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View Full Version : Windows wird 20 Jahre alt



Voodoo
21.11.2005, 10:45
Runder Geburtstag: Windows wird 20

Vor 20 Jahren erschien am 20. November 1985 die erste Windows-Version, damals noch ein einfacher, grafischer Aufsatz für das Betriebssystem MS-DOS. Wie erfolgreich dieses System über die Jahre werden sollte, ahnte damals wohl auch bei Microsoft in Redmond niemand. Mittlerweile läuft Windows laut Hersteller nicht nur auf den meisten PCs weltweit, sondern auch auf mobilen Geräten und selbst Automobil-Kerntechniken auf Windows-Basis werden entwickelt.

1985 veröffentlichte Microsoft mit Windows 1.0 eine grafische Benutzeroberfläche für MS-DOS, die fortan die Bedienung mit der Maus ermöglichte und es bereits erlaubte, mehrere Anwendungen gleichzeitig zu öffnen und damit zu arbeiten. Zum Lieferumfang des 900,- DM teuren Systems gehörten beispielsweise eine Dateiverwaltung und ein Kalender oder das Zeichenprogramm Paint und die Textverarbeitung Write.
"Hoffen wir auf die Weiterentwicklung dieses Paketes, das zumindest in zweierlei Hinsicht frischen Wind bringt: eine schnelle grafische Bedieneroberfläche und Multitasking-Fähigkeit auf einem PC", schrieb die Fachzeitschrift c't 1986 als Fazit in ihrem Windows-1.0-Test.
Weiterentwickelt wurde es tatsächlich. Größere Aufmerksamkeit wurde Windows jedoch erst mit Windows 3.0, die 1990 vorgestellt wurde, zuteil. Ein neues Treibermodell sowie der Programm- und Dateimanager und eine gesteigerte Geschwindigkeit machten Windows für immer mehr Anwender interessant. So verwendeten laut Microsoft 1991 bereits 25 Millionen Anwender weltweit Windows 3.0.

Erst mit Windows 95 stellte Microsoft 1995 ein Betriebssystem vor, das mehr als nur ein MS-DOS-Aufsatz war. Zwar basierten einige Teile immer noch auf DOS, doch eine separate Installation dieses Systems wurde überflüssig. Zudem war Windows 95 das erste 32-Bit-Betriebssystem aus dem Hause Microsoft. Neben dem Unternehmenseinsatz wurde Windows damit auch immer mehr für Heimanwender interessant, so dass sich laut Microsoft im ersten Jahr bereits 40 Millionen Exemplare des Systems verkauften. Mit Windows 95 wurde auch die Internetanbindung in Microsofts System eingeführt: Das unter Windows for Workgroups 3.1 (1992) noch extra nachzurüstende TCP/IP-Protokoll war in Windows 95 bereits integriert.

Parallel zu Windows 95 etablierte sich das bereits 1994 eingeführte Windows NT 3.5 (New Technology) zusammen mit dem Windows NT Server in Unternehmen. Im Gegensatz zu Windows 95 waren dies reine 32-Bit-Betriebssysteme und kamen komplett ohne MS-DOS-Erbe daher.
Nach weiteren Versionen wie Windows 98 (1998) oder ME (2000) gab es mit Windows 2000 (2000) einen ersten Ansatz, die Vorteile der NT-Reihe mit denen der Heimanwendersysteme zu kombinieren. In Form von Windows XP verschmolzen diese beiden Produktreihen 2001 dann tatsächlich. Mittlerweile wird Windows längst nicht nur auf PCs und Servern eingesetzt, vielmehr wird es mit der Windows XP Media Center Edition auch zur Unterhaltungszentrale im Wohnzimmer, die sich per Fernbedienung steuern lässt. Auf mobilen Endgeräten wie PDAs und Handys läuft Windows heutzutage ebenso wie auf Tablet-PCs. Ferner arbeitet man bei Microsoft am vernetzten Heim, in dem alles per Computer gesteuert wird - natürlich ebenfalls auf Windows-Basis.

Doch auch abseits des Mainstreams kommt das Betriebssystem zum Einsatz: Windows CE oder Windows XP Embedded laufen beispielsweise in Test- und Messgeräten sowie Controllern in der Industrie. Der ganz große Erfolg war Microsoft in diesen Bereichen jedoch nie vergönnt, da vor allem spezielle Embedded-Systeme und zunehmend Linux Windows den Rang abliefen. In Zusammenarbeit mit Autozulieferern forschen die Redmonder ferner an Geräten, die Windows auch ins Auto bringen könnten. Microsoft investierte im Finanzjahr 2005 insgesamt 6,18 Milliarden US-Dollar in die Forschung und Entwicklung. All diese bereits erschlossenen Anwendungs- sowie die aktuellen Forschungsgebiete spiegeln dabei die Vision des Microsoft-Gründers Bill Gates wider: "Empower people through great software - any time, any place, and on any device."

Die nächste Windows-Generation: Vista

Obwohl sich Microsoft mit seinem Verhalten und Windows nicht nur Freunde machte, hängt der Erfolg des Unternehmens doch unmittelbar mit dem Betriebssystem Windows zusammen: Bei der Veröffentlichung von Windows 1.0 beschäftigte Microsoft 910 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von mehr als 140 Millionen US-Dollar. Heute ist Windows in mehr als 140 Sprachen verfügbar und Microsoft hat, 30 Jahre nach Gründung, weltweit 61.000 Mitarbeiter und konnte im Finanzjahr 2005 einen Umsatz von 39,8 Milliarden US-Dollar verzeichnen. Weltweit arbeitet der Softwarehersteller mit 775.000 Partnerunternehmen zusammen, alleine in Deutschland sind es 25.000. Darunter natürlich auch PC-Hersteller, die Windows als OEM-Versionen mitliefern und so weiter zur Verbreitung und zum Erfolg des Betriebssystems beitragen.

Die nächste Windows-Generation Vista wird überdies für die zweite Jahreshälfte 2006 erwartet - gerüchteweise soll es am 15. November 2006 erscheinen, also kurz vor dem 21. Geburtstag von Windows.