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View Full Version : Hurrikans in USA



Voodoo
22.09.2005, 11:40
USA trifft es mal wieder hart. Vielleicht sollte auch das wohl arroganteste Land der Welt endlich mal bei ihrer Umweltpolitik einlenken...


Der Wirbelsturm «Rita» ist zum drittstärksten jemals beobachteten Hurrikan angewachsen. Er könnte Experten zufolge schlimmere Schäden als «Katrina» verursachen.

Der Hurrikan «Rita» hat sich zum drittstärksten jemals beobachteten Hurrikan entwickelt. Nur «Gilbert» im Jahr 1988 und ein Wirbelsturm im Jahr 1935 wurden als heftiger eingestuft, berichtete der US-Nachrichtensender CNN unter Berufung auf das Nationale Hurrikanzentrum im Miami.


«Rita» erreichte den Experten zufolge am späten Mittwochabend (Ortszeit) über dem Golf von Mexiko Windgeschwindigkeiten von bis zu 280 Stundenkilometern. Der Sturm gilt inzwischen als Hurrikan der höchsten Kategorie 5. Die Gefahr wird für so groß gehalten, dass bereits für eine Million Menschen in niedrig gelegenen Küstenabschnitten von Texas eine Zwangsevakuierung verfügt wurde. Betroffen sind davon auch Teile der Millionenstadt Houston.

«Rita» steuert auf die texanische Küste bei Galveston zu, wo der Hurrikan nach Berechnungen von Experten am späten Freitagabend oder frühen Samstagmorgen (Ortszeit) eintrifft. Präsident George W. Bush rief am Mittwoch bereits vorsorglich für Texas und Louisiana den Notstand aus.



Nasa schließt Raumfahrtzentrum

Auch die für die bemannte Raumfahrt zuständige Nasa-Bodenzentrale, das Johnson Space Center, wurde geschlossen. Die Kontrolle über die Internationale Raumstation ISS wurde der «Mission Control» in Russland übertragen.

Der Direktor des Hurrikanzentrums in Miami, Max Mayfield, warnte davor, dass «Rita» im Fall anhaltender Stärke noch schlimmere Schäden als «Katrina» bewirken könnte. «Katrina» hatte vor dreieinhalb Wochen in Louisiana und in Mississippi verheerende Verwüstungen angerichtet, vor allem in der Stadt New Orleans. Die Zahl der Todesopfer liegt inzwischen bei mehr als 1000, die Bergungsarbeiten dauern noch an.



Galveston von Überschwemmung bedroht

Sollte «Rita» die texanische Inselstadt Galveston direkt treffen, könnte sie zum größten Teil oder sogar ganz überflutet werden, sagte Mayfield. In der Stadt vor Houston leben etwa 60.000 Einwohner.

Wo genau «Rita» das Land erreichen wird, lässt sich nach Angaben des Hurrikanzentrums möglicherweise erst am Freitag sagen. Noch sei von Nordmexiko bis zum südwestlichen Louisiana alles möglich, hieß es am Abend im Hurrikan-Zentrum in Miami. Auch New Orleans könnte erneut betroffen werden. Mit Hochdruck wurde dort an einer Verstärkung von Dämmen gearbeitet.


http://www.netzeitung.de/img/0039/173139.jpg

Totenhand
22.09.2005, 12:56
tjo krass isses auf jeden Fall. Kommt ja immer mal vor das nen heftiger Wirbelsturm auf die Ostküste trifft, aber gleich zwei so starke hinter einander. Da sollte man langsam mal Ursachenforschung betreiben :\

Vorallem da sich über den Atlantik ja noch zwei weitere Stürme Richtung USA auf den Weg machen

Voodoo
22.09.2005, 12:58
Hört sich jetzt sehr böse an, aber ich finde USA hat es irgendwie verdient.

Totenhand
22.09.2005, 13:06
Hört sich jetzt sehr böse an, aber ich finde USA hat es irgendwie verdient.

naja trifft nur leider immer die Falschen.
Die verarmten Schwarzen in New Orleans können ja nichts für ihren bescheuerten Präsidenten und gewählt ham sie Bush bestimmt auch nicht.

Außerdem ham wir davon auch nur Nachteile.
Auch wenn das jetzt materialistisch gedacht ist, aber durch die Stürme steigt der Rohölpreis und das Benzin wird wieder teurer.

Egal ob USA oder ein anderes Land: Durch solche Katastropfen werden Existenzen vernichtet.. Sowas gönne ich keinem :\

riKkTer^
22.09.2005, 13:50
ich glaube nicht das es amerika sonst merken würde das sie die umwelt zerstören ... bin voos meinung : wenns einer verdient hat dann die amis. natürlich ist es übel das es soweit kommen muss ...

reen
22.09.2005, 15:55
ich sag nur kioto-protokoll, amerikanische benzinpreise und kraftstoffverbrauch.
viel spaß beim scheisse auslöffeln

freak
22.09.2005, 16:57
yo muss reen zustimmen, kioto protokoll!!
tja wenn man nicht unterschreiben will...dann muss man fühlen *G*
bestimmt die rache der natur.

Sith
22.09.2005, 17:00
ich sag nur kioto-protokoll, amerikanische benzinpreise und kraftstoffverbrauch.
viel spaß beim scheisse auslöffeln

ACK

Totenhand
22.09.2005, 17:13
tja und sterben tun dann die Leute die nicht mal nen Auto haben :rolleyes:

Warscheinlich tragen hier im Forum mehr Leute zur Umweltverschmutzung bei, als so manch einer der in New Orleans umgekommen ist.

Wenn es euch mal trifft dürft ihr dann ja auch nicht jammern...

MaX PoWeR
22.09.2005, 23:20
Ich glaube da kann kommen was will, solange die Amies irgendwie ein paar cent sparen können, scheissen sie auf die Umwelt. Ich weiss jetzt allerdings nicht, ob man Abgasemission für Hurrikans verantwortlich machen kann.
Ausserdem hat Totenhand völlig Recht mit seinen Einwänden, und einige hier sollten sich mal an ihre Reaktionen bei der Einführung der Öko-Steuer erinnern...

Voodoo
23.09.2005, 08:37
Hurrikans entwickeln sich in Tiefdruckgebieten durch Verdunstung riesiger Wassermengen über dem Meer. Dabei kondensiert Wasserdampf zu Wolken und Niederschlag. So gelangen große Wärmemengen in den Tiefdruckwirbel. Wasserdampf ist die Energiequelle von Wirbelstürmen. Zieht der Sturm weiter über das tropische Meer, nimmt er an Stärke weiter zu. Durch Abgas-Emissionen von Autos und Industrie erwärmt sich das Klima der Erde und es wird mehr tropische Meere geben. Es verdampft mehr Wasser, was wiederrum dem Hurrikan Nährstoff bietet. Je mehr sich die Erde aufwärmt um zu mehr Hurrikans wird es geben. Gut, dass Deutschland nicht unmittelbar an einem warmen Meeresstrom liegt.

MaX PoWeR
23.09.2005, 14:19
Hmm jo könnte also mit verantwortlich sein. Wikipedia schreibt allerdings:


Steigendes Bedrohungspotential
Es ist umstritten, ob künftig mit immer stärkeren und bedrohlicheren Hurrikanen zu rechnen ist. Manche Wissenschaftler sind der Ansicht, dass die globale Klimaveränderungen dazu führen müsse, konkret der Anstieg der Durchschnittstemperatur und somit der Oberflächentemperatur der Weltmeere. Eine Studie des MIT, in der die Hurrikan-Aktivität der letzten drei Jahrzehnte analysiert wird, bestätigt anscheinend diese Tendenz. Andererseits deuten Meersand-Ablagerungen darauf hin, dass heutige Wirbelstürme weder stärker noch häufiger als zu Zeiten der Maya zu sein scheinen.

Voodoo
23.09.2005, 14:45
na ob die Meersand Analyse wirklich so aussagekräftig ist wie die Statistiken und Forschungen der letzten Jahrzehnte? Aber irgendwie ein interessanter Gedanke, wie die Majas wohl früher so ein Sturm aufgenommen haben könnten.

Dachten bestimmt, sie hätten irgend ein Gott erzürnt oder so ;)


Edit: Ich hab mich jetzt auch mal ein bissle eingelesen in das Thema und einen interessanten Artikel auf WDR gefunden.


Die Mega-Hurrikans von 2004

Die Hurrikan-Saison 2004 ging in die Geschichte ein, als die zerstörerischste aller Zeiten. Noch nie seit Menschengedenken waren so viele und so heftige Tropenstürme und Hurrikans über die Karibik und den Süden der USA hereingebrochen. Buchstäblich einmal pro Woche fegten heftige Stürme über Ferienparadiese hinweg und waren für jeden, der in den Sturmgebieten wohnte, eine wahre Plage.


Die Stürme und Hurrikans im Atlantik bilden sich meist zwischen Afrika und Südamerika und ziehen dann westwärts. Manche biegen noch auf hoher See nach Norden oder Nordosten ab, aber die meisten steuern geradewegs auf den Golf von Mexiko zu, streifen dabei die Kleinen Antillen im Süden oder Haiti, Kuba und die Bahamas weiter nördlich.


Treffen sie auf Land, etwa Florida, Louisiana oder Texas, verlieren sie schnell an Kraft, werden zu Tropenstürmen und schließlich Tiefdruckgebieten degradiert. Manche ehemaligen Hurrikans wandern als sommerliche Regengebiete bis nach Europa.


Ein Hurrikan entsteht

Wichtigste Voraussetzung für die Geburt eines Hurrikans: Warmes Meerwasser. Mindestens 27 Grad muss der Ozean warm sein, dann verdunsten so gewaltige Wassermengen, dass das Aufsteigen des Wasserdampfes einen Sog entstehen lässt. Immer mehr Wasser steigt nach oben. Die Rotation der Erde sorgt dafür, dass auch die Wolke zu rotieren beginnt. Sogwirkung und Erddrehung schaukeln sich immer weiter auf, bald entsteht der typische Hurrikan-Wirbel, der Wasserdampf rotiert immer schneller, und in der Mitte der immer größer werdenden Wolke entsteht das Auge des Hurrikans: Eine windstille Zone inmitten des tosenden Wirbels.


Der Hurrikan selber bewegt sich meist relativ langsam, aber die Windböen in seinem Inneren können über 300 Stundenkilometer schnell werden.


Noch um 1900 war es den Menschen völlig rätselhaft, wohin Hurrikans wandern, und auch heute noch kann niemand den Weg eines Hurrikans genau vorhersagen. Die Monster aus Sturm sind immer für unliebsame Überraschungen gut. Die Unkenntnis über die Stürme, zusammen mit der damals sehr langsamen Nachrichtenübermittlung führte 1900 zur vollständigen Zerstörung der texanischen Stadt Galveston und zum Tod von mehreren tausend Menschen.


Heute versucht man - nicht immer mit Erfolg - die Stürme mit Hightech zu enträtseln. Wann immer sich ein Hurrikan bildet, starten Mitarbeiter der amerikanischen Wetterbehörde NOAA per Flugzeug. Diese tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten düsen mitten in den Sturm hinein, in das Auge des Hurrikans. Dort schießen sie Messraketen ab und sammeln jede Menge Daten. Daraus errechnen die Fachleute den möglichen Kurs des Hurrikans und können Sturmwarnungen herausgeben.


Milliarden Dollar - vom Winde verweht

Schon der erste Hurrikan der Horror-Saison 2004 war etwas Besonderes. "Alex" entstand sehr weit nördlich, in der Nähe von North und South Carolina, die er streifte, tankte dann über dem Golf von Mexiko noch einmal Energie, bis er auf der fünfteiligen Hurrikane-Skala als Kategorie 3 eingestuft wurde. Zum Glück blieb er auf dem Meer und richtete keinen Schaden an Land an. Sein Rekord: Nur einmal zuvor war ein so heftiger Sturm so weit nördlich entstanden.


Der bald darauf über Florida hinwegtosende Tropensturm "Bonnie" war nur ein Vorgeschmack dessen, was noch folgen sollte. Nur einen Tag nach "Bonnie" betrat "Charley" die Bühne, ein furchtbarer Kategorie-4-Hurrican mit Windgeschwindigkeiten bis 230 km/h. Er richtete gewaltige Schäden an und wollte auch an Land kaum langsamer werden. Nach der Überquerung Floridas waren seine Böen noch immer 160 km/h schnell.


Und so ging es die ganze Saison lang weiter. Einige der Hurrikans blieben auf dem Meer, wie etwa "Danielle" und "Earl", aber ungewöhnlich viele und ungewöhnlich Heftige trafen auf Land, richteten schwerste Verwüstungen an und töteten viele Menschen.


Besonders heftig schlug "Ivan" zu, dessen Windböen 315 Stundenkilometer erreichten. Unglücklicherweise bewegte sich der Sturm selbst extrem langsam, mit gerade 20 km/h. Auf diese Weise konnten die rotierenden Winde besonders heftige Zerstörungen anrichten. "Ivan" wurde als Kategorie 5 eingestuft und gehört zu den sechs stärksten Hurrikans seit Aufzeichnung der Wetterdaten im 19. Jahrhundert.


Und damit nicht genug: "Ivan" kam auch noch im Doppelpack, denn er wurde dicht gefolgt von Kategorie-4-Hurricane "Jeanne", der bis zu 600 Liter Regenwasser pro Quadratmeter über Karibikinseln ablud.


Unbewohnbares Florida?


Die 2004er Saison endete so ungewöhnlich, wie sie begonnen hatte: Der letzte Sturm in diesem Jahr, Tropensturm "Otto" entstand am letzten Tag der offiziellen Hurrikan-Saison und hielt sich bis in den Dezember hinein.


Viele Fachleute fragen sich seitdem, ob solche ungewöhnlichen Jahre in Zukunft wegen der Klimaerwärmung eher die Regel werden. Denn wenn es mit der Erderwärmung so weitergeht, sind fast zwangsläufig häufigere und heftigere Tropenstürme die Folge.


Teile Floridas und einige Karibikinseln, die besonders häufig heimgesucht werden, könnten dann tatsächlich unbewohnbar werden. Schon jetzt haben manche Küstenbewohner keine Chance, noch eine Versicherung für ihr Hab und Gut zu bekommen.


Dass es eine Klimaerwärmung gibt, ist unbestritten. Diskutiert wird aber noch darüber, ob sie menschengemacht oder ein natürlicher Prozess ist.


Sollte ersteres zutreffen, wäre es schon eine Ironie des Schicksals, dass ausgerechnet das Land, dass als größter Klimakiller gilt, nämlich die USA, auch am häufigsten von Hurrikanes heimgesucht wird.

Voodoo
23.09.2005, 14:47
Hier noch ein wissenschaftlicher Artikel (http://www.heise.de/tr/aktuell/meldung/63974) auf Heise.de, indem Forscher drüber streiten ob die durch Menschen verursachte Klimaveränderung Schuld an den Hurrikans ist.

Hier (http://www.n-tv.de/572788.html) findet man eine Übersicht aller schlimmen Hurrikans im Jahre 2004.

Totenhand
23.09.2005, 15:58
wirklich ein sehr interessantes Theme.

Hab mir das alles auch mal durch gelesen.
Das Problem bei den Wissenschaftlichen Arbeiten ist leider immer nur, das solche Institute sich ja nicht von selbst finanzieren, sondern Sponsoren brauchen. Und ein Wissenschaftliches Institut welches Geld von irgenwelchen Großindustrielen bekommt, wird wohl kaum bestätigen das CO2 Ausstoß zu stärkeren Hurricanes führt.

Bin echt froh das wir nicht in so nem Gebiet leben ^^' Obwohl wir hier in Hamburg ja auch schon ganz schön krasse Stürme haben teilweise

rieke
23.09.2005, 16:50
was bei diesem Sturm jetzt zu einer größeren Katastrophe wird, ist die Zerstörung der größten Ölraffinerien des Landes mit den Tanks die sich dann in den Golf ergiessen werden und einer der größten Chemiefabrikareale werden auch betroffen sein.

HI @ Umweltzerstörung ³

Voodoo
24.09.2005, 08:04
http://www.netzeitung.de/img/0079/173379.gif


Einen Tag vor dem erwarteten Erreichen der texanischen Küste hat der Hurrikan «Rita» am Freitag seine Richtung geändert. Das Auge des Wirbelsturms driftete leicht nach Nordwesten.


Ölpest befürchtet

Der Sturm wird demnach nicht über die Städte Galveston und Houston hinweg ziehen. Stärker gefährdet sind jetzt die weiter östlich gelegene Hafenstadt Port Arthur und Lake Charles in Louisiana.

Die Städte liegen an dem Küstenabschnitt mit der in den USA größten Dichte von Ölraffinerien. Umweltschützer warnten vor einer Ölpest. Die insgesamt 87 Betriebe fuhren die Produktion herunter. Arbeiter der Ölbohrplattformen im Meer wurden an Land gebracht.


Chemie-Standorte geschlossen

Das deutsche Chemie-Unternehmen BASF hat fünf Chemie-Standorte an der texanischen Küste geschlossen. Ein Teil der 1500 Mitarbeiter wurde nach Deutschland geflogen, der andere ins Landesinnere gebracht. Betroffen sind Standorte in Freeport und Port Arthur.

Am Freitagmorgen (Ortszeit) befand sich «Rita» etwa 525 Kilometer südöstlich von Galveston und näherte sich der Küste mit 16 Kilometern pro Stunde. Mit einer Windgeschwindigkeit von 225 Kilometern in der Stunde ist der Hurrikan wieder ein Sturm der Kategorie 4. Zuvor hatte er zeitweise die höchste Kategorie 5 erreicht hatte. Die Meteorologen warnten vor 4,50 bis 6,00 Meter hohen Wellen und heftigen Regenfällen.



Zweite Flut in New Orleans

In der vom Hurrikan «Katrina» zerstörten Großstadt New Orleans verursachten die ersten Ausläufer des Sturmtiefs Regenfälle. Es wird befürchtet, dass die beschädigten Dämme erneut versagen könnten, so dass New Orleans ein zweites Mal überflutet würde.


Tausende auf der Flucht

«Wir warten ab und hoffen das Beste», sagte Mitch Frazier von einer Pioniereinheit der Streitkräfte. Die Dämme wurden mit zusätzlichen Sandsäcken verstärkt. Aufgrund des Hurrikans «Katrina» gab es in der Stadt 832 Todesfälle, insgesamt sind es jetzt 1069.



Wilma Skinner würde den Kommunalbeamten von Houston gerne mal gehörig ihre Meinung sagen. Aber niemand geht ans Telefon. «Ich habe mich um eine Notunterkunft bemüht, und ich habe um Hilfe gebeten, aber niemand hat mir überhaupt zugehört. Man hat mir nur gesagt, dass ich die Stadt sofort verlassen sollte. Aber wie soll ich das tun ohne Geld?»

Skinner ist eine von Millionen Einwohnern der texanischen Metropole Houston und Umgebung, die angesichts des heran nahenden Hurrikans «Rita» aufgerufen sind, die Gegend zu verlassen. Die meisten, die dieser Aufforderung nachgekommen sind, haben die Stadt im eigenen Auto verlassen und sind prompt in einen Megastau geraten. Wer kein Auto hat, hat jedoch überhaupt keine Chance, sich in Sicherheit zu bringen, sagt Skinner.

Dies bestätigt auch Thomas Visor, der sich mit rund 100 Nachbarn afrikanischer oder lateinamerikanischer Abstammung vor einem Bankschalter angestellt hat. Aber dieser bleibt geschlossen. «Das ist doch verrückt», sagt Visor. «Wie soll man vor einem Hurrikan fliehen ohne einen Cent in der Tasche, kann mir das vielleicht mal jemand beantworten?»



«Schlechteste Planung»

Auch Judie Anderson, die nach ihrer Abfahrt aus dem texanischen La Porte nach zwölf Stunden gerade mal 70 Kilometer weit gekommen ist, beschwert sich über die Organisation der Evakuierung: «Das ist die schlechteste Planung, die ich je gesehen habe. Und da sagen die Behörden, sie hätten viel aus ihren Erfahrungen mit 'Katrina' gelernt. Davon bin ich jedenfalls nicht überzeugt.»


Wenigstens ist es der Autobesitzerin Anderson gelungen, überhaupt aus Houston herauszukommen. Für die Armen dieser Großstadt scheint sich diese Chance in der Tat nicht anzubieten. Der 64-jährige Eddie McKinney, ein zahnloser Obdachloser im zerrissenen Hemd, steht vor einem Pfandladen mit dem Warnschild «Herumlungern verboten» und schlürft sein Bier. Er werde halt in Houston bleiben, sagt er, eine andere Möglichkeit sehe er nicht. Zumindest habe ihm «ein netter weißer Mann» ein Zimmer in einem Motel verschafft - und dazu sogar noch eine Flasche Whiskey.


Zweite Flucht vor einem Hurrikan

Im südlichen Arbeiterstadtteil Deer Park am Rande der großen Raffinerien warten Troy und Stacy Curtis vor einer Polizeiwache auf Hilfe. Die beiden haben vor etwa drei Wochen New Orleans verlassen, wo damals der Hurrikan «Katrina» wütete.

Seitdem haben sie in Deer Park in einem Billighotel gewohnt, und die Krankenschwester Stacy hatte sogar schon einen Job in Aussicht. Nun müssen die beiden vor dem nächsten Wirbelsturm fliehen und finden das noch schwieriger als beim letzten Mal, weil ihre finanziellen Ressourcen aufgebraucht sind.

Schließlich werden sie aber doch in einem Lieferwagen der Stadtverwaltung mitgenommen. Auch Busse werden bereit gestellt, so dass auch Wilma Skinner und ihr sechsjähriger Enkel Dageneral Bellard schließlich abreisen können. Doch Skinner beschwert sich weiterhin, dass die Evakuierung der Armen aus Houston weitaus weniger gut organisiert sei als die der Reichen am Strand von Galveston.


Surfbrett als Transportmittel

Unterdessen steht Monica Holmes weiterhin im Stau, bis ihr fast das Benzin ausgeht. Der angesteuerten Tankstelle sind die Vorräte jedoch schon ausgegangen. Der 47-jährige John Benson meint angesichts dieser chaotischen Situation, dass es doch am besten sei, freiwillig zu Hause zu bleiben. Er vertraue darauf, dass sein Galveston letztlich doch nicht so hart getroffen werde wie befürchtet. Und sollte die Stadt nach dem Hurrikan überschwemmt sein, dann werde er sein Surfbrett als Transportmittel benutzen.

freak
24.09.2005, 11:06
Sehr schlau sein Surfbrett zur Not zu benutzen

reen
24.09.2005, 11:29
natürlich tun mir die menschen leid die dort wohnen, am meisten noch nie die wenig geld haben und jetzt quasi vor dem nichts stehen. das die gefahr besteht ist allerdings nichts neues und das man eine stadt wie new orleans nicht anständig gegen so etwas schütz, wo man doch weiß, dass das vorkommen könnte, verstehe ich nicht und finde ich unverantwortlich. ich kann mir nicht vorstellen, dass weiter im norden der usa so gearbeitet werden würde. das zeigt meiner meinung nach mal wieder eindeutig, dass die schwarzen bzw. der süden noch lange nicht mit den nördlichen staaten auf der gleichen augenhöhe steht. sowas zeigt mir außerdem auch, dass wir froh sein können in europa zu leben, damit meine ich nicht die klimatischen bedingungen, sondern das wir in einem land leben in dem es einfach wesentlich sozialer zu geht, als sonst wo. man müsste mal den amis vorschlagen sie sollen solidaritätszuschlag für den süden zahlen. :)

das mit dieser ganzen geschichte aber auch ein wirtschaftlicher boom sonders gleichen zusammenhängt sehen noch die wenigsten. denn die ganze scheisse muss wieder aufgebaut werden. und vielleicht überlegen sich die amis so langsam mal ob es nicht sinnvoll wäre häuser aus stein zu bauen und eine größere kanalisation.

Voodoo
24.09.2005, 20:11
Häuser aus Stein bringt auch nicht so viel mehr, denn die Überschwemmungen hätten das Mauerwerk ebenso beschädigt. Das Fundament kann da genauso unterspült werden und wie Deutschland vor 2 Jahren beim Wirbelsturm zeigte, ebenso kaputt gehen. Natürlich deutlich begrenzter, aber die deutschen Dächer wurden auch abgedeckt und das Zeug flog umher.

Statt jetzt Bunker zu bauen, sollten sie lieber die Umwelt schonen und so nicht noch schwerere Stürme heraufbeschwören :). (angenommen die Umweltverschmutzung verursacht schlimmere Stürme).

Totenhand
25.09.2005, 11:26
seh ich genauso wie Voo. Steinhäuser würden dem auch nicht standhalten. Da wird der wiederaufbau auch noch um einiges teurer.

Ob du es glaubst oder nicht Voo, so langsam vollzieht sich ein Wandel in den USA. Selbst Georg Bush hat mitlerweile eingestanden das es den Treibhauseffekt gibt und das der Mensch dafür verantwortlich ist.
Immer mehr Senatoren üben Druck auf ihn aus. Allen vorran Hillary Clinton.
Selbst Arni hat veranlasst das es in Kalifornien bis 2011 zu ner drastischen Senkung der Treibhausgase kommt.
Ich denke ma das es so langsam aber sicher auch in den USA mit dem Umweltschutz losgeht.

Voodoo
25.09.2005, 12:39
na, das ist doch schon mal was. Auf Arni ist halt verlass ;)