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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Biologie - Forscher simulieren Hirn



Voodoo
27.12.2005, 10:59
Schweizer Forscher arbeiten daran, Hirnfunktionen einer Ratte im Computer zu simulieren. Eines Tages wollen sie sogar ein komplettes menschliches Gehirn zum virtuellen Leben erwecken, berichtet das Technologiemagazin Technology Review in seiner aktuellen Ausgabe.

Laut seinem Leiter Henry Markram ist das Projekt schon in seinem jetzigen Stadium "mehrere Millionen Mal komplexer als alle Simulationen, die bisher gemacht worden sind". Möglich wird es durch eine Kombination von biololgischer Feinstarbeit und massiver Rechenkraft: Seit zehn Jahren erfassen die Forscher mit Experimenten akribisch das Zusammenspiel der einzelnen Nervenzellen im Rattenhirn. Für die Simulation haben sie einen Superrechner vom Typ "Blue Gene" angeschafft, derzeit auf Platz 13 der Liste der schnellsten Computer weltweit.

Erstes Ziel ist die Simulation eines Verbundes aus 10.000 Nervenzellen, entsprechend etwa einem halben Millimeter Rattenhirn. Das klingt unspektakulär, doch die ausgewählte "kortikale Kolumne" bildet so etwas wie die Basiseinheit jedes Säugetier-Gehirns: Die Zellen sind gemeinsam für eine bestimmte Aufgabe zuständig, doch wie Tierversuche nahe legen, können sie prinzipiell auch andere Aufgaben erledigen. So haben zum Beispiel amerikanische Forscher vor einigen Jahren bei neugeborenen Frettchen die Sehnerven zu dem Teil der Großhirnrinde umgeleitet, der normalerweise Höreindrücke verarbeitet. Die neu verdrahteten Frettchen verarbeiteten nun visuelle Eindrücke mit einem Hirnareal, das dafür ursprünglich gar nicht vorgesehen war.

Noch berechnet die Blue-Gene-Maschine mit jedem ihrer 8192 Prozessoren nur eine Nervenzelle. Für das menschliche Gehirn wären also mindestens zehn Milliarden Prozessoren nötig. Markram setzt bei seinem Ziel, das menschliche Gehirn zu simulieren, auf die Abstraktionsfähigkeit verschiedener Modelle und auf die zunehmende Rechenkraft künftiger Supercomputer. Das menschliche Gehirn, so Markram, besteht zu 80 Prozent aus kortikalen Kolumnen. "Wenn wir erst einmal eine Kolumne haben, dann kann man sie auch vervielfältigen."

Dass pure Rechenkraft und detaillierte Aufzeichnungen wirklich reichen, um irgendwann ein Menschenhirn nachzubauen, halten andere Forscher aber für unwahrscheinlich. Nach Ansicht vieler Theoretiker reicht unser bisheriges Verständnis der Denkprozesse dafür lang nicht aus.

Ich finde die Entwicklung irgendwie beängstigend. Es fehlt dann nicht mehr viel um ein Menschengehirn zu manipulieren. Wenn man ganz genau weiß wie so ein Hirn funktioniert und man anhand des Computers genau berechnen kann, welche Zellen man stimulieren muss um eine bestimme Reaktion zu erhalten, ist es nicht mehr weit um ein Menschen fernzusteuern. Wie wäre es mit dem perfekten Killer? Wahrheitsdrogen zum Verhör sind auch nicht mehr nötig. Eine Regierung kann nicht mehr kritisiert werden, weil Querdenker einfach... umprogrammiert werden. Ist zwar alles noch Zukunftsmusik, aber wenn es soweit ist.... Prost Mahlzeit!

freak
28.12.2005, 12:39
Is zwar noch seeehr weit entfernt aber der Weg geht schon in die Richtung :rolleyes:

Klabauter
28.12.2005, 12:49
Aber .... währ das nicht herrlich?! Eine ganze Welt *StimmeÜberschlägtSich* ganz ohne Kriminalität!! Voller Menschen, die nur noch nett zueinander sind!!

Stell Dir doch aber mal all die Vorteile vor! All unsere Erinnerungen, Erfahrungen und der persönliche Wissens-schatz von jedem von uns ist nur eine ganz bestimmte Kombination aus zueinander verschalteter Nervenenden im Gehirn. Wenn man die ansteuern könnte, dann können wir Wissen und Erinnerungen weitervermitteln ohne es auf herkömmlich umständlichen Weg "lernen" zu müssen! Es genügt vollkommen, wenn wir uns eine WLAN-Karte in den Popo stecken und schon können wir alles wissen was im Laufe der Menschheitsgeschichte entdeckt worden ist. All die Jahre, die ein Mensch also seither mit einem langwierigen Studium bereits entdeckter ... äh... Entdeckungen verbracht hat, kann er schon in die Forschung nach NEUEM stecken.
Natürlich ist da die Gefahr des Missbrauchs... wie bei jeder Wissenschaftlichen neuerung. Klar könnte ich endlich Voo's Fernseher klauen und ihm die Erinnerung einpflanzen, dass er ihn versehentlich kaputt gemacht und weg geworfen ... oder mir geschenkt hat!
Aber ist das nicht enfach der Preis des Fortschritts? Klar ist die Atombombe schrecklich gewesen... aber.... äh... na gut, vielleicht ist Atomenergie kein gutes Beispiel.... vielleicht Autos! Autos sind auch toll und so oft Werkzeug krimineller Dingsies. Von Computern gar nicht zu reden! Und Bäume! HA!! Wenn man keine Bäume erfunden hätte, dann gäbe es keine Knüppel!

Die Frage ist: "Gibt es wirklich eine OBJEKTIVE Grenze an der die Wissenschaft stehen bleiben soll?" Theoretisch könnten wir auch wie diese Amish-Leute in Amerika leben, die immernoch Leben wie in der Kolonialzeit und jeden Fortschritt ablenen. Räder und Wagen und Pflüge und Kerzen und Papier und Tinte benutzen sie aber doch. Wo sollen wir denn aufhören? Und wie lange kann das weiter gehen, wenn wir nicht mehr forschen? Wenn die Sonne ausgebrannt ist, und wir immernoch hier auf diesem Erdknödel hocken, dann ist's halt aus. Keiner kann sagen: "dann bin ich doch schon lange tot"
Woher wollen wir das denn wissen? Vielleicht sind wir da gerade in einer 1325 Reinkarnation... Aufgabe der Forschung das herauszufinden.
Klar muss man nicht alles machen, nur weil es geht. Aber wenn uns das ein bissle weiter bringt, dann finde ich das ok.

Der Zash... im Laberflash

Voodoo
28.12.2005, 13:04
Klar, die Vorteile liegen auf der Hand. Man könnte theoretisch wirklich jeden ab den Kindesalter die Erinnerungen der besten Wissenschaftler einpflanzen um dann wirklich nur nach Neuem zu suchen.

Doch besteht der Charakter eines Mensches aus der Summe seiner Erinnerungen. Wenn wir jetzt alle die selben Erinnerungen haben, wäre das Leben dann nicht auf eine eigenartige Art und Weise.... langweilig und gleich? Wobei man sagen muss, dass man ab da an, ja dann die eigenen Erinnerungen macht. Doch wie verkraftet das ein Kind plötzlich das Wissen eines 60 Jährigen zu haben, der weiß wie "böse" die Welt doch ist und weiß jederzeit sterben zu können?

Das Beispiel mit dem Knüppel kann man glaub ich nicht ganz mit der völligen Kontrolle eines Menschen vergleichen. Ich arte das Thema mal ein bisschen aus:

Beispiel 1
Den Film Matrix hat bestimmt inzwischen jeder gesehen. Wenn irgendwann jeder Mensch seine eingepflanzten Erinnerungen hat, kann er ja bald gar nicht mehr entscheiden was Wahr ist und was nur vom Computer erfunden wurde. Der Sinn für die Realität geht flöten und wer beherrscht das Ganze? Eine Gesellschaft? Eine Regierung? Geheimdienste würden die Chance bestimmt nicht einfach so verstreichen lassen ein bisschen in den Köpfen der "Kunden" herumzuspuken. Patriotismus auf Knopfdruck... praktisch.

Beispiel 2
Ich könnte mir auch vorstellen, dass so eine "Behandlung" nicht ganz günstig ist. Nur die reichen werden sich sowas leisten können und erkaufen sich somit einen noch größeren Vorteil gegenüber den armen. Große Firmen wie Mercedes werden anfangen keine normal studierten mehr einzustellen, sondern achten in der Bewerbung drauf, dass es manipulierte Menschen sind, mit den Wissen mehrerer Generationen. Immer mehr Normalos werden entlassen und haben so noch weniger die Chance sich upgraden zu können. Die Überrasse wird der Unterrasse irgendwann überdrüssig und überlegen sich, diese irgendwie loszuwerden..............


Hach, soviel Material für gute Bücher :D

Klabauter
28.12.2005, 13:22
Ich glaube schon, dass die menschen trotzdem individuell bleiben. Es gilt ja nicht das gesamte Leben des Wissenschaftlers in das neue Hirn zu setzen, sondern nur die wirklich relevanten Fakten. Lesen und Schreiben, Mathematik, Philosophie, Quentenphysik.... Die Erinnerungen an Parties, Mädels und Schokoladenkuchen wird wohl jeder noch selbst erfahren dürfen.
Irgendwoher geistert immernoch die Behauptung, wir würden nur 10% unserer geistigen Kapazität nutzen. Vielleicht ist unser Gehirn schon darauf ausgelegt irgendwann das wissen von nur mehr als einem einzigen Leben aufzunehmen.

Zu Beispiel 1:
Wo währe denn da der Unterschied zu heute? Wir wissen doch schon jetzt nicht mehr was wahr ist und was uns von den Medien vorgegaukelt wird. Wer beherrscht das denn? Der Medienkonzern? Die Regierung? War es nicht merkwürdig, dass RTL, als es von diesem Amerikanischen Medienkonzern gekauft wurde, offensichtlich über die Maßen viele USA-Patriotische Blockbuster nach dem 11.September gezeigt hat? Auch dies nur Informationen aus den Medien... ich war natürlich nicht dabei als, wenn es denn wirklich so war, irgendwelche Kaufverträge geschlossen waren. Die Gefahr einer Lüge aufzusitzen ist zusammen mit der Sprache geboren worden. Im grund ist das, wovon wir hier sprechen nichts anderes als Sprache... die Übermittlung von Erkenntnissen. Genau genommen ist es BESSER als Sprache, weil es die Gefahr von Missverständnissen aufgrund unterschiedlicher Bewertung von "Begriffen" ausschließt.

Zu Beispiel 2:
Es währe auch hier aufgabe des Staates diese "behandlungen" gerecht zu verteilen. Genauso gut könnte man Schulen verurteilen. Schließlich bekommen die gut bezahlten Jobs auch nur diejenigen, die eine gute Schulbildung genossen haben. Schule kostet auch Geld und zwar nicht zu knapp. Die Tatsache, dass bei uns jeder auf eine Schule gehen kann ist ein glücklicher Umstand und dem Management des Staates und nicht zuletzt der Wirtschaft zu verdanken. Die Wirtschaft ist übrigens ein Faktor dem das enorm zugute kommen würde. Schließlich ist das ein ganz neuer Mark! Ein unentdeckter Sektor der Unterhaltungsindustrie. Virtual Reality in Reinstform! Nicht nur dabei, sondern mittendrin. Verkauf von schönen Erinnerungen, sexuelle Phantasien... nicht auszudenken, was da möglich währe. In vielen Filmen wird mit dieser Vorstellung schon gespielt.

Voodoo
28.12.2005, 13:33
Zu Beispiel 1:

Man kann bei RTL aber wegschalten, wenn es einem nicht passt. Oder mann kann den Film anschauen, aber den Inhalt eher verspotten als verinnerlichen. Doch wenn es einem ins Hirn gepflanzt wird, dass Bush super toll ist, dann kannste nicht einfach "umschalten".

freak
28.12.2005, 13:33
Hab jetzt mal nicht alles von euch durchgelesen aber meine Frage: Wollt ihr sowas überhaupt? Fast allwissend sein? Die Ungewissheit ist es, die uns reizt...ein Nebel macht die Dinge wunderschön :heilig:

Klabauter
28.12.2005, 13:45
Noch ein Vorteil läge im therapeutischen Charakter. Vielleicht ließen sich Traumas aus der Kindheit "löschen".
Leute mit Schwierigkeiten, soziale Kontakte zu knüpfen kann geholfen werden. Ein paar schöne Erinnerungen an Erfolge können dem Ego vielleicht ein paar Flügel verleihen.
Auch das kann natürlich zur Sucht ausarten. Vermutlich wird es dann Dealer geben, die ihre "besonderen" Erinnerungen an der Straßenecke verchecken. Huch! Die meisten Süchte sind eher psychischer natur und nur am Rande wirklich körperlich. Würde die Erinnerung an einen Heroin-Rausch schon reichen um jemanden süchtig zu machen?

Es gibt so viele Vor- und Nachteile.
Ich bin trotzdem dafür. Ich vermute lange zeit würde man diese "Daten" nicht einfach über die Luft einem Ahnungslosen Individuum einpflanzen können. Wenn es soweit ist, sind wir BORG.
Bis dahin wird man sich schon einen Helm aufsetzen oder ein Kabel irgenwohin stecken müssen. Von daher müsste ich also wenigstens gekidnappt oder mein Hirndatentransferapparat manipuliert werden um einem Komplott der Geheimdienste zum Opfer zu fallen. Ein ganz schöner Aufwand. Das macht auch nur sinn, wenn es Bevölkerungsweit gemacht würde... und da wir ja wissen, dass es eine teure Angelegenheit wird, erreicht man also auch gar nicht jeden... zumindest nicht Voodoos Untermenschen, die sich in der Kanalisation verstecken werden während sie von der Dunkelheit große Augen und wir vom ganzen Wissen riesige Köpfe kriegen.

Totenhand
28.12.2005, 14:09
ist doch cool, so kann man sicher gehen das jeder ein Hirn bekommt :P

Aber ma erlich, wollt ihr in einer Welt leden wo man jeden Tag von jedem Arsch angegrinzt wird?
Ich finds eigentlich auch mal ganz nett mal auszuflippen oder einfach anders sein, als die Masse. Wenn allerdings nun die Leute durch Massenmedien stimuliert werden und alle "gleich" werden, na dann mal prost ...

Ich werde mich auf jeden Fall jeglichen Medien entziehen :p

Klabauter
28.12.2005, 14:42
Na dann: Totenhand - raus aus dem Internet! :)

Wer sagt denn, dass das kein interaktives Medium wird? Am Ende führts vielleicht dazu, dass sich Männer und Frauen besser verstehen? Gefühle müssen nicht mehr in umständliche Worte gekleidet werden, die dann doch missverstanden werden. So kann das Gefühl direkt übermittelt werden.

... und mal ehrlich. Hier würde wohl jeder ohne zu Zögern das neue CS ausprobieren in dem man sich bewegt, als würde es wirklich passieren. Wer drauf steht, kann sich sogar die Schmerzen simulieren lassen.

BlackFog
28.12.2005, 15:23
Vielleicht würden wir auch entdecken, das vieles von dem hier genannten garnicht gehen würde? Zumindes mit unserem derzeitigen Hirn... :rolleyes:

Möglicherweise ist der angeblich ungenutzte Teil unseres Gehirns auch garnicht ungenutzt und man findet herraus was er "tut".

Oder wir entdecken, dass wir bereits in einer "Matrix" leben... :eek:


BlackFog

Totenhand
28.12.2005, 22:20
also wenn es soweit kommt, dann werde ich alle Teile meiden wo man mich versucht zu manipulieren. Und da das inet dabei warscheinlich die größte Rolle spielt, werde ich zu diesem Zeitpunkt auch das nicht mehr besuchen.

Wenn alles so perfekt läuft, worin besteht dann noch der Sinn des Lebens? Einfach nur noch dumm grinsend durch die Gegend laufen und ein Schatten seiner Selbst sein. Naja wenn das unsere Zukunft ist ... Übrigens werden durch sowas jegliche Menschenrechte außer Kraft gesetzt, also kannste dir auch gleich da oben nen Führer hinsetzten der dir sagt was du zu denken hast.

Ma erlich Klabauter: Würdest du so ein leben noch lebenswert finden? Sicherlich würde es vieles erleichtern, aber ein Leben wäre das nicht mehr

Klabauter
29.12.2005, 14:01
Naja, man muss ja nicht unbedingt vom Worst Case ausgehen.
Nicht zwangsläufig beabsichtigt jede Regierung uns in willenlose Zombies zu verwandeln.

Menschenrechte sind jederzeit und mit jeden mitteln außer Kraft zu setzen. Dafür brauchen wir keine neue Technologie. Das können wir immer machen. Ist also kein Argument für oder gegen soetwas.

Ich kann nur immer wieder sagen: Egal was wir erfinden. Es geht letztlich nur darum WIE wir es verwenden. Bisher haben wir alles letzten endes doch irgendwie dazu verwendet um der Menschheit als ganzes zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.

Diese Schwarzmalerei mit der Gedankenkontrolle und der völligen Diktatur derer die diese Techniken kontrollieren ist meiner Meinung nach gut für Filme und Romane. Die Geschichte zeigt uns, dass die Gesellschaft, wenns ihr zu bunt wurde doch immer wieder die Zügel in die Hand genommen hat.

freak
29.12.2005, 14:54
Ja aber das geht nen Schritt zu weit einfach.

Klabauter
31.12.2005, 03:13
Also ich denke ja, dass wie heute nur deshalb da sind, wo wir sind, weil es immer jemanden gegeben hat, der sich über alle hinweggesetzt hat, die sagten es würde zu weit gehen. Wonach können wir denn bemessen ob etwas "zu weit geht" wenn wir es nicht versuchen?

Etwas Neues zu verurteilen, nur weil es uns fremdartig erscheint ist genau das, weshalb schon Leute im Mittelalter auf dem Scheiterhaufen verbrannt sind... nur eben modern.

Ich führe noch ein paar Argumente dafür an:
Die 3. Welt. Entwicklungsländer. Ein Grund, warum die dort aus ihrer Armut nicht rauskommen ist folgender: Die sogenannte "Entwicklungshilte" der reichen Industriestaaten besteht zu einem Großteil nicht etwa aus Maschinen und Bildung, sondern in Form von Agrargütern. Damit kann man sehr billig zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Wir wissen, was wir mit der ganzen Überproduktion aus unseren Agrarsubventionen machen können und stehen gleichzeitig als Wohltäter da. Was nicht ganz so offensichtlich ist: Alle die irgendwo in der Afrikanischen Steppe versuchen mühsam in Handarbeit ein Feld zu bestellen, können die Ernte nicht verkaufen weil erstens keiner Geld hat um was kaufen zu können und zweitens nebenan der Amerikanische Weizen vom LKW quasi kostenfrei ins Volk geworfen wird. Es ist ja nicht so, dass dort unten nix wachsen würde, wenn man nur ordentliche Bewässerungsanlagen und ausgebildete Fachkräfte hätte. Weltpolitisch ist es völliger Quatsch, dass wir hier in Deutschland noch auf dem Feld stehen! Theoretisch müsste man alle Landwirtschaft auf den schwarzen Kontinent auslagern und hier mit europäischem Ingenierswissen produktive Maschinerie dafür erzeugen. Damit die da unten aber wissen, wie das funktioniert, müsste man es ihnen beibringen... und damit können wir den Kreis wieder zum eigentlichen Thema schließen: Was bisher nur über lange Jahre hinweg in Schulen funktionieren würde, die unmengen an Geldern verschlingen, könnte mit einer neuen Technologie, die eine Schnittstelle zum Gehirn nutzt unglaublich schnell realisiert werden.

WISSEN ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Faktoren, die Sicherheit und Wohlstand der Menschheit garantieren können. Schaut euch doch an, wo die Gefahr in der Welt liegt. Ganz ehrlich, am meisten Angst habe ich nicht davor, dass mich meine REgierung kontrollieren kann, weil sie ein geheimes Projekt hat mit dem sie in meinem Kopf herummanipuliert. Ich habe am meisten Angst davor, dass irgendwo ein verrückter Araber den Finger auf einer Atombombe hat... und draufdrückt, weil Allah es ihm befielt und er sich schon mit einem Bein im Paradies wähnt. RELIGIONEN bergen in sich eine größere Gefahr der Volksverdummung, der man nur mit Bildung und Wissen entgegen treten kann.

Deshalb ist mir jedes Mittel recht, mit dem Aufklärung, und fortschrittliches denken möglichst effektiv in so viele Köpfe wie möglich transferiert werden kann.

Voodoo
31.12.2005, 12:19
Ich hab dein Text nur kurz überflogen, da ich gerade ein wenig in Eile bin. Doch ist mir aufgefallen, dass du etwas nicht bedenkst. Ich bin ebenfalls ein technikversessener Mensch. Ich denke wissenschaftlich und freue mich schon erleben zu dürfen, was wir alles noch erfinden.

Doch je moderner die Erfindungen sind, um zu verheerender sind die Auswirkungen bei Missbrauch. Der Vergleich zum Mittelalter hinkt ein wenig, denn nehmen wir mal das Beispiel Schießpulver. Chinesen erfinden es für Feuerwerk. Es wird missbraucht und das Gewehr wird erfunden. Doch damit tötet man nur begrenzt irgendwelche Menschen.

Jetzt nehmen wir das Wasserstoff von heute. Eine super alternative Energiequelle, die umweltschonend ist. Doch bei Missbrauch (Wasserstoffbombe) werden gleich im schlimmsten Fall mehrere Millionen Menschen umgebracht.

Denken wir jetzt in die Zukunft. Soweit ich es mitbekommen habe, forschen etliche Amerikaner daran, den Raum zu falten um so schneller reisen zu können. Möchte mir gar nicht ausdenken, was es für Konsequenzen hat, wenn es einer missbraucht oder wenn da was schief geht.

Wenn im Mittelalter einer mit Schießpulver experimentiert und es schief geht, fliegt er im schlimmsten Fall in die Luft. Doch was passiert bei einer misslungenen Raumfaltung?

Die Folgen einer Forschung werden in manchen Bereichen einfach zu .... gewaltig um es weiter zu machen. Allerdings liegt es in der Natur des Menschen, dass wir alles wissen und erforschen wollen. Wenn es nicht die eine Person erfindet, dann kommt irgendwann die nächste. Aufhalten lässt sich das also nicht. Dann bleibt nur zu hoffen, dass es die richtige Person zuerst macht.

Micha, der ganz weit vom Thema abweicht :)

Klabauter
31.12.2005, 19:07
Der Drang alles erforschen zu wollen hat eine ganz bestimmte Funktion. Wir sind hier auf der Erde auch nichts anderes als eine der vielen Spezies die nach den Evolutionsgesetzen handeln muss. Der stärkere überlebt. Das können wir gut finden oder auch nicht. Die Natur macht sich letztendlich nicht viel aus unseren großartigen Moralvorstellungen. Also sind wir nur deshalb an DIESEM Ende der Nahrungskette, weil wir es verstanden haben vorteile für uns auszunutzen. Existenz allein ist gleichzeitig Konkurrenz! Und sei es nur um den Raum, den unsere Existenz einnimmt. Klar haben wir das hier auf der Erde im Griff... wo wir inzwischen die unangefochtenen Gewinner sind.
Aber diese Diskussion hier und die unvorstellbaren Weiten des Alls sollten uns zeigen, dass wir kurz davor sind, unseren Konkurrenzkampf auf eine höhere Ebene zu verlagern. Wenn wir derenst eine interstellare Rasse sein werden, deren Sonne am sterben ist, dann werden wir nicht aus reiner selbstlosigkeit die rückständigen Einwohner eines von uns entdeckten Planeten in Frieden lassen und sterben. Wir werden dort einfallen. Weil es der Wille der Natur ist, dass wir versuchen mit allen Mitteln zu überleben. Und dazu gehört es, sich einen jeden möglichen Vorteil zu sichern. Und das geht nur mit Forscherdrang... und Risikobereitschaft.

Letzten Endes wird es so sein, dass alles was gefunden werden KANN, auch irgendwann gefunden werden WIRD. Ob wir das gut finden oder nicht ist völlig egal, weil nach wie vor ... Moral eine Schöpfung des Menschen ist ... und nicht ein unbeugsames Naturgesetz.

Cobra
06.01.2006, 14:09
@ Klabauter

hast du das Buch "Der Schwarm" schon gelesen ?
glaub das wär was für dich :-)

Klabauter
07.01.2006, 12:02
Hab ich nicht. Von wem ist das denn?

Voodoo
07.01.2006, 13:11
Es ist von Frank Schätzing und es ist wirklich sehr empfehlenswert.

Bei Amazon kaufen...

Es hat zwar nicht genau das zum Thema, was wir hier besprochen haben, doch kommt es mitunter drin vor. So wie ich dich kenne, wird dir das Buch sehr gefallen. Auch wenn es kein Fantasy oder Horror ist :P.

Cobra
03.03.2006, 15:22
Fraunhofer-Wissenschaftler präsentieren auf der Cebit den Prototyp einer mentalen Schreibmaschine - und spielen Brain-Pong

Berlin - Es ist vielleicht das Schrecklichste, was man sich vorstellen kann: mit klarem Bewußtsein vollständig gelähmt zu sein und sich noch nicht einmal durch ein Zucken des Augenlids mitteilen zu können. Solche Menschen, die unter dem sogenannten Locked-in-Syndrom leiden, waren ursprünglich der Anlaß, eine neue Kommunikationsform mit der Außenwelt zu entwickeln: Über eine elektronische Schnittstelle, die ihre Gehirnsignale in Steuersignale für einen Computer übersetzt, können die "eingeschlossenen" Patienten mit großer Mühe und Konzentration kurze Texte schreiben und sich ihrer Umwelt mitteilen.

In den letzten Jahren ist die Technik jedoch besser geworden. Auf der Cebit 2006 wollen nun Forscher des Fraunhofer-Instituts First und Mediziner der Berliner Charité demonstrieren, wie solch eine mentale Schreibmaschine funktioniert.

Die Fraunhofer-Informatiker haben gemeinsam mit der Charité die Schnittstelle zwischen Gehirn und Rechner weiterentwickelt zum sogenannten Berlin Brain-Computer Interface (BBCI). Dabei nutzen sie die elektrische Hirnaktivität, die sie durch an der Kopfhaut angebrachte Elektroden messen. Diese Signale werden verstärkt und an einen Computer übermittelt, der sie in technische Steuerungssignale umwandelt. Das Funktionsprinzip des BBCI basiert darauf, daß bereits das Vorstellen eines Verhaltens die Aktivität des Gehirns auslöst: Wer daran denkt, seine Hand oder seinen Fuß zu bewegen, löst schon Signale in Gehirnregionen aus, die auch für die tatsächliche Bewegungen zuständig wären.

Eine präzise "Gedankensteuerung", die zum Beispiel rein durch Vorstellung zwischen 26 Buchstaben auswählen würde, ist jedoch noch Zukunftsmusik. Das BBCI kann bislang relativ gut nur zwischen zwei Alternativen auswählen: Während eine Option zum Beispiel durch die Vorstellung, die linke Hand zu bewegen, ausgewählt wird, müßte man für die andere Option gedanklich die rechte Hand bewegen. So kann ein Cursor zum Beispiel nach links oder rechts bewegt werden. Bei der mentalen Schreibmaschine wählt man mit dem Cursor ein Buchstabenfeld aus. In weiteren Schritten verkleinert sich die Auswahl, so daß man bald bei einem einzelnen Buchstaben landet. Einfache Sätze dauern einige Minuten.

http://www.welt.de/media/pic/000/102/10226v1.jpg
Zur Zeit existiert erst ein Prototyp der mentalen Schreibmaschine. In einer Versuchsreihe werden verschiedene Buchstabiermethoden auf ihre Benutzbarkeit getestet und an das BBCI angepaßt.

Bis die mentale Schreibmaschine im Alltag angewendet werden kann, werden jedoch noch einige Jahre vergehen. Insbesondere bei der Weiterentwicklung der EEG-Sensoren bestehe noch Forschungsbedarf, erklären die Wissenschaftler.

Angedacht werden nun jedoch auch Anwendungen jenseits der Kommunikationsunterstützung von gelähmten Patienten. Auch Piloten oder stark belastete Fahrer könnten sich beim Steuern ihres Fahrzeugs durch solche Systeme unterstützen lassen, einen Teil ihrer Aufgaben mit "Gedankenkraft" erledigen. Menschen, die auf Prothesen oder einen Rollstuhl angewiesen sind, würden ebenfalls von einer Steuerung über Hirnströme profitieren.
Ein weiteres Anwendungsfeld sind jedoch Spiele: Wie ein Interface für Computerspiele aussehen könnte, zeigt das Spiel Brain-Pong, das ebenfalls demonstriert wird: Dabei spielen zwei Entwickler mit Hilfe des BBCI gegeneinander Teletennis und steuern die "Schläger" durch "Gedankenkraft" - der Spieler stellt sich vor, daß er den Schläger nach rechts bewegt, und das funktioniert desto besser, je mehr sich der Spieler konzentrieren kann.

Klabauter
03.03.2006, 15:34
So ein ähnliches Thema hatten wir doch schonmal. Jetzt dauerts bestimmt nicht mehr lange und der erste schreit: "Wo Signale rausgehen, da gehen bestimmt auch Signale rein. Und wenn wir uns die ersten Hirn-Interfaces aufsetzen um irgendwas zu zocken werden wir von der Regierung ferngesteuert!"

Cobra
03.03.2006, 15:43
naja in Büchern gibts diese Zukunftsmusik ja auch schon. Ist allerdings schon ne ganze weile her das ich die gelesen hab. Aber interessant sind die allemal.


Mappa Mundi von Justina Robson (http://www.literaturschock.de/buecher/3404243153.htm)

Gefälschtes Gedächtnis von John F. Case

Voodoo
03.03.2006, 16:24
Ich habe die Posts jetzt mal verschoben, das es zu diesem Thema hier passt.

Cobra
04.03.2006, 22:55
Lautlos gleiten sie durchs Wasser, nehmen feinste elektrische Gradienten wahr und riechen chemische Spuren, die sie dann verfolgen – diese natürlichen Fähigkeiten machen Haie zu idealen Spionen. Das findet auch die Pentagon Defence Advanced Research Projects Agency (DARPA) und finanzierte eine Studie über Neuro-Implantate der Boston University, die in der neusten Ausgabe des New Scientistveröffentlicht wurde.

Ein Forscher-Team der Boston-University hat winzige Elektroden in die Gehirne von Dornhaien eingepflanzt. Kontrolliert wurden die Implantate durch einen kleinen Radiotransmitter. Der stimulierte entweder die rechte oder linke Seite desjenigen Gehirnareals, das für den Geruchssinn zuständig ist. Die Fische reagierten auf das Signal mit einer Bewegung zur jeweils angeregten Seite.

„Das Pentagon hofft, die natürlichen Fähigkeiten der Haie in Zukunft nutzen zu können“, heißt es in der Studie. „Durch ferngesteuerte Kontrolle ihrer Bewegungen könnte man die Tiere in Spione verwandeln.
Der New Scientist hält die Arbeit der DARPA für kontrovers, hebt jedoch hervor, dass die Forschung an Neuro-Implantaten auch Chancen für die Medizin bietet: Ein besseres Verständnis der elektrischen Signale im Gehirn, könnte eines Tages in der Entwicklung von Implantaten münden, mit denen sich Prothesen steuern lassen.

Voodoo
04.03.2006, 23:33
sowas finde ich nach wie vor sehr beunruhigend.

Cobra
05.03.2006, 13:21
Elektroden im Kopf sollen Menschen mit unheilbaren Nervenleiden helfen. Tiefe Hirnstimulation heißt die Methode, deren Erfolge unglaublich scheinen.

Es ist der Stoff, aus dem Medizinerträume sind: Der junge Mann mit dem Piratenkopftuch zittert nicht nur, der gesamte Körper wird durchgeschüttelt, so heftig, dass ihm fast die Fernbedienung aus der Hand rutscht. Dann drückt er den Knopf und in wenigen Sekunden geben die Muskeln Ruhe. Essentieller Tremor heißt die Erkrankung, die sich durch unkontrollierbares Zittern äußert.
Heilung per Knopfdruck?
Ganz so einfach ist das nicht, denn verantwortlich für den Zitterstopp ist eine Elektrode, die im Gehirn des Patienten sitzt.Bis in die 80er Jahre verschmorten Mediziner das entsprechende Gewebe, was mitunter schwerwiegende Folgen hatte. Der Neurochirurg Alim Louis Benabid entwickelte eine weniger radikale Methode. Statt Teile des Gehirns unwiederbringlich zu zerstören, setzte er sie mit Stromstößen vorübergehend außer Kraft. Wurde der Strom abgeschaltet, kehrte die Überaktivität zurück - das Gewebe selbst blieb aber unbeschädigt. Und: Pulsbreite, Spannung und Frequenz konnte er individuell anpassen.