braucht um Arbeit zu finden. D.h. dadruch gerät man in einen Teufelskreis. Ich verstehe nur nicht warum sie nicht temporär zu ihren Kindern zieht. bzw. drei Kinder sollten doch eine stabile stütze sein, sofern diese nicht selbst arbeitslos sind.

greenmachine
14.07.2008, 22:24
...Ich verstehe nur nicht warum sie nicht temporär zu ihren Kindern zieht. bzw. drei Kinder sollten doch eine stabile stütze sein, sofern diese nicht selbst arbeitslos sind.

Echt übel!
Das war auch mein erster Gedanke als ich gelesen hab, dass die gute Frau 3 Kinder hat. Das wäre doch erst Mal die beste Lösung. :confused:

Sgt Ultra
14.07.2008, 23:46
Traurig traurig sowas... :(

Aber wenn Du hierzulande suchst, findest doch eigentlich in jeder Preiskategorie ne Mietwohnung, und wenns zum übergang nur so n kleines Ein-Zimmer-Ding is mit dem nötigsten drin, wäre immer noch besser als so zu hausen...
Ist in den Staaten die Wohnungslage so arg anders?

clubic
15.07.2008, 00:28
In Amerika gibt es kaum Mietwohnungen und schon gar keine kleinen (zumidnest nicht ausserhalb der Metropolen)

Hier hat eigentlich jeder ein und das wurde bis vor kurzem durch den zukünftigen wert des hauses finanziert o_O

MaX PoWeR
15.07.2008, 00:53
Dieses Mitgefühl hier von allen Seiten, ich find das echt zum totlachen, ziehen in ihr Auto :xlol: Da gibt es deutlich bemitleidenswertere Menschen auf dieser Erde..

Deadman
15.07.2008, 00:56
natürlich. was aber nicht bedeutet, dass ihre Lage einfach ist.

MaX PoWeR
15.07.2008, 00:59
Nö. Aber sie sind jetzt so arm wie die Menschen, auf deren Kosten sie jahrelang gelebt haben. Also Wayne?

Cobra
15.07.2008, 15:14
krass :confused:

Becks
15.07.2008, 16:21
Jemand mit einem Millionen-Dollar Haus tut mir auch nicht leid, wenn er das Haus auf Pump gekauft hat und nun den Kredit nicht mehr zahlen kann. Selbst schuld sind dabei die meisten US-Amerikaner. Aber die Kreditkrise hat auch genügend Leute in den finanziellen Ruin getrieben, die daran kaum was können - die tun mir "leid" unabhängig davon, ob in Deutschland, Amerika oder sonstwo.
In Deutschland leben zwar viel mehr Leute in Mietwohnungen/-häusern, als gerade in den USA. Die Kreditkrise ist aber auch nicht ohne Auswirkungen auf den Häusermarkt in Deutschland geblieben. Sind schon viele, die sich deshalb umorientieren mussten..

clubic
16.07.2008, 00:45
Naja ich sag es mal so, zu dem Spiel gehören immer 2, und der durchschnittsbürger ist leider zu doof zu kapieren, dass man mit 1,50 im Monat kein rießen Haus finanzieren kann. Das ist in Deutschland und in Amerika das gleiche. Nur ist/war es in Amerika noch einfacher an einen Kredit zu kommen als hier. Aber wenn du hier in Amerika nur 5 min das Radio anmachst, dann wird dir suggeriert, das du für 199$ im Monat ein Haus mit 2 Bädern kaufen kannst egal wie dein kreditstatus aussieht. Das gleiche ist es mit Neuwagen usw.

Hier kannst du alles auf Pump kaufen, das erste Jahr ohne Raten und Zinsen usw. Da ist es wirklich kein wunder, dass es hier einen negative Sparquote gibt.