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Voodoo
28.06.2005, 14:26
Das Skandalrennen von Indianapolis hat Lunte an das Pulverfass Formel 1 gelegt. Die Anhörung der Michelin-Teams am Mittwoch droht nun, das gefährliche Gemisch zur Explosion zu bringen.

Offiziell wird der Weltverband FIA bei der Anhörung lediglich entschieden, ob McLaren, Williams, Renault und Co. für ihren Startverzicht beim USA-GP bestraft werden oder nicht.

In Wahrheit geht es aber um viel mehr: In Paris wird es zu einer Machtprobe zwischen FIA und den Teams kommen, die schlimmstenfalls in einem neuen Skandalrennen in Magny-Cours enden könnte.

Fronten verhärtet

Denn die Fronten zwischen beiden Parteien sind so verhärtet, dass eine sachliche Diskussion unmöglich erscheint.

Auf der einen Seite steht FIA-Boss Max Mosley, der sich - offenbar von monatelangen Debatten über GPWC-Abspaltung und neue Regeln zermürbt - stur stellt und drakonische Strafen für die Teams andeutet.

Im Interview mit dem "Guardian" sagt der Brite: "Eigentlich mag ich das ruhige Leben, aber ich reagiere allergisch darauf, herumgestoßen zu werden. Es liegt mir nicht, das zu akzeptieren. In einem Fall wie in Indianapolis werde ich nicht nachgeben."

Mosley schließt Sperren nicht aus

Im Klartext heißt das: "Ich würde die eine oder andere Sperre nicht ausschließen. Aber es gibt auch noch einige andere Möglichkeiten wie Punktabzüge oder Geldstrafen." Dabei denkt Mosley vor allem an Schadensersatz für die Zuschauer in einer Höhe von bis zu zehn Millionen Euro.

Sollte sich Mosley mit seinen Ideen bei den 20 anderen Mitgliedern des World Motor Sport Council durchsetzen und es wirklich harte Sanktionen geben, dann kommt es aller Voraussicht nach zur Eskalation.

Stoddart ruft zum Boykott auf

Minardi-Teamchef Paul Stoddart droht gegenüber der "BBC" offen mit einem Boykott des Frankreich-GP am kommenden Wochenende: "Im schlimmsten Fall einer drakonischen Strafe müssten sich die Teams zusammensetzen, und man könnte nicht garantieren, dass wir am Sonntag starten."

Kurioser Weise profiliert sich mit Stoddart ausgerechnet ein Bridgestone-Kunde als Anwalt der Michelin-Teams. Doch er hat Gründe für sein Verhalten.

Sein Verhältnis zu Mosley ist spätestens seit der Androhung eines Startverbots beim Saisonauftakt in Melbourne zutiefst zerrüttet. Damals wollte Mosley Stoddart bei dessen Heimspiel nicht fahren lassen, weil die Autos nicht dem 2005er Reglement entsprachen. Erst die Unterschriften von allen anderen Teams brachten Minardi die Starterlaubnis.


Rücktritt kommt nicht in Frage

Paul Stoddart sieht nun seine Chance, Mosley loszuwerden, indem er lautstark dessen Rücktritt fordert.

Doch der FIA-Boss blockt ab: "Ich werde in dieser Situation auf keinen Fall zurücktreten. Stoddart ist ein trauriger Fall. Er hat offensichtlich vergessen, seine Medizin zu nehmen."

Mosleys Worte in Richtung des Minardi-Bosses klingen nach exakt der Arroganz, die ihm viele Teamchefs vorwerfen. Mosley stehe über der Formel 1 wie ein Sonnenkönig und habe jeden Bezug zur Realität verloren.

"Mosley verabscheut alle Teamchefs"

Bezeichnend ist der Kommentar von Formel-1-Experte Hans-Joachim Stuck im Sport1.de-Gespräch: "Jetzt dreht Mosley wohl völlig durch!"

Kaum vornehmer drückt es Patrick Head aus: "Man kann sehen, dass Mosley alle Teamchefs verabscheut." Sein Williams-Kollege Frank Williams ergänzt: "Die herrschende Atmosphäre stinkt. Das ist sehr ungesund."

Streit schwelt schon seit Monaten

Der Frieden in der Königsklasse ist nicht erst seit dem USA-GP zerstört. Endlose Streitigkeiten um die Abspaltung der Hersteller in eine neue Rennserie und ständige Uneinigkeiten über Sparmaßnahmen und Regeländerungen zerfressen das Fundament der Formel 1 schon seit Monaten.

Doch jetzt ist der Tropfen gefallen, der das Fass endgültig zum Überlaufen gebracht hat.

MaX PoWeR
20.12.2005, 13:09
Alonso wechselt zu McLaren Mercedes
Spektakulärer Fahrerwechsel in der Formel 1: Das Team von McLaren Mercedes gab am Montag den Wechsel von Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso zur Saison 2007 bekannt.
http://photodb.kicker.de/photodb/news/normal/325321.jpg
Freut sich auf neuen Arbeitgeber: Fernando Alonso.
Die Verpflichtung des 24-Jährigen, der in dieser Saison im Renault zum jüngsten Weltmeister in der Formel-1-Geschichte wurde, dürfte zum großen Teil vom neuen Sponsor Vodafone finanziert werden, der ebenfalls zur Saison 2007 bei dem Rennstall einsteigt.
"Unsere große Zuversicht in die Stärke und Wettbewerbsfähigkeit der Partnerschaft Vodafone McLaren Mercedes wird durch den Weltmeister weiter gefestigt", erklärte Ron Dennis, Teamchef sowie Vorstandsvorsitzender und CEO der McLaren Group.
Somit muss entweder Vize-Weltmeister Kimi Räikkönen (Finnland) oder der Kolumbianer Juan Pablo Montoya das Cockpit räumen. Diese Frage wurde von Seiten der "Silberpfeile" noch offengelassen: "Zur Zeit sprechen wir mit unseren derzeitigen Fahrern über die Saison 2007. Beide sind sehr talentierte, professionelle und starke Formel-1-Fahrer. Sie haben sich voll und ganz für unseren gemeinsamen Kampf um die Meisterschaften eingesetzt und werden das auch weiterhin tun", so Ron Dennis weiter.
Trotz des Wechsels in der übernächsten Saison bleibt die Zielsetzung für 2006 erhalten: "Unsere Zielsetzung für das kommende Jahr ist jedem im Team klar - wir wollen Rennen gewinnen, so dass 2007 möglicherweise zwei Formel-1-Weltmeister für Vodafone McLaren Mercedes fahren." Ähnlich äußerte sich auch Motorsportchef Norbert Haug.
Alonso selbst sagte laut Mercedes zu seinem neuen Arbeitgeber: "Es ist für jeden Formel-1-Fahrer ein Traum, zu einem Team zu gehören, das so leidenschaftlich für Leistung und Erfolg arbeitet. Ich bin sehr gespannt auf 2007 und auf die tolle Gelegenheit, für Vodafone McLaren Mercedes zu fahren. Es wird für mich ein neuer Anfang und eine große Herausforderung. Bei allem, was ich über diese neue Partnerschaft gehört habe, kann man sich darauf freuen. Natürlich fällt es mir nicht leicht, Renault zu verlassen, aber es gibt Gelegenheiten, die man einfach nicht verpassen darf."

Voodoo
20.12.2005, 13:12
ja, ich finds krazz. Kam für mich total überraschend. Was glaubst, wer jetzt von McClaren geht? Raikönnen zu Ferrari? hmm....

MaX PoWeR
20.12.2005, 13:22
Ich habe keine Ahnung, wann die Verträge von Kimi und Juan-Pablo auslaufen, denke mal das ist mitentscheident. Allerdings werden sie sich mit der Entscheidung nicht viel zeit lassen können, der gegangene Fahrer muss sich ja rechtzeitig nach einem neuen Team umschauen können.

Edit: Oha, 400. Post :)

Voodoo
20.12.2005, 13:26
Raikönnen seiner läuft 2006 aus und dieser zögert noch mit der Verlängerung. Deshalb vermute ich, dass er evtl zu Ferrari geht.