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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Review - Die Geschichte vom Amiga



Voodoo
03.10.2005, 15:30
Die Geschichte vom Amiga Der Anfang
Amiga A1000
Amiga A500/A500+
Amiga A2000
Amiga CDTV
Amiga A3000
Amiga A600
Amiga A1200
Amiga CD32
Amiga A4000(T)
Absatzzahlen
Workbench
kultige Zusatzhardware
Files & Links

anfangDer Anfang

<img src="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/commodore.gif" align="left" border="1" hspace="5" title="5">Als der Firmengründer Jack Tramiel aufgrund von internen Streitigkeiten seine Firma verließ, hinterließ er sie in einem etwas planlosen Zustand. Die neuen Chefs hatten keine brauchbaren Neuentwicklungen, und da viele der besten Entwickler mit Tramiel die Firma verlassen hatten sah es in dieser Hinsicht auch nicht sonderlich Rosig aus. Jedenfalls so lange bis Commodore von den Finanznöten der kleinen Firma Amiga Wind bekam. Nach einigen Verhandlungen kaufte Commodore die Firma Amiga für 27 Millionen Dollar auf und verlangte, aus der in Entwicklung befindlichen Spielkonsole einen vollwertigen Computer zu machen. Aufgrund der Pläne von Jack Tramiel, der die Firma Atari aufgekauft hatte um Commodore Konkurrenz zu machen war das auch Bitter nötig.

Der erste Amiga der dann schlussendlich 1985 erschien, der Amiga 1000, hatte geradezu sensationelle Fähigkeiten, war jedoch um längen zu teuer, als dass er reißenden Absatz finden könnte. Da Commodore sich in ernsten Finanznöten befand wollte außerdem in dem von Commodore anvisierten Marktsegment (Bürocomputer) niemand einen Rechner kaufen, von dessen Herstellerfirma niemand wusste ob sie nächste Woche noch existierte. Beim zwei Jahre später vorgestellten Amiga 500 bzw. 2000 stimmte dann der Preis und das Softwareangebot und der Verkauf rollte an.



a1000Amiga A1000

<img src="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/amiga_1000.jpg" align="left" border="1" hspace="5">Der Amiga 1000 war der Ur-Amiga. Er wurde im Sommer 1985 im Rahmen einer millionenschweren Multimedia-Show in New York vorgestellt. (Seine deutsche Premiere hatte er auf der Hannovermesse CeBIT im März 1986). Kaum einen der Anwesenden dürfte die Vorstellung kalt gelassen haben. Ganz abgesehen von reichlich Prominenz, mit der sich Amiga schmückte, so zum Beispiel dem inzwischen verstorbenen Pop-Künstler Andy Warhol und der Rocksängerin Debby Harrie (Blondie) wurden vor allem die grafischen und musikalischen Fähigkeiten des Amiga groß herausgestellt. Er verfügte nämlich über zur damaligen Zeit sensationelle Hardware und ein sehr schnelles Multitasking-Betriebssystem.

Eine Besonderheit des 1000ers war, dass das Betriebssystem nicht wie bei den Nachfolgemodellen im ROM zu finden war (dort befand sich nur ein Programm, um das Kickstart in einen vorbestimmten Speicherbereich zu laden), sondern sich auf einer so genannten Kickstart-Diskette befand. Dies wurde nur gemacht, damit Systemupdates (die zu dieser Zeit noch sehr häufig waren) einfach und billig zu bewerkstelligen waren.

In der Grundausstattung besteht der Amiga aus der Systemeinheit, einem Farbmonitor, einer Tastatur und einer Maus. In der Systemeinheit steckt ein 3,5 Zoll-Diskettenlaufwerk mit 880 KByte Kapazität. Auf der innerer Deckelseite des Gehäuses haben übrigens alle Entwickler unterschrieben (einschließlich Jay Miners Hund). Das ganze kostete mit einem Amiga-eigenen Betriebssystem in den USA umgerechnet rund 6000 DM.

Der Farbmonitor gibt die hochwertige Grafik des Amigas angemessen wieder. Farbsäume sind praktisch nicht erkennbar. In der Schärfe ist er dem Schwarzweiß-Monitor des Atari ST jedoch geringfügig unterlegen. Auch die Videofrequenz des Amigas liegt mit 28,6 Mhz etwas niedriger als die des 520 ST. Die ungewöhnliche Punktfrequenz, die auch zur Erzeugung der Taktfrequenz der CPU dient, hat man gewählt, um zur Amerikanischen Fernsehnorm kompatibel zu sein. Empfindliche Benutzer werden feststellen, dass der Amiga-Bildschirm nicht ganz so flimmerfrei ist, wie der des Atari ST. Auch dies hat die Ursache in der Fernsehnorm, die 60 (Halb-) Bilder pro Sekunde festlegt. Der 520 ST liegt dagegen mit 71 Hz über der Bildwechselfrequenz, die das menschliche Auge noch wahrnehmen kann. Trotz dieser kleinen Einschränkung kann man den Amiga-Monitor als ein überdurchschnittlich gutes Gerät bezeichnen.

Die Maus arbeitet präzise. Als Bediengerät für die Workbench ist sie hervorragend geeignet. Sie verfügt über zwei großflächige Tasten, die wie üblich zu Eingaben in Programme genutzt werden.



a500Amiga A500/A500+

<img src="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/amiga_500.jpg" align="left" border="1" hspace="5">Hierbei handelt es sich um den meistverkauften Rechner aus der Amiga-Reihe. Das Gerät wurde für viele Computerfreaks zum Traumcomputer. Durch seine großartigen Eigenschaften in Sachen Grafik und Sound, aber auch wegen teilweise gravierender Stabilitätsprobleme des Betriebssystems war er bald als Spielecomputer verschrien, ein Ruf, den er bis heute nicht losgeworden ist.

Der Amiga 500, der um 1986 etwa zeitgleich mit dem 2000er eingeführt wurde, teilte viele seiner Leistungsdaten mit diesem. Da die Zielgruppe jedoch der Heimbereich war, verzichtete man bei diesem Rechner auf das Desktopgehäuse und spendierte ihm stattdessen ein dem Commodore 128 ähnliches Outfit. Wie der Amiga 1000 und 2000 besaß der Amiga 500 eine MC68000 CPU, die mit 7 Mhz getaktet war. Seine Speicherausstattung betrug 512 KByte. Der Rechner war verglichen mit dem Amiga 2000 recht spärlich aufrüstbar, besaß aber doch einen Erweiterungsanschluss an der linken Seite (derselbe wie im Amiga 1000, lediglich um 180° gedreht) und eine sog. Trapdoor-Erweiterung an der Unterseite. In dieser fand meist eine 512 KByte Speichererweiterung mit Uhr Platz.



a2000Amiga A2000

<img src="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/amiga_2000.jpg" align="left" border="1" hspace="5">Im Gegensatz zum Amiga 500 handelt es sich beim Amiga 2000 um einen Desktop-Computer, der zwar Hardwaremäßig dem 500er entspricht, durch seine internen, PC-ähnlichen Erweiterungsslots aber stark aufrüstbar ist. Dazu gesellen sich noch ein freier Einschub für 3,5" Laufwerke und einer für 5 1/4 " Laufwerke. Außerdem befinden sich 2 8-Bit und 2 16-Bit ISA-Slots auf der Hauptplatine, die für PC-Brückenkarten benutzt werden können.

Den Amiga 2000 gibt es schon seit dem Jahr 1986. Damals trat Commodore mit dem Werbeargument an, dass dieser neue Rechner durch seine universellen Erweiterungsmöglichkeiten absolut zukunftssicher sei, da man alle denkbaren Erweiterungen und Verbesserungen nachträglich in den Computer einbauen könne. Im Prinzip stimmt das auch, aber in der Praxis gibt es da leider einige Einschränkungen, auf die ich später näher eingehen werde.

Als erster Amiga besitzt der A2000 die bereits erwähnten fünf PC-ähnliche 100-polige Erweiterungssteckplätze, genannt Zorro-II-Steckplätze. Diese können sehr vielfältig genutzt werden, sei es für Speichererweiterungen, Festplattencontroller, Autoboot-Karten, Grafikkarten usw. Die Busbreite beträgt 16 Bit, die Konfiguration der Ressourcen usw. erfolgt über den AutoConfig-Standard. Das heißt, jede Karte wird automatisch vom Betriebssystem in die 8 MByte verfügbaren Adreßraum eingebunden, mitsamt allen benötigten Treibern die evtl. auf einem ROM-Baustein auf der Karte zu finden sind. Alle Karten erhalten eine eindeutige vierstellige Hersteller- und eine Produkt-ID, anhand derer die Treibersoftware "seine" Karte identifizieren kann. Kein DMA und IRQ-Gesch**** wie bei PCs. Ein echtes Plug and Play-System.

Die PC-Erweiterungsslots sind lediglich für Brückenkarten brauchbar, sie sind nämlich lediglich untereinander verbunden und mit Strom versorgt. Der Amiga kann diese Slots weder ansprechen noch anderweitig benutzen.



acdtvAmiga CDTV

<img src="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/amiga_cdtv.jpg" align="left" border="1" hspace="5">Der Amiga CDTV war seiner Zeit weit voraus. Dummerweise zu weit. Der Rechner war als CD-Player und Video-Disc-Player gedacht, damit er zur heimischen Stereoanlage passte, wurde ihm ein schwarzer Look verpasst.

Als er 1990 auf den Markt kam, erntete er viel Missfallen, denn den meisten Testern der Fachzeitschriften war das Konzept nicht so recht geheuer: "Ein Computer mit CD-Spieler? Und mit dem man auch noch arbeiten soll? Was für eine sinnlose Spielerei!". Dass heutzutage jeder PC ein CD-Laufwerk beinhaltet und die heutigen DVD-Spieler ein ähnliches Konzept darstellen, sei nur nebenbei gesagt.

Die Technik bestand aus einem normalen Amiga 500 mit 1MB RAM, der mit einem Singlespeed Caddy-CD-Laufwerk zusammen in ein Gehäuse gesteckt wurde, das wie ein gewöhnlicher CD-Player aussah. Um den HiFi-Gesamteindruck abzurunden, wurde dem Gerät außerdem eine Fernsteuerung spendiert. Diese ist jedoch anders geformt als eine normale Fernbedienung, sie geht nämlich in die Breite und nicht in die Länge. Auf dieser finden sich alle Bedienelemente des CDTV, dazu kommen noch ein Steuerkreuz und zwei Feuerknöpfe. Leider machte Commodore auch einige Fehler bei der Konzeption des Geräts, denn der Rechner wurde noch mit Kickstart 1.3 ausgeliefert, obwohl die Version 2.0 gerade mit dem Amiga 3000 eingeführt worden war. Auch war die Leistung der Hardware nicht mehr ganz zeitgemäß, geschweige denn fürs CD-Konzept (Full-Motion Video zum Beispiel) ausreichend. Das Ergebnis war beispielsweise, dass das Spiel Microcosm von Psygnosis erst auf dem CD32 herauskam, obwohl es für den CDTV geplant gewesen war.

Der CDTV ließ sich wenigstens ganz anständig aufrüsten, von Speichererweiterungen über Diskettenlaufwerke, richtige Tastaturen, Mäuse und Joysticks gab es eigentlich alles. Nur an der Software haperte es. Außer ein paar (meist mittelmäßigen) Spielen und ein paar Lexika gab es nichts für die Kiste, wenn man von der restlichen Amiga-Software absieht, diese ist natürlich auch fast uneingeschränkt lauffähig.



a3000Amiga A3000

<img src="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/amiga_3000d.jpg" align="left" border="1" hspace="5">Die zweite Generation der Amiga - Computer-Reihe, der Amiga 3000 und später der Amiga 600 erschienen etwa um 1990 herum. An der Grundarchitektur wurde wenig verändert, lediglich das Chip-RAM Limit wurde mittels eines neuen Agnus-Chips von 512 KB bzw. 1 MByte auf 2 MByte heraufgesetzt. Außerdem besitzt der A3000 eine durchgängige 32-Bit Architektur. Die Workbench lag in der gründlich überarbeiteten Version 2.0 vor.

Neben der Software-Verbesserungen taten sich besonders die Hardware - Veränderungen hervor, wie etwa der ECS-Chipsatz oder das neue Slimlinegehäuse (nicht breiter als ein 14" Monitor). Viel gravierender jedoch ist die Ausstattung mit einem MC68030-Prozessor mit 25Mhz, welcher außerdem eine MMU beinhaltet. Ein mathematischer Koprozessor vom Typ MC68881/2 kann nachgerüstet werden. Beide Prozessoren befinden sich auf einer eigenen Prozessorplatine, die denselben 200pin Steckplatz verwendet, wie die im Amiga 4000 verwendete A3640, das heißt die Karten sind prinzipiell austauschbar. Die internen Steckplätze sind außerdem als ZORRO-III Slots ausgelegt, eine vollkompatible 32-Bit breite und DMA-fähige Weiterentwicklung der ZORRO-II-Slots des A2000. Der vom A2000 bekannte Videoslot ist auch wieder mit von der Partie.

Serienmäßig ist der Amiga 3000 mit 1 MByte Fast-RAM bestückt, die Stecksockel für die Aufrüstung auf 16 MByte sind bereits vorhanden. Bei einer Aufrüstung bis 4 MByte werden 1 MByte Chips eingesetzt, bei einer Erweiterung bis 16 MByte werden 4 MByte Chips verwendet.

Mit dem neuen ECS-Grafikchipsatz wurden viele neue Darstellungsmodi möglich. Dies bedurfte jedoch eines neuen Monitors mit mehr als 15 KHz Zeilenfrequenz. Um dennoch die alten Modi auf einem neueren Monitor darstellen zu können, der die 15Khz nicht beherrschte, wurde im A3000 serienmäßig ein Flickerfixer verbaut. Dieser Chip hatte die Aufgabe, das normale Amiga-Bild für die "größeren" Monitore aufzubereiten.



a600Amiga A600

<img src="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/amiga_600.jpg" align="left" border="1" hspace="5">Etwa um 1992 herum wurde der Amiga 600 eingeführt, der von seinen Leistungsdaten etwa dem Amiga 500 entsprach, jedoch mit dem neuen ECS-Chipsatz des Amiga 3000 samt neuem Betriebssystem ausgeliefert wurde. Er wurde quasi als Nachfolger des Amiga 500 angepriesen. Weitere Ergänzungen:
Eingebauter IDE-Controller für 2,5" Festplatten
PCMCIA-Typ II Anschluss
Kleineres Gehäuse, nur etwa 2/3 der Größe eines Amiga 500
1 MByte RAM serienmäßig

Als erster Amiga neben dem Amiga 3000 wurde der A600 komplett in SMD (Surface Mounted Devices) Technik gefertigt, sämtliche Bausteine außer dem Kickstart-ROM sind auf der Hauptplatine aufgelötet. Dies erschwert Basteleien stark, und bei einem Bauteildefekt muss meist die gesamte Hauptplatine ausgetauscht werden. Dafür war diese Bauart etwas zuverlässiger und vor allem günstiger herzustellen.

Der Rechner wurde jedoch zu einem der größten Flops in der Geschichte von Commodore. Gründe hierfür waren vor allem der Preis, die Inkompatibilität der Erweiterungen des A600 zum A500, die mangelhaften Erweiterungsmöglichkeiten sowie die nicht mehr zeitgemäße Rechenleistung und Speicherausstattung. Auch mag das Fehlen einer Numerischen Tastatur zum Misserfolg beigetragen haben. Erschwerend kam noch hinzu, dass das mit den ersten Rechnern zusammen ausgelieferte Kickstart-ROM nichts mit dem eingebauten IDE-Controller anfangen konnte. Dies wurde zum Glück später behoben.

Einer der Hauptgründe für den mangelnden Erfolg des Rechners wird aber die Tatsache sein, dass 1992 drei Rechner mit fast identischen Leistungsdaten (A500, A500 plus und eben A600) hergestellt und verkauft wurden. Verwirrung pur.



a1200Amiga A1200

<img src="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/amiga_1200.jpg" align="left" border="1" hspace="5">Beim Amiga 1200, der Ende 1992 auf den Markt kam, handelt es sich, wie beim Commodore 64 und beim Amiga 500 um einen Tastaturcomputer. Er war einer der wenigen Computer, bei denen Commodore "alles richtig gemacht hatte". Auf der Basis dieses Rechners entstand später die Spielkonsole CD?? .

Die Gehäuseform ähnelt der des Amiga 600, wurde jedoch um ca. ein Drittel verbreitert, um Platz für die Standard-Amiga Tastatur und eine größere Platine zu machen. Wie im Amiga 4000 arbeitet im 1200er der AGA-Chipsatz , und auch sonst unterscheidet sich die Hardware nicht sonderlich. Als CPU verrichtet eine Sparversion des MC68020 mit 14 MHz ihren Dienst, der Speicherausbau beträgt 2 MByte Chip-RAM. Die Hauptplatine wurde mit der SMD-Technik hergestellt.

Der Hauptunterschied zwischen dem 1200er und dem 4000er ist zum einen natürlich das Gehäuse und zum anderen die Erweiterbarkeit. Beim 1200er gibt es lediglich einen internen 150poligen Prozessorslot für Turbokarten und andere hardwarenahe Erweiterungen. Dafür besitzt er ebenfalls den schon vom Amiga 600 bekannten PCMCIA-Slot. Dazu kommt noch ein interner 44poliger Anschluss für 2,5" IDE-Festplatten. Mit ein wenig Bastelei kann man aber auch 3,5" Festplatten einbauen, dazu muss aber die Abschirmung entfernt und das Gehäuse leicht modifiziert werden. Die Tastatur ist wie beim A600 über ein grünes Plastikflachbandkabel mit der Hauptplatine verbunden, welches allerdings nicht sonderlich flexibel und recht empfindlich ist, dies ist gerade für Bastler ärgerlich. Eine Besonderheit ist der sogenannte Uhrenport auf der Hauptplatine. Hier kann Spezialhardware angeschlossen werden, wie zum Beispiel ein Catweasel Floppycontroller.

Bei sehr vielen Hardware-Erweiterungen ist das Standardnetzteil allerdings deutlich überfordert (spätestens wenn die Power-LED bei Plattenzugriffen flackert wird´s kritisch), ein stärkeres Ersatznetzteil ist dann dringend erforderlich um Stabilitätsprobleme zu vermeiden.

Um die Erweiterungsproblematik und das Netzteilproblem zu umgehen, gab es, wie schon beim 500er, zahlreiche Towerumbausätze, die meist auch mit mehreren Zorro-II Steckplätzen bestückt waren. So kam man relativ günstig zu den Aufrüstmöglichkeiten eines vollwertigen 4000ers. Sollte man aber lediglich mehr CPU-Power oder ein CD-Laufwerk benötigen, kommt man auch mit den normalen Ausbaumöglichkeiten aus. Die Turbokarte kommt hierbei in den internen Prozessorslot und das CD-Laufwerk wird über den PCMCIA-Anschluss angeklemmt.



acd32Amiga CD32

<img src="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/amiga_cd32.jpg" align="left" border="1" hspace="5">Das CD32 stellte einen Versuch von Commodore dar, auf dem Videospiel-Markt Fuß zu fassen. Vom Konzept her ähnelte das Gerät dem CDTV, war jedoch in ein konsolenähnliches Gehäuse verpackt worden. Zwei "Knochen"-Joypads dienten als Eingabegeräte.

Im Gegensatz zum CDTV wurde das CD32 positiv von der Fachpresse begrüßt. Mit der Software sah es auch recht gut aus, das Prestigestück "Microcosm" von Psygnosis schlug in Sachen Geschwindigkeit, Farbenvielfalt und Sound die PC- und Mega-CD-Varianten um Längen. Leider wurde es am Markt schnell wieder still um das eigentlich gute Gerät, denn der Software-Nachschub bestand größtenteils aus Konvertierungen vom Amiga 1200 mit ein paar zusätzlichen Videosequenzen, die das CD-Konzept aber nicht annähernd ausnutzten. Auch war Commodore aus chronischem Geldmangel nicht mehr in der Lage, so viele CD32 zu produzieren, wie im Weihnachtsgeschäft 1993 noch hätten verkauft werden können. Der Konkurs der Firma tat dann sein übriges.

Im CD32 werkelt prinzipiell ein Amiga 1200 in der Grundausstattung, lediglich ist ein Blitter -ähnlicher Spezialchip (Akiko) hinzugekommen. Das CD-Laufwerk arbeitete mit doppelter Geschwindigkeit.

Die Aufrüstungsmöglichkeiten sehen ähnlich aus wie beim CDTV, also Tastatur, usw. Interessant ist es, dass sich das CD32 mit einer MPEG-Karte ausrüsten lässt, die es ermöglicht, Video-CDs (die Vorläufer der DVD) abzuspielen. Das heißt, ganze Spielfilme in Stereo und SVhs Bildqualität.



a4000Amiga A4000(T)

<img src="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/amiga_4000.jpg" align="left" border="1" hspace="5">Der Amiga 4000 ist seit seiner Einführung 1992 das Flaggschiff der Amiga-Modellreihe. Er verfügt standardmäßig über einen MC68040 Prozessor mit 25Mhz (50 Mhz intern) sowie 2MB Chip- und 4MB Fast-RAM. Ein Jahr später folgte die billigere Sparversion mit einem 33 Mhz MC68030 , der Amiga 4000/030. Als Betriebssystem kommt wie im Amiga 1200 Kickstart 3.0 zum Einsatz. Als weitere Ähnlichkeit zum 1200er befindet sich im Amiga 4000 der neue AGA-Chipsatz , der in allen Auflösungen 256 von 16 Mio. Farben bereitstellt.

Serienmäßig verfügt der 4000er über einen IDE-Anschluß für Festplatten, CD-ROMs u.ä., ein SCSI-Bus kann nachgerüstet werden. Der Rechner wird in einem kleinen und leider leicht überhitzenden Gehäuse ausgeliefert, in dem Platz für bis zu 4 Zorro III Karten ist. Dem Hitzeproblem kann man durch einen aktiven CPU-Kühler sowie kurze Kabel, die eine bessere Luftzirkulation ermöglichen, ein Schnippchen schlagen. Im Gehäuse befindet sich Platz für ein 5,25" Laufwerk und, wenn man das eingebaute Diskettenlaufwerk durch ein flacheres ersetzt, vier 3,5" Laufwerke, von denen im letztgenannten Fall zwei von außen zugänglich sind.

Wie beim A3000 auch befindet sich der Prozessor auf einer eigenen Steckkarte mit einem 200pin-Anschluß. Dies ermöglicht einfaches Nachrüsten neuerer und besserer Prozessoren. Die ursprünglich mitgelieferte A3640 besaß den 68040er-Prozessor, konnte allerdings nur recht langsam auf den Hauptspeicher auf dem Mainboard zugreifen. Abhilfe schaffen hier die A3630 mit 68030-Prozessor und eigenem Speicher (der natürlich langsamer als der 040er war), oder eine der zahlreichen Turbokarten mit eigenem Speicher.

Nach der Commodore Pleite wurde der A4000 bis zur Übernahme durch ESCOM nicht mehr hergestellt, die nach der Übernahme neu gegründete Firma Amiga Technologies fertigte den Rechner allerdings wieder. Als Schritt nach vorn erwies sich der Umbau des Rechners in ein größeres und besser belüftetes Towergehäuse, in dem sich außer einer größeren Anzahl Laufwerksschächte auch mehr Zorro-Slots befanden.

Das Betriebssystem wird, wie bei allen Amiga-Modellen als Kickstart (für den im ROM befindlichen Teil) und als Workbench (für die Teile auf Diskette und die Benutzeroberfläche) bezeichnet und liegt beim Amiga 4000 als Version 3.0 vor. Diese Version wurde speziell entwickelt, um Unterstützung für den neuen Grafikchipsatz zu bieten.



absatzAbsatzzahlen (herausgegeben von der Marketing-Abteilung Commodore Frankfurt) Amiga CD32 --> 25.000
Amiga CDTV --> 25.800
Amiga 500 --> 1.081.000
Amiga 500+ --> 79.500
Amiga 600 --> 193.000
Amiga 1000 --> 27.500
Amiga 1200 --> 95.550
Amiga 2000 --> 124.500
Amiga 3000 --> 8.300
Amiga 4000/030 --> 7.500
Amiga 4000/040 --> 3.800


workbDie Workbench

http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/workbench13_small.gif (http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/workbench13.gif) http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/os13_1_small.gif (http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/os13_1.gif)

Mit dem ersten Amiga, der später Amiga 1000 getauft wurde, wurde im Jahr 1985 die Version 1.0 des Amiga-Betriebssystems ausgeliefert. Schon diese allererste Version setzte Maßstäbe, die lange Zeit unerreicht blieben: Präemptives Multiasking ermöglichte eine optimale Verteilung der CPU-Rechenzeit auf verschiedene Prozesse. Die Oberfläche war intuitiv mit der Maus zu bedienen, aber gleichzeitig war es möglich, über das CLI (den Vorgänger der Shell) kompliziertere Vorgänge auch mit der Tastatur zu erledigen. Dabei war dieses OS eines der kleinsten und effektivsten, das auf dem Markt war - ein Pluspunkt, der ihm bis heute geblieben ist.

Es gab beim Amiga 1000 noch keine Kickstart-ROMs: Dieses wurde auf Diskette mitgeliefert und beim Starten als erstes geladen. Nach dem Einschalten begrüßte den Benutzer lediglich ein Bildschirm, der zum Einlegen der entsprechenden Diskette aufforderte.

Die erste Version des Betriebssytems war noch recht fehlerhaft und stürzte häufig ab, trotzdem begeisterte sie die Amiga-Fans der ersten Stunde. OS 1.0 unterstützte für die Bildschirmausgabe nur das amerikanische NTSC-System. Wie die heute bekanntere Workbench 1.3 hatte es einen blauen Hintergrund. Die Piktogramme waren allerdings noch sehr einfach und zweidimensional gehalten. Beim Ziehen von Piktogrammen verwandelte sich lediglich der Mauszeiger in einen Kreis mit einem X darin. Auf Diskette lag außerdem ABasic als Programmiersprache, sowie ein Tutorial bei.



hardwarekultige Zusatzhardware

Competition Pro<a href="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/compedition.gjpg" target="_blank"><img src="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/compedition_small.jpg" border="0" align="left" hspace="5"></a>Der Competition Pro ist ein beliebter digitaler Joystick für klassische Computersysteme wie C64 und Amiga von Commodore oder die Geräte Atari. Für PC gibt es heute auch eine USB-Variante. „Competition“ kommt aus dem Englischen und bedeutet „Wettkampf“. Zu seinem Ruhm kam er durch die bei späteren Versionen verwendeten Mikroschalter, die ihn extrem robust und damit wahrlich Wettkampftauglich machten.

Dieser Competition Pro gilt als der robusteste und präziseste je gebaute Joystick für Computerspieler. Joystick-Killer wie das Spiel Decathlon für den C64 konnten ihm nichts anhaben. Im Gegenteil: mit dem Competition Pro erreichte man wieder neue Highscores.

Der Competition Pro ist wartungsfreundlich, da alle wichtigen Teile verschraubt sind. Die Mikroschalter sind zum Beispiel im Elektronik-Fachhandel als Standardbauteile erhältlich.

Vom Competition Pro gibt es verschiedenste Ausführungen. Das Ur-Modell hat ein schwarzes Gehäuse mit rotem Steuerknüppel und ebenso roten Feuertasten. Später folgten optisch aufgewertete Versionen mit einem durchsichtigen Gehäuse und roten Bedienelementen, oder mit blau-transparentem Gehäuse und verchromten Bedienelementen. Customizer bauten aus diesen Modellen auch schon mal einen Joystick mit transparentem Gehäuse und verchromten Bedienelementen, welchen es so nie offiziell zu kaufen gab.

Es existiert auch einen Mini-Ausführung. Diese entspricht exakt dem Competition Pro, ist jedoch in der Größe um rund die Hälfte verkleinert und längst nicht so stabil wie das Original.


Action Replay MKII<a href="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/action.jpg" target="_blank"><img src="http://www.myrabbits.de/images/retro/amiga/action_small.jpg" border="0" align="left" hspace="5"></a>Das Action Replay steckte man beim Amiga 500 in den linken Zusatzslot, wenn man die Klappe öffnete. Nach der recht einfachen Installation bot das Action Replay dem Zocker eine Menge neuer Features. Man konnte zum Beispiel speichern wann immer man wollte. Auch wenn das Spiel dies nicht unterstützte. Die Geschwindigkeit vom Spiel konnte man drosseln, so dass selbst die schnellsten Games einfach zum durchspielen wurden. Doch berühmt wurde das Action Replay durch seine Cheat-Möglichkeiten. Jede Zahl oder jeder Lebensbalken im Spiel konnte mit ein bisschen Spürsinn manipuliert werden. So waren 999 Leben oder unendlich Schuss kein Problem mehr.

Auch für Soundtrack Liebhaber bot das Action Replay viel fürs Geld. So konnte man den ganzen Speicher nach Soundfiles oder Musikfiles durchstöbern. Hat man eine Stelle gefunden, brauchte man nur den Anfangswert und den Endwert bestimmen und schon war der Sound auf Diskette gespeichert.

Dank Speicherüberwachung war das ständige Problem - Viren - auch kein Thema mehr. Sobald ein Virus sich in den Speicher schreiben wollte, hat das Action Replay eben dies verhindert. Kopierschütze wurden im Handumdrehen übersprungen. Und wer kannte nicht das Problem. Man spielte ein Game richtig weit und merkt dann, keine Save-Disk parat zu haben. Normalerweise wäre der Spielstand jetzt futsch. Doch mit dem Action-Replay kann man, während das Spiel läuft, schnell eine neue Save-Disk generieren, Disketten kopieren oder formatieren.

Für Leute mit Speichererweiterungen stellte sich das Problem, das nicht alle Spiele mit soviel Speicher liefen. Mit dem Action Replay war schnell per Knopfdruck der Speicher auf 512 kb begrenzt. Das Spiel lief wieder. Um alle Möglichkeiten des Action Replays aufzuzählen müsste ich fast einen eigenen Artikel schreiben. Dank der eigenen Shell konnte man fast alles machen, was man sich auf dem Amiga nur vorstellen konnte.



filesFiles & Links Amiga Werbung 1989 (http://www.amigaland.de/history/video/AmigaAdHouse.avi) (Quicktime, 3MB)
Amiga Werbung 1989 Celebs (http://www.amigaland.de/history/video/AmigaAdCelebLong.mov) (Quicktime, 6MB)
CD32 Opening (http://www.amigaland.de/history/video/cd32op.mov) (Quicktime, 2MB)
WinUAE 1.1 (http://www.winuae.net/files/InstallWinUAE1100.exe) (Amiga Emulator für Windows XP)
Wikipedia Artikel (http://de.wikipedia.org/wiki/Amiga)
Competition Pro (http://www.3dsupply.de/3d/shop/produktdetail.php?PID=00000603&KPATH=) (14€ bei 3D Supply)

Voodoo
03.10.2005, 16:10
Artikel nochmal überarbeitet. Hinzu kam jetzt "kultige Zusatzhardware"

Wenn Interesse besteht, werde ich auch "kultige Zusatzsoftware" adden. Vorschläge? Was vergessen? Erfahrungsberichte? Nur her mit :)