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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Buch - Scheibenwelt: DIE FARBE DER MAGIE



Hades
22.09.2005, 17:01
<table border="0" cellspacing="10"><tr align="left">
<td width="120">http://images-eu.amazon.com/images/P/3453058607.03.MZZZZZZZ.jpg (http://images-eu.amazon.com/images/P/3453058607.03.LZZZZZZZ.jpg)</td>
<td>Titel: Die Farbe der Magie

Kategorie: Fantasy, Großbritanien 1983

Autor(en): Terry Pratchett

Mehr Infos: http://www.scheibenwelt.de/

</td></tr></table>


Inhaltsangabe:
Im ersten aller Scheibenwelt-Bücher begegnen wir dem Magier Rincewind, der allerdings während seiner Ausbildung an der Unsichtbaren Universität etwas Pech hatte. Einer Wette wegen warf er einen Blick in das Oktavo, das Buch, in dem die acht größten Zaubersprüche der Scheibenwelt aufgezeichnet sind. Diese haben jedoch ein besonders starkes Eigenleben, und so nutzte einer von ihnen die Gunst der Sekunde und sprang aus dem Oktavo in Rincewinds Kopf, der jedoch nicht wagt, ihn auszusprechen, da niemand mehr weiß, was er bewirkt. Da es aber ein recht mächtiger Zauberspruch ist, läßt er neben sich keine andere Magie zu, und so muß Rincewind die Unsichtbare Universität verlassen.
In der »Zerbrochenen Trommel«, der berüchtigsten Kneipe von Ankh-Morpork, trifft Rincewind auf Zweiblum, den ersten Touristen und Feuerversicherungsvertreter der Scheibenwelt, und seine seltsame Truhe aus intelligentem Birnholz. Zweiblum engagiert Rincewind als Fremdenführer, und als auf Grund einiger mehr oder weniger zufälliger Zufälle mehrere Großfeuer in der Stadt ausbrechen, verlassen beide diese und wandern durch´s Land. Dabei treffen sie auf Drachen, die sich in Nichts auflösen, wenn man nur fest genug nicht an sie glaubt, auf aus der Art geschlagene Steintrolle, auf furchtsame Sklavenhändler und auf Hrun, den Barbaren, dem sein sprechendes Schwert Kring langsam auf die Nerven geht. Schließlich landen beide samt Truhe am Randfall, wo sie vom Umzaun aufgefangen und von einem Wassertroll zur Strandgutsammelstelle des Königreiches Krull gebracht werden. Dort will man sie den Göttern opfern und läßt sie in einer Gondel, über den großen Randfall hinaus. Natürlich geht auch hier wieder etwas schief, und die Gondel macht sich selbständig.

Schon bei diesem noch recht zusammenhanglos geschriebenen Buch läßt sich eine Vorliebe Pratchetts beobachten, die sich wie ein roter Faden durch alle Scheibenweltbücher zieht: die Verballhornung von altbekannten Märchen- und Fantasymotiven, wie eben dem armen Hrun, aber auch von uns bekannten Alltagsdingen: Wie wird wohl ein Fotoapparat in einer Welt des Mittelalters funktionieren? Richtig, mit einem Bilderkobold, der darin sitzt und die Bilder in Windeseile malt. Und wenn ihm mal die Farbe ausgeht, macht er eben nur Schwarz-Weiß-Bilder. Logisch, nicht wahr?


Textauszug:

Aufgrund komplizierter Umstände, wurden Rincewind und Zweiblum getrennt. Zuerst wird auf Seite 96 beschrieben, wie es Zweiblum ergeht und danach wird auf Seite 97 Rincewinds weiteres Schicksal dokumentiert...nun zu Zweiblum...

Seine Truhe fehlte, und das ärgerte ihn sehr. Darüber hinaus begann es nun zu regnen. Er rutschte unbehaglich auf dem feuchten Stein hin und her und bemühte sich, die Dinge aus einer optimistischen Perspektive zu betrachten. Zum Beispiel: Als sein Pferd während der wilden Flucht durch einige Büsche und Sträucher sprang, scheuchte es eine Bärin mit ihren Jungen auf, setzte den Weg jedoch fort, bevor Meister Petz reagieren konnte. Kurze Zeit später sprang es über einige schlafende Wölfe hinweg und war dabei so schnell, daß das wütende Heulen schon nach wenigen Sekunden hinter Roß und Reiter verklang. Trotzdem: Der Tag ging allmählich zur Neige, und Zweiblum hielt es für eine gute Idee, nicht im Freien zu verweilen. Vielleicht gab es irgendwo ein ... Er überlegte angestrengt und versuchte sich daran zu erinnern , welche traditionellen Unterkünfte der Wald anbot. Ja, genau: Möglicherweise konnte er in einem Lebkuchenhäuschen übernachten.

...und nun zu Rincewind...

Etwa drei Meilen entfernt hielt sich ein gescheiteter Zauberer am hohen Ast einer Buche fest. Seine gegenwärtige Lage war das Ergebnis von fünf Minuten hektischer Betriebsamkeit. Zuerst stürmte eine wütende Bärin durchs Unterholz und zerfetzte mit einem Prankenhieb die Kehle von Rincewinds Pferd. Als er floh, um nicht ebenfalls zum Opfer des Gemetzels zu werden, begegnete er mehreren zornigen Wölfen. Die Lehrer an der Unsichtbaren Universität hatten immer wieder seine Unfähigkeit verflucht, die Levitation zu erlernen; sie wären erstaunt darüber gewesen, wie schnell er den nächsten Baum erkletterte, offenbar ohne den Stamm zu berühren.
Jetzt gab es nur noch das Problem namens Schlange. Ein großes grünes Exemplar - und es kroch mit Reptiliengeduld über den Ast. Ob sie giftig ist? überlegte Rincewind, und gleich darauf kam er sich wie ein Narr vor, über eine solche Frage nachgedacht zu haben. Natürlich war die Schlange giftig.
"Warum grinst du so?" wandte er sich an die Gestalt auf dem nächsten Ast.
"ICH KANN NICHT ANDERS", erwiderte Tod. "WÜRDEST DU JETZT BITTE LOSLASSEN? ICH HABE NICHT DEN GANZEN TAG LANG ZEIT."
"Ich schon", sagte Rincewind trotzig.
Die vor dem Baum wartenden Wölfe sahen nach oben und beobachteten, wie ihre nächste Mahlzeit mit sich selber sprach.
"ES TUT NICHT WEH", meinte Tod. Wenn Worte Gewicht hätten, so genügte ein einzelner Satz von Tod, um ein Schiff zu verankern.
Rincewinds Arme beschwerten sich mit heftigen Schmerzen. Er warf der geierartigen, leicht durchscheinenden Gestalt einen finsteren Blick zu.
"Es tut nicht weh?" wiederholte er. "Wahrscheinlich kitzelt es nur ein bißchen, von Wölfen zerfleischt zu werden, wie?"
Ein dumpfes Knacken wies ihn darauf hin, daß der Ast, an dem er hing, langsam die Geduld verlor...



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