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View Full Version : Fußball - Falkenauge oder Chip im Ball



Voodoo
04.07.2012, 13:14
HawkEye oder GoalRef, Falkenauge oder Chip im Ball, England oder Deutschland - zwei Systeme stehen bei der revolutionären Entscheidung über die Einführung der Torlinientechnologie zur Wahl.
Kommentare

Theoretisch könnte die IFAB, das internationale Gremium für die Änderung von Fußballregeln, am Donnerstag in Zürich auch beide Systeme zulassen. Aber mit einer Zertifizierung des Fußball-Weltverbandes FIFA für beide Lösungen wären Probleme programmiert - schließlich sind die Unterschiede elementar.

Das im Tennis und Cricket bewährte und im Fußball zuletzt beim Duell zwischen England und Belgien im Wembleystadion getestete Hawk-Eye-System basiert auf bis zu sieben Kameras auf dem Stadiondach und hinter jedem Tor.

Nachteile des Systems sind die hohen Kosten von angeblich 300.000 Euro pro Set und das Problem, dass man eigentlich nichts entscheiden kann, wenn der Ball nicht sichtbar ist. Zum Beispiel, wenn der Torwart darauf liegt. Bereits wenn 25 Prozent des Balles verdeckt sind, können die Kameras ihm nicht mehr folgen.
Es geht um Millionensummen

Allerdings hat die "Falkenauge-Lösung" auch gewaltige Vorteile. Zum einen ist das die Visualisierbarkeit für Fans und Fernsehzuschauer, mit der im Tennis schon große Erfolge erzielt wurden. Zum anderen - und das dürfte noch viel wichtiger sein - ist die Entwicklerfirma eine Tochter des Sony-Konzerns, einem wichtigen Sponsor des Fußball-Weltverbandes FIFA.

Es geht ja bei dieser wegweisenden Entscheidung auch um viel Geld - Experten können sich weltweit durchaus Umsätze im dreistelligen Millionenbereich für die Einführung der Torlinientechnologie vorstellen. HawkEye-Vertreter sollen übrigens schon Verhandlungen mit der englischen Premier League geführt haben.

Der Ansatz des deutschen Fraunhofer-Instituts in Zusammenarbeit mit dem dänischen Unternehmen GoalRef ist am ehesten mit der Diebstahlsicherung in Kaufhäusern zu vergleichen. Im Ball gibt es drei Antennen (die Bezeichnung Chip im Ball ist eine Vereinfachung), im Torgestänge und im Rasen auf der Torlinie zehn.
Wichtigstes Kriterium: Zuverlässigkeit der Systeme

Durch den Einsatz eines schwachen Magnetfeldes wird genau sichtbar, ob der Ball über der Torlinie war. Vorteil sind hier die nach Unternehmensangaben im Vergleich zum Konkurrenten signifikant geringeren Kosten. Dazu ist es völlig egal, ob Spieler im Weg stehen. Allerdings müssten Ball und Torgehäuse geändert werden.

Die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA hat in den letzten Wochen die nach einer Vorauswahl ins Finale eingezogenen beiden Systeme mit Torschüssen umfangreich geprüft. Wichtigstes Kriterium ist am Ende die Zuverlässigkeit der Systeme. 99,5 Prozent werden mindestens erwartet, binnen einer Sekunde müssen die Ergebnisse zur Uhr des Schiedsrichters gefunkt werden.

Die wie der Goldschatz von Fort Knox geschützten Ergebnisse liegen inzwischen bei der IFAB. Vier Vertreter des Weltverbandes FIFA um Chef Blatter und - aus historischen Gründen - je einer aus den Verbänden aus England, Schottland, Wales und Nordirland müssen die Entscheidung über die bahnbrechende Änderung treffen.

Voodoo
05.07.2012, 18:59
Beide Torlinien-Systeme, Goal-Ref und Hawk-Eye, werden bei der kommenden Klub-WM getestet. Sollten sie sich bewähren, werden sie (genauer gesagt: das bessere der beiden) auch beim Confederations Cup 2014 sowie bei der Weltmeisterschaft 2014 übernommen!

zebo
05.07.2012, 19:25
Die sollen beide Systeme nehmen, auf die paar Kröten kommt es da doch nun wirklich nicht an.

Voodoo
05.07.2012, 19:48
300 000 pro set ist schon viel

zebo
05.07.2012, 21:59
Das ist ne einmal Investition und bei den Summen um die es da geht ist es lächerlich. Wie viele Stadien könnte man wohl mit dem Gehalt von einem einzigen Bayern-Spieler ausstatten?

Fatalo
06.07.2012, 11:37
Mal gespannt ob sich das wirklich durchsetzen wird und was da noch alles folgen wird. Stellt euch nur vor es wäre wie beim American Football, dass man bei einer Fehlentscheidung einen Videobeweis fordern kann und dieser dann erst vom Schiedsrichter überprüft werden müsste. Meiner Meinung nach machen gerade Fehlentscheidungen den Fußball aus. Keiner würde mehr über Wembley reden, hätte es damals schon die Torlinienkameras gegeben.

Voodoo
06.07.2012, 14:02
Beim Tennis oder ein paar anderen Sportarten gibt es sogenannte Challenges. Da hat ein Spieler pro Spiel oder beim Tennis pro Satz drei mal die Möglichkeit einen Ball per HawkEye Kontrollieren zu lassen. Sowas wäre doch beim Fußball vielleicht auch möglich und interessant. Der Trainer hat es in der Hand, wann er es macht. Vergeudet er seine drei Versuche bei harmlosen Eckbällen oder Einwürfen oder für ein womöglich nicht gegebenes Tor.

MaX PoWeR
06.07.2012, 14:05
Chip im Ball und gut ist.