PDA

View Full Version : Wie wir unsere Nachfahren vor Atommüll warnen



Cobra
17.07.2008, 22:06
Wie wird "Achtung" in 5000 Jahren geschrieben? Wie in 50 000 Jahren? Und werden die Menschen das schwarze dreiblättrige Symbol auf gelbem Grund dann noch als Warnung vor radioaktiven Strahlen verstehen? Solche Fragen beschäftigen eine wachsende Zahl von Sprachforschern, Ethnologen und Historikern. Denn Wörter, Buchstaben und Zeichen verändern sich. Der Abfall aus Atomkraftwerken und aus militärischer Nutzung aber bleibt aber weiter gefährlich und zwar mehrere hunderttausend Jahre lang.
http://www.welt.de/multimedia/archive/00611/Warnung_DW_Wissensc_611386g.jpg

http://www.welt.de/wissenschaft/article2218819/Wie_wir_unsere_Nachfahren_vor_Atommuell_warnen.htm l

Deadman
17.07.2008, 22:25
Ein ernstes Problem, jedenfalls der Müll. Ob es einer Verstehen wird.. nunja. Jeder ist für sich selbst verantwortlich.

clubic
17.07.2008, 23:42
Ich denke man wird bis in 5000 Jahren sicher eine Lösung gefunden haben, diesen Müll zu beseitigen oder sinnvoll zu verwenden.

Mal abgesehen davon, dass Studien belegen, das Atomstrahlung nicht halb so gefährlich ist wie alle glauben. (war neulich im SPiegel)

Deadman
17.07.2008, 23:52
Hast du zufällig einen Link? Nicht, dass ich dir nicht glaube. Ich möchte einfach nur gern wissen wie sie erklären wollen, dass die Strahlung nur halb so gefährlich ist.

clubic
18.07.2008, 00:28
Für dich suche ich :)

Edith sagt das ist der Link: Das böse Atom, oder nicht? (http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/37/22/dokument.html?titel=Legenden+vom+b%C3%B6sen+Atom&id=54002273&top=SPIEGEL&suchbegriff=strahlung&quellen=&vl=0)

Klingt für mich alles sehr plausibel


PS: Film schon geschaut?

janni
18.07.2008, 00:41
ich denke in 5000 Jahren haben wir die Welt längst vernichtet ob nun mit oder ohne Schildern ... aber mal im ernst was soll der Ausstieg aus dem Atomausstieg und wohin mit dem ganzen Müll ?

Selbst wenn es stimmen sollte das die Strahlung nur halb so gefährlich ist wie gedacht so ist sie immer noch tödlich und das für lange, lange Zeit ... Es gibt weder sichere Endlager noch eine andere Verwendung für den Dreck und als Verbraucher sparen wir heute höchstens ein paar Cent im Gegensatz zu erneuerbarer Energie. Am Ende zahlen wir Milliarden um den Müll irgendwo zu verscharren (was am Ende misslingt und die Natur endgültig verseucht) ...

ich bin die letzten Wochen über auf vielen Pressekonferenzen unserer Parteien (auch zu diesem Thema) gewesen und es fällt mir immer schwerer den "Menschen" unserer Regierung nicht spontan in die Fresse zu hauen. Mach ich natürlich nicht. Aber die regen mich auf ....

clubic
18.07.2008, 00:56
Über unsere Regierung sollten wir lieber nicht reden, die meisten sind doch nur Marionetten von Lobbyisten, oder wann wurde die letzte gute Entscheidung für Deutschland getroffen?


Zum Endlagerproblem möchte ich nur folgenden Punkt anmerken:

Braucht man wirklich ein Endlager? Was bedeutet Endlager? Endlager ist eine Endlösung, wie der Name schon sagt. Es heißt also wir karren die Tonnen irgendwo hin, hauen paar Tonnen Zement drauf und sehen sie nie wieder, egal ob wir wollen oder nicht. Jetzt ist das Problem, dass die Erde in einem stendigen Wandel ist, nicht absehbare Dinge passieren, zum Beispiel tritt Grundwasser ein. Worst Case, aber man kann nichts mehr machen.

Hingegen gibt es die Lösung eines Zwischenlagers. Wir bringen die ganze Kacke an einen Ort wo wir sie kontrollieren können, beispielsweise Gorleben und lassen sie da stehen bis wir A eine bessere Lösung haben, oder B wir sie aufgrund eines Ereignisses das jetzt nicht absehbar ist wegbringen müssen.

Mir persönlich gefällt Fall B eindeutig besser, weil hier im Notfall gehandelt werden kann.

janni
18.07.2008, 01:14
naja ich bin dennoch gegen Atomkraft! zumal der Plan B auch Milliarden € kostet und wenn man sich mal das Test bzw. Zwischenlager in Asse anschaut das schon nach 40 Jahren völlig außer Kontrolle geraten ist ... kann Gorleben auch nicht sicher sein.

"Atom-ist-Öko" (zitat von Ronald Pofalla, cdu)
stimmt nicht! Das Öko-Institut hat berechnet, dass ein mit Uran aus Südafrika betriebenes AKW in Deutschland pro Kilowattstunde Atomstrom 126 g CO2 verursacht, vornehmlich durch den energieintensiven Uranabbau.

und Deutschland hätte schon heute genug Stromreserven ohne die Atommeiler... von allen anderen Risiken und Kosten mal abgesehen ... (die Energiekonzerne verdienen viel Geld an den alten Meilern, die allerdings bis heute mit mehr als 100 Mrd. aus Steuergeldern subventioniert wurden)

clubic
18.07.2008, 02:05
Jap alles richtig und wegen mir muss kein Atom Kraftwerk auch nur noch einen Tag länger offen bleiben. Mir geht es nur darum, sich übder dieSituation gedanken zu machen, ohne auf dieses Todschlagargumente wie Endlager hören zu müssen.

Und wenn über Asse spricht, dann sieht man aber auch, dass genau die Punkte das Problem sind, die "endlagermässig" benutzt wurden. Für mich ist das ein Asse ein Argument für Punkt B.

Wenn ich in der Regierung sitzen würde, würde ich den Atomausstieg rückgängig machen, aber gleichzeitig die Versicherung der Meiler einstellen. Viel Glück bei der Suche nach ner neuen Versicherung, liebe Energiemultis.

calvera
18.07.2008, 07:52
atomausstieg dann, wenn es vernünftige (bezahlbare) alternativen gibt :rolleyes:

janni
18.07.2008, 09:07
nagut ich versuch es nochmal :bunny:
1. Atomstrom ist unbezahlbar teuer und senkt die Strompreise fast gar nicht!
2. Wir haben genug Strom ohne Atomstrom
3. Risiken (Störfälle, Terrorangriffe, Leukämie-Risiko etc.)
4. auch Uran geht zur Neige
5. Atomkraft erzeugt Atommüll ohne Ende
6. die Umwelt Lüge

@clubic Atomgesetz ändern geht glaub ich schlecht


zu 1. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat errechnet, dass eine Verschiebung des Ausstiegs um 25 Jahre den Strompreis so gut wie nicht beeinflussen würde. Gerade einmal 0,50 Euro im Monat würde ein Durchschnittshaushalt sparen. Das Öko-Institut kommt sogar auf eine Einsparung von nur 12 Cent pro Monat. Den AKW-Betreibern würde eine Laufzeitverlängerung dagegen jedes Jahr 8,2 bis 10,5 Milliarden Euro zusätzlich in die Kassen spülen. Schon der Austausch einer einzigen 60-Watt-Glühbirne durch eine Energiesparlampe entlastet einen Haushalt mehr als längere Laufzeiten für deutsche AKW.

zu 2. In Deutschland wird weit mehr Strom erzeugt als verbraucht. In den Jahren 2006 und 2007 erreichten die Stromexporte Rekordhöhen von netto 19 Milliarden Kilowattstunden (kWh). Und das, obwohl im Sommer 2007 sieben Atomkraftwerke wegen Störfällen, technischer Mängel oder Wartungsarbeiten gleichzeitig abgeschaltet waren. Der Einbruch der Stromproduktion durch AKW wurde durch die erneuerbaren Energien vollständig kompensiert. Die aktuell 439 Atomkraftwerke decken lediglich 2,5 Prozent des weltweiten Endenergieverbrauchs. Selbst in Deutschland bringen es die 17 AKW gerade einmal auf einen Anteil von 6 Prozent. (22 Prozent an der Stromerzeugung)

zu 3. Störfälle sollten euch allen bekannt sein, soweit sie es überhaupt an die Öffentlichkeit schaffen. Pannenserie von Vattenfall vor 2 Jahren oder die NotfallWarnung der EU in diesem Jahr und die alten Kraftwerke werden ja nicht sicherer ...
Terrorangriffe aus der Luft würde kein Atomkraftwerk überstehen. Für die Älteren bräuchte man noch nicht mal ein großes Flugzeug ...
Eine vom Mainzer Kinderkrebsregister im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz
durchgeführte Studie zeigt eine signifikante Erhöhung der Zahl an Leukämie erkrankten
Kinder unter 5 Jahren im Umfeld von Atomkraftwerken. Die Studie wurde von einem
12-köpfigen Expertengremium aus atomfreundlichen und atomkritischen Wissenschaftlern einvernehmlich festgelegt, sie gilt als wissenschaftlich unangreifbar. Den ursächlichen Zusammenhang zwischen der von den AKW ausgehenden Strahlenbelastung und dem Auftreten der Leukämie zeigt die Studie zwar unmissverständlich auf, sie kann den Wirkungsmechanismus aber nicht erklären. Sie wurde deshalb auch kontrovers interpretiert. Die Erhebungen in 41 Gemeinden im Umfeld von 16 Standorten mit 22 AKW zeigte, dass das Risiko für unter 5-jährige Kinder an einem Tumor oder an Leukämie zu erkranken, mit zunehmender Nähe des Wohnstandortes zu einem AKW statistisch signifikant ansteigt. Im Umkreis von 5 km um das AKW ist das Risiko um 120 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt.

zu 4. Im Zeitraum 2000 bis 2007 ist der Weltmarktpreis für Uranoxid von 15 auf 287 Euro pro Kilogramm gestiegen. Die Energy-Watch-Group prognostiziert, dass es bereits in 10 bis 20 Jahren zu Engpässen auf dem Uranmarkt kommen kann.

zu 5. Auch nach über 50 Jahren ziviler Nutzung der Atomenergie existiert weltweit kein Endlager für hochradioaktiven Müll. Und trotzdem wird weiter fortlaufend Atommüll produziert. Allein in Deutschland haben wir es bereits heute mit 5.500 Tonnen hochradioaktiver und mit rund 110.000 m³ schwach- und mittelradioaktiver Abfälle zu tun. Ok dieses Argument zählt für viele nicht mehr. Bauen wir eben viele Zwischenlager und schieben den Müll immer wieder hin und her ... Das Lager Morsleben drohte lange Zeit einzustürzen. Und im Atomlager Asse, in dem ca. 125.000 Fässer radioaktiver Müll lagern, tritt Wasser ein, das aus undichten Fässern radioaktiv verseucht wird. (und zwar tausende Liter täglich von dem niemand genau weiß woher) Niemand kann derzeit ausschließen, dass damit das Grundwasser kontaminiert wird.

zu 6. Atomstrom ist nicht klimaneutral, wie von der Atomindustrie behauptet, sondern verursacht deutlich mehr CO2 als Windkraft oder moderne Gaskraftwerke mit Wärmenutzung. Die Klimabilanz der Atomenergie verschlechtert sich noch, wenn man bedenkt, dass 70 Prozent der erzeugten Energie nutzlos als Wärme in die Umwelt abgegeben werden.
"Atom-ist-Öko" (zitat von Ronald Pofalla, cdu) stimmt nicht! Das Öko-Institut hat berechnet, dass ein mit Uran aus Südafrika betriebenes AKW in Deutschland pro Kilowattstunde Atomstrom 126 g CO2 verursacht, vornehmlich durch den energieintensiven Uranabbau.

@clubic: Das Atomgesetz begrenzt die maximale Haftpflicht für einen Super-GAU auf 2,5 Milliarden Euro. Zusammen mit verschiedenen Risikofonds stehen in Deutschland insgesamt 4,7 Milliarden Euro für die Abwicklung von Atomunfällen zur Verfügung. Ein Super-GAU hätte aber ein Schadensvolumen von fünf Billionen Euro – 1000 Mal mehr als die Versicherungssumme. Für den theoretischen Fall, dass die Atomkonzerne die gesamte Schadenssumme versichern müssten, würde der Preis für Atomstrom auf bis zu astronomische 1,84 Euro pro kWh ansteigen.

Nirvana
18.07.2008, 09:42
wow - da hat sich aber jemand mühe gegeben. leider wird das problem im endeffekt noch sein, dass wenn in deutschland alle akw`s abgeschaltet sind immernoch die ganzen kraftwerke in der eu betrieben werden. aber ich würde es natürlich auch schön finden, wenn zumindest deutschland als vorreiter für erneuerbare energien steht.

Deadman
18.07.2008, 09:51
Tja, wir haben eine Kanzlerin die PRO AKWs ist mit einer Regierung die sie glücklicherweise zum Ausstieg bringen konnte. Nun warten wir bis zur nächsten Wahl...

Becks
18.07.2008, 10:15
Die jetzige Regierung hat doch mit dem Atomausstieg nichts zu tun - es müsste schon eine Mehrheit geben, die mit Atom weitermachen will und da ist noch unklar, wie die SPD dazu steht.
Die obige Rechnung mit: der Strom würde für den Verbraucher nicht billiger werden, gleichzeitig aber die Energiekonzerne reich machen ist ja die offensichtlichste Milchmädchenrechnung. Damit wird eindeutig gesagt: Atomstrom ist superbillig herzustellen! Wer letztlich davon profitiert ist ja eine ganz andere Frage.

clubic
18.07.2008, 12:59
Wen die Energiekonzerne etwas so vehement (schreibt man das so) fordern, dan weiss man ja wer dadurch profitiert.

Aber wieso sol seine Gesetzesänderung nicht möglich sein, die ab 2020 z.B. vorschreibt, dass jeder Kraftwerksbetreiber sein Kraftwerk völlig selbst versichern muss?

Deadman
18.07.2008, 13:19
Nur mit einer Klausel die die Kraftwerksbetreiber daran hindert die Kosten auf den Endverbraucher abzuwälzen.

Nirvana
18.07.2008, 13:28
Nur mit einer Klausel die die Kraftwerksbetreiber daran hindert die Kosten auf den Endverbraucher abzuwälzen.

wie naiv ... denen fällt dann schon ein anderer Grund ein, um die Preise an den Endkunden weiter zu reichen. Frag mal die Ölkonzerne, warum immer zu Feiertagen und Wochenende die Benzinpreise an den Tankstellen steigen. Da kommt dann als Antwort: Das ist ein Zufall, man richte sich ausschließlich nur nach dem Wert des Ölpreises auf dem Weltmarkt. ;)

Deadman
18.07.2008, 13:33
echt? hey, sowas ich nicht? Du meinst Das sind garnicht alles unsere Freunde?

Nirv, für wie naiv hälst du mich? Wenn ich Klausel sage, meine ich einen Fesselvertrag der ihnen die Kehlen zurschnürrt.

Nirvana
18.07.2008, 13:47
okay, okay, sowas traue ich natürlich den politikern zu, solche klauseln zu verfassen, besonders bei denen die in den aufsichtsräten der energiekonzerne sitzen. :bunny:

clubic
18.07.2008, 13:47
Das Problem löst dann der Markt. Wenn die Anbieter mit Akws 2€ die kwh verlangen und der eine ohne 30Cent dann wird ja wohl jeder wechseln.


Okay sorry wir reden über den Energiemarkt, ich hab vergessen das da ein Kartell besteht

janni
18.07.2008, 14:22
vorweg: Allein E.on hat 2006 einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 8,2 Milliarden Euro erzielt.

also der Strompreis setzt sich zusammen aus Stromerzeugung und Vertrieb, die machen rund 28 Prozent aus. Steuern und Abgaben liegen bei insgesamt 41 Prozent, und 31 Prozent des Strompreises gehen für Netzentgelte drauf. Die Erzeuger sagen natürlich die Steuern sind Schuld.

die Steuern


Anteil am Gesamtstrompreis: ein Prozent Kraft-Wärme-Kopplung
Anteil am Gesamtstrompreis: fünf Prozent erneuerbare Energien
Anteil am Gesamtstrompreis: neun Prozent Konzessionsabgabe für die Gemeinden
Anteil am Gesamtstrompreis: 10 Prozent Ökosteuer
Anteil am Gesamtstrompreis: 16 Prozent Mehrwertsteuer

nun zu dem wichtigsten Punkt der immer schön verschwiegen wird wenn von den niedrigen Kosten von Atomstrom gesprochen wird, weshalb allen glauben gemacht wird mit den AKW Dingern wirds billiger:

Der Preis einer Ware hat nichts mit dem Herstellungspreis zu tun

An der Leipziger Strombörse EEX wird der Strompreis "gemacht" – darauf verweisen jedenfalls alle. Fakt ist: Am kurzfristigen Strommarkt, an dem der Strom für den jeweils folgenden Tag verkauft wird, werden knapp 25 Prozent des deutschen Stromverbrauchs gehandelt. Den Rest wickeln die Unternehmen direkt untereinander ab. Aber auch für diese Geschäfte hat der Börsenpreis der EEX eine Referenzwirkung. Erstaunlich ist: Verkauft wird der Strom zu einem einheitlichen Preis, egal wie er erzeugt wurde. Eine Megawattstunde (MWh) Strom aus einem neuen Gas- und Dampfturbinenkraftwerk kann für 46 Euro hergestellt werden. Ein modernes Steinkohlekraftwerk kann ab 41 Euro pro MWh kostendeckend arbeiten, und noch viel billiger ist Strom aus einem abgeschriebenen Atomkraftwerk: rund 17 Euro pro MWh. Der Börsenpreis dagegen liegt häufig deutlich über 50 Euro. Die vier großen Stromkonzerne, die alle noch Kernkraftwerke in ihrem Kraftwerkspark haben, können also billig produzieren und teuer verkaufen. Einzig deren Gewinne gehen mit dem Atomausstieg nämlich flöten...

und jetzt kommt mir hier nochmal einer mit ner Atomstrom ist unverzichtbar und macht unser Leben finanzierbarer Einstellung ... und das bei allen Risiken und Nebenwirkungen

MaX PoWeR
18.07.2008, 17:49
Nice Arbeit, Jann! Dem brauche ich wohl nichts mehr hinzufügen :)

Finde es einfach traurig, dass ein paar Jahre, nachdem der Ausstieg beschlossen wurde, schon wieder dessen Ausstieg diskutiert wird... und vor allem, mit welcher Argumentation. Diesen Satz vom Pofalla habe ich gar nicht mitbekommen, aber er hat mir heute morgen sehr gemischte Gefühle beschert, wusste mal wieder nicht, ob ich darüber lachen, oder weinen soll...

Jejolore
18.07.2008, 18:29
Ich trete hier zwar sicher wieder eine Diskussion los, aber ich kann nicht anders.

Stellt euch vor ihr stellt anstelle der bösen Atommeiler, kalorische Kraftwerke oder sogar für die Ökofutzis unter euch Windkraft/Solarkraftwerke auf.
Ich glaube nicht das dann noch Leute im Umkreis davon wohnen wollen, bzw. bei der Ökovariante gar keinen Platz mehr hätten dort zu leben.

Auf ein Atomkraftwerk kommen durchschnittlich 0,5 Menschenleben, auf ein kalorisches Kohlekraftwerk 2,5 Menschenleben. Das soll den gesundheitlichen Aspekt sehr vereinfacht darstellen.

Das ein Atomkraftwerk mit einem kleinen Flugzeug, bzw. mit einem großen Flugzeug zum Terrorziel werden kann ist absoluter Schwachsinn, jeder Reaktor hat eine Betonhülle, und sogar wenn die durch äußere Einwirkungen brechen sollte bzw. nachgibt, dann sind darunter erstmal die AKW-Anlagen auf der Stromerzeugerseite d.h. Dampfturbinen etc, der eigentliche Reaktor sitzt unterirdisch und ist meines Wissens von "oben" nicht angreifbar.

Natürlich gibt es immer wieder die Diskussion wohin mit dem Atommüll, auch ich habe keine Lösung dafür die ich mir aus dem Ärmel schütteln kann, noch kann ich das derzeitige Verfahren zur "Entsorgung" gutheissen. Denkt man jetzt aber daran das wir in Zukunft mit Wasserstoff fahren wollen, kann ich mir keine andere kostengünstige Energiequelle zur Aufspaltung von Wasser vorstellen.

calvera
18.07.2008, 18:49
vllt. sollte man alle energiekonzerne enteignen und verstaatlichen.

-kostendeckende preise
-mögliche gewinne in erneuerbare energie-technologien reinvestieren

janni
18.07.2008, 18:53
ich will darauf gar nicht groß antworten ... meine meinung sollte klar sein und das Kohlekraftwerke auf Dauer ebenfalls nicht taugen und die Umwelt belasten ist allen klar. Das es für "Ökostrom" nicht genug Platz gibt ist ja ein ganz neues Argument ... öhm, warte ... nein darauf antworte ich nicht :p

Die Verwendung von Wasserstoff im Verkehr ist wegen der hohen Energieverluste und Kosten der Produktion, der Aufbereitung und des Transportes übrigends nicht zu befürworten.

edit: nie veröffentlichtes Gutachten der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) sagt aus das fünf Atomkraftwerke nicht einmal den Absturz eines kleinen Flugzeugs geschützt sind. Selbst bei den moderneren Anlagen besteht offenbar Unsicherheit darüber, ob sie dem Absturz einer großen Verkehrsmaschine gewachsen wären.

MaX PoWeR
18.07.2008, 19:01
Die Gefahr geht ja auch nicht nur von Flugzeugen aus, zu Kriegszeiten können da ganz andere Sachen einschlagen...

Becks
18.07.2008, 19:24
Zum Thema Sicherheit nur kurz: Staudämme vernichten ist relativ einfach und verheerend und auch sonst gibt es genügend ähnlich schlimme Szenarien, wie ein Angriff auf Atomkraftwerke - insbesondere Biowaffen halte ich für gefährlicher.

Die Rechnung oben Jann sieht zwar schön aus - aber erklär mir da doch mal wer den Unterschied zu irgendeinem anderen Strom? Zudem kommen viele der Steuer als Prozentsatz auf einen Preis obendrauf. Wie sich das auswirkt hat ja jeder in letzter ZEit bei den Spritpreisen mitbekommen.

Nur noch mal der Vollständigkeit: ich bin nicht gerad Fan von Atomstrom, finde nur viele Argumente gegen ihn nicht überzeugend. Genauso wenig überzeugen mich die meisten Alternativen. Vorerst halte ich Kohlestrom für am sinnvollsten, denn irgendwelche fossilen Energieträger braucht man sicherlich in den nächsten 30-50(- x ) Jahren noch.

Deadman
18.07.2008, 19:47
Nunja Becks, ich würde jetzt salopp behaupten die Zerstörung durch einen Zerstörten Damm ist...
a) ...bei weitem nicht so nachhaltig ...
b) ...bei weitem nicht so weit greifend (auf geografischer Ebene)...
c)... beides zusammen..

wie die Zerstörung eines Atomkraftwerks.


Natürlich werden Windräder viel mehr Platz in Anspruch nehmen als ein Kraftwerk. Ich weiß nicht wie sich einige diese utopischen Szenarien vorstellen günstige Energie aus Generator zu erhalten die nicht größer sind als ein Einfamilienhaus, die keine Wartung brauchen und ewig Strom für mindestens 5 Großstädte liefern.

Becks
18.07.2008, 20:04
Ich weiss schon, dass die Zerstörung eines Atomkraftwerks ca. die schlimmstmögliche Katastrophe sein kann - aber solche Szenarien kann man sich für fast alles ausdenken. Wo viel Energie ist kann diese nunmal auch für negative Zwecke verwendet werden.

janni
18.07.2008, 20:21
welchen Unterschied meinste Becks?

ich bin definitiv kein Öko (bei allem Respekt denen gegenüber) und ich bin hier nicht um euch zu bekehren aber die von mir aufgezählten Probleme, Halbwahrheiten und Lügen mußte ich nun mal klarstellen. Wenn ich höre das AKWs dem Normalverbraucher Geld sparen, sicher und jetzt auch noch Umweltschonend sind :ankotz:

der Atomausstieg ist allein schon wichtig und richtig um endlich mal mehr Geld in die Forschung nach alternativen, erneuerbaren Energien zu investieren. noch immer wird doppelt so viel Geld in die Erforschung der Atomkraft und fast dreimal so viel Geld in die Erforschung neuer Kohlekraftwerke investiert. das kann doch nicht sein ...



entschuldigt meine leichte Aggression aber wenn man wie ich bei vielen Pressekonferenzen und Veranstaltungen live dabei ist und mehr mitbekommt als am Ende veröffentlicht wird, sieht wie es Politikern kalt den Rücken runter läuft weil sie wissen was richtig wäre/ist und dennoch vor laufender kamera das Gegenteil behaupten, in der Hoffnung das schon alles gutgehen wird, oder aus parteipolitischen, populistischen Gründen, wie auch immer und man dann sieht das die Masse gehorcht und hörig ist dem kommt schonmal das Kotzen. Nebenbei sind alle von der jetzigen Regierung langwierig ausgetüftelten Gesetzte (zB das neue zum Mindestlohn) so aufgesetzt das sie jederzeit von der nächsten Regierung rückgängig gemacht werden können oder gar keine Vorteile bringen.



als Beispiel das Bienensterben in Süddeutschland in diesem Jahr. Schuld ist ein Pflanzenschutzmittel beim Maisanbau vom Bayer Konzern das daraufhin verboten wurde. Nun da das gleiche Mittel für den Rapsanbau "benötigt" wird, ist das Mittel klamheimlich wieder auf dem Markt und angeblich bedenkenlos einsetzbar. :stupid2: könnte damit zu tun haben das einer aus Merkels engstem Team zufällig bei Bayer im Vorstand sitzt ... aber pst das ist nur ein könnte. Ich will niemandem etwas faksches unterstellen! Könnte ja auch sein das das gleiche Mittel plötzlich einfach harmlos geworden ist ...
genaue Daten und Fakten habe ich nicht mehr im Kopf falls mich nun jemand drauf festnageln will.

habe eh genug getextet für diesen Monat :p soll ja nur mal etwas zum be"denken" anregen

janni
12.07.2009, 21:45
HIER (http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,635638,00.html) (Spiegel online) ist ein netter Artikel über das Atom Thema ... besonders Seite 2 stellt für die CDU Anhänger, oder die "Bild"enden Leser ein paar Dinge aus den Medien wieder gerade.

janni
14.10.2009, 20:58
Noch ist zwar nicht klar ob sich die Verzögerungstaktiken der Energiekonzerne gelohnt hat und wie schlimm der Ausstieg aus dem Atomausstieg werden wird aber hier ist ein neuer Artikel zum Müllproblem.

http://www.spiegel.de (http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/0,1518,655139,00.html)