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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jahresrückblick 2005



Voodoo
27.12.2005, 12:49
Viel ist passiert in der Branche und wir rufen uns Sex-Skandale, Übernahmen, Killerspiele und der Launch der Next-Generation Konsolen nochmals ins Gedächtnis.

Übernahmechaos im Schneegestöber
Schon Ende letzten Jahres, sorgten gleich zwei Giganten für Furore. Es gingen Gerüchte um, dass Electronic Arts seinen wohl größten Konkurrenten UbiSoft mit einer feindlichen Übernahme zu Leibe rücken will. Alles fing damit an, dass Anteile die bisher von Talpa Beheer, einer Investmentgesellschaft des niederländischen TV-Moguls John de Mol, gehalten wurden und von Electronic Arts aufgekauft werden sollten. Damit wären die Amerikaner größter Anteilseigner beim französischen Publisher.
Kaum hatte man sich von den Sylvesterfeierlichkeiten erholt, rüstete sich UbiSoft schon für eine Übernahmeschlacht, Gerüchte besagten, dass die Geschäfte mit Vivendi zusammengelegt werden sollen. Dies stellte sich jedoch bald als Ente heraus. Konkreter waren hingegen schon die Überlegungen das Ubis Tochterfirma Gameloft in den Konzern eingegliedert wird, um so den Aktienkurs um zwei bis drei Euro zu steigern, was eine Übernahme unrentabel machen würde. Electronic Arts äußerte sich zu den Übernahmespekulationen so, dass es jedoch nicht nur um Übernahmen ginge, auch Partnerschaften seien denkbar gewesen. Während den Gesprächen habe es keine Feindseligkeiten gegeben, alles verlief stets partnerschaftlich. Anders hörte sich das an, wenn UbiSoft über dieses Thema sprach. Um das Chaos nun perfekt zu machen dachten die Franzosen sogar über einen Kauf der Traditionsfirma Eidos nach, das war aber wohl ehr heiße Luft.

Diablo – alle guten Dinge sind drei
Eigentlich bestehen die Gerüchte über Diablo 3 schon seit dem Jahr 2003, als Bill Roper Blizzard mit den Worten „I want to play Diablo“ verließ, hofften die Fans auf einen weiteren Teil des Spiels. Im Februar diesen Jahres gab Blizzards Jobseite Anlass zum Spekulieren. Es wurde ein Game Designer gesucht, der das Team betreuen soll, das bereits für die beiden ersten Teile von Diablo verantwortlich war. Zudem wird ein „3D Character Artist“ gesucht, der viel Erfahrung mit Rollenspielen hat. Vor der E3 in Los Angeles wurde sogar gemunkelt, dass Blizzard dort das Spiel vorstellen würde. Am Ende gab’s aber nur Starcraft: Ghost, Blizzardangestellte die von einem Sequel nichts wissen wollten und enttäuschte Fans.

Vergleichbar konkreter war hingegen eine Email, welche die renommierte Fanseite „Diabloii.net“ bekommen haben soll. Angeblich habe ein tschechischer Musiker verraten, dass er so eben aus Bratislava in der Slowakei käme und dort mit einem lokalen Symphony Orchester Musik für Diablo 3 aufgenommen hat. Bereits die Aufnahmen für das Expansions-Set „Lord of Destruction“ wurden vier Monate vor Release in Bratislava aufgenommen. Inzwischen sind die vier Monate verstrichen und passiert ist immer noch nichts.
Das letzte und wohl konkreteste Gerücht tauchte Ende November auf. Auf der Webseite des neuen Entwicklerstudios Hyboreal Games fanden aufmerksame Augen in den Biographien der Angestellten einen weiteren Hinweis. Folgender Satz lässt Fans nun hoffen:
„Michio war vor seinem Weggang kreativer Leiter für Blizzard North von einem noch unangekündigten Nachfolger“

Kein Jahr ohne die E3
Was wäre ein Jahr ohne die Electronic Entertaiment Expo im Leben eines Spielers? Dieses Jahr stand die Messe ganz im Zeichen der Konsolen Playstation 3 und Xbox360. So wurde gleich zu Beginn das Aussehen der Konsolen vorgestellt und Rockstar kündigte an, dass der neuste GTA Teil für Sonys neuste Playstation erscheinen wird. PC-Spieler wurden am zweiten Tag verwöhnt, Ubisoft kündigte den neusten Teil von Brothers in Arms an und die Max Payne Schöpfer arbeiten an einem neuen Spiel namens Alan Wake. Am Ende waren sich alle einig: Die E3 hat sich mal wieder gelohnt, mit massig Neuankündigungen, jeder Menge Screenshots, Videos und Bildern von den Branchenriesen.

Sex, drugs und GTA
Was der Auffuhr um Manhunt im letzten Jahr war, war dieses Jahr GTA San Andreas. Beide Spiele stammen von Rockstar, diesmal ging es aber nicht um Mord und Totschlag sondern um unziemliche Sexspielchen in dem Gangsterepos. Eigentlich waren sie für den Otto-Normal-Spieler gar nicht verfügbar, nur durch die so genannte „Hot-Coffee-Mod“ konnten solche unziemlichen Handlungen vorgenommen werden. Um konkret zu werden: Der Protagonist begattete eine Frau und der Spieler durfte das ganze auch noch steuern. Das war zuviel für das prüde Amerika.
Viele Prominente schalteten sich ein, unter anderem Senatorin und Ehemalige First Lady Hillary Clinton. Die meisten forderten ein Verbot von GTA, fraglich war nur ob die fraglichen Funktionen bereits in GTA vorhanden waren und nur durch die Hot Coffee Mod freigeschaltet werden oder die Mod die Szenen komplett hinzugefügt hat.
Am Ende war Ersteres der Fall und ein alter Bekannter schaltete sich ein: Jack Thompson, ein Anwalt und radikaler Verfechter des Jugendschutzes und erklärter Gegner jeglicher gewalttätigen Computerspiele. Was wirklich Wichtiges hatte Jack Thompson eigentlich nicht zu sagen. Er tauchte auf, verglich den Chef der ERSB (der amerikanischen USK) mit Hitler und verschwand wieder. Das Ende von Lied war, dass GTA San Andreas nur noch für Erwachsene in Amerika zu kaufen ist und der fragwürdige Programmcode entfernt wurde.

Die Killerspiele sind da!
Mit den Neuwahlen kam auch eine neue Regierung und mit ihr ein neuer Koalitionsvertrag. Dort erboste ein Passus die Spieler in Deutschland ganz besonders, wortwörtlich stand in dem Vertrag. „Verbot von ‚Killerspielen’“. Ja was sind denn nun Killerspiele? Keiner wusste das so genau, anfänglich nahm man noch an, dass Spiele wie Gotcha(Paintball) oder Laserdome gemeint sind. Später stellte sich dann heraus, dass damit auch Computerspiele gemeint sind. Wieder einmal berichteten über dieses Thema auch größere Tageszeitungen wie die Frankfurter Allgemeine oder die Süddeutsche Zeitung. Natürlich meldeten sich auch gleich Entwicklerverbände und Publisher zu Wort, die einer Verbotsforderung widersprachen, aber auch innerhalb der Parteien kündigte sich Widerstand an. CDU Landtagsabgeordneter in Nordrhein-Westfalen Thomas Jarzombek forderte gar ein „Elternverbot“ in einem Statement: „Die Gewaltbereitschaft wird da geschürt, wo Kinder sich selbst am Computer überlassen werden, und niemand da ist, der die im Spiel entstandenen Emotionen auffängt. Man sollte besser solche Eltern statt der Spiele verbieten.“

Wirklich neue Entwicklungen gab es nach der Aufregung in den Medien nicht mehr, bis entsprechende Gesetzesentwürfe oder Forderungen auf dem Tisch liegen wird man darüber auch nicht mehr viel hören. Wir blicken gespannt ins nächste Jahr.

Xbox 360
2. Dezember 2005, pünktlich um 5 Uhr stehen bereits die ersten Menschen vor den Türen großer und kleiner Elektrofachmärkte, neben den typischen Schulschwänzern und Blaumachern finden sich auch einige Gestalten, die den Anschein machen hier eine Nacht gecampt zu haben. Sie warten nur darauf, das weiße Himmelstück in der Hand zu halten und allen enttäuschten und leer ausgegangenen eine Nase zu drehen. Um 9:00 Uhr – mancherorts auch früher - ist es dann soweit: Massenhysterie, Getrampel, Schupsen und Gewaltausbrüche, hier wird nicht von den aktuellen Vorverkauf für Robbie Williams Karten geredet, wo es sicherlich auch heiß herging, sondern von dem ersten Verkaufstag der begehrten Xbox 360. Bevor die glücklichen Gewinner – die hoffentlich Gesund davongekommen sind – mit glücklichen Gesichtausdruck ihre 400 € zahlen und endgültig nach Hause können, heißt es erstmal Fototermin. Natürlich lässt sich diverse und die vor Ort anwesende Pressemeute nicht lumpen Fotos der Glückseligen und mehr oder minder verletzten Menschen zu machen, die eine der begehrten Next-Gen-Konsolen erhalten haben.

Vorbesteller, so wie die meisten, freuen sich derweil den Stress nicht ausgesetzt zu sein und auch keine Kündigung ihres Chefs zu sehen – weil dieser den vermeintlich Kranken nun evtl. schwer Verletzen in der örtlichen Tageszeitung sieht. Sind derlei Sorgen an den glücklichen Xbox-Besitzer vorübergegangen begibt man sich auf den beschwerlichen Weg nach Hause, dort angekommen schießen den Zocker zwei Dinge durch den Kopf. Der erste ist hierbei wohl nicht minder wichtige: „Verdammt, wo geht der Karton auf!“ und der Zweite und viel wichtigere: „Ich habe da im Internet gelesen, dass manche der Konsolen beschädigt sind!“. In aufkeimender Panik findet der Stromstecker den Weg zur unvermeidbaren Steckdose. Nochmals kommt Spannung auf, wird alles glatt gehen. Das Netzteil leuchtet auf jeden fall schon mal grün: Auf die Plätze fertig und – wie John LucPicard so gerne zu sagen pflegte – Energie. Willkommen in der Welt der neuen Konsolen.

Invasion der Handhelds
Das Jahr 2005 stand fest im Zeichen der neuen Handheldgeneration. Sowohl der Nintendo DS als auch die PlayStation Portable von Sony machten sich daran, den Weg in die Hosentaschen der Spieler zu finden. Besonders erfreulich für die Kunden ist die Tatsache, dass man es hier mit zwei von Grund auf verschiedenen Geräten zu tun hat. Während Nintendo neue Wege im spielerischen Bereich geht und dem Nintendo DS zwei Bildschirme, wovon einer ein Touchscreen ist, und ein integriertes Mikrofon spendiert, setzte Sony auf klassische Werte. Eine beeindruckende Hardwareleistung und diverse Multimediafeatures zeichnen die PlayStation Portable aus.

Dass die besten Handhelds ohne entsprechende Software jedoch nichts wert sind, versteht sich von selbst. Und so bemühten sich beide Hersteller hochwertige Software für unterwegs zu bieten. Auch hier wurden die Unterschiede zwischen den beiden Konkurrenten sehr schnell deutlich. Der DS punktete mit innovativen Titeln wie Nintendogs oder Project Rub, während die PlayStation Portable ihre Muskeln bei Wipeout Pure oder Rigde Racers spielen ließ und Heimkonsolengrafik für die Hosentasche bot.

Ob man nun den Nintendo DS oder die PlayStation Portable bevorzugen mag, beide Systeme konnten auf ihre eigene Art überzeugen und werden uns auch im Jahr 2006 mit zahlreichen gelungenen Titeln erfreuen.



Fehlt irgendein wichtiges Ereignis? Dann schreibt es hier in diesen Thread. Je mehr sich beteiligen um so vollständiger wird der Rückblick :)

BlackFog
29.12.2005, 14:22
Na aber hallo! Was ist mit der Fortsetzung des Kampfes auf dem Schlachtfeld, das sogar Online-FPS Ignoranten wie mich überzeugt hat? Klar, die Rede ist von Battlefield 2 und dessen Erweiterung "Special Forces"! Schön, dass schon der eine und andere Patch Sachen verbessert hat, schade aber dass immernoch einiges Fehlt oder besser sein könnte. Ich sage da nur drei bis vier Panzerfausttreffer für einen Panzer, wenn man nicht die Kette von vorne oben trifft. :rolleyes:

Mehr fällt mir hier im Moment nicht dazu ein...

BlackFog

Voodoo
29.12.2005, 16:23
Werbung in Spielen

Zur Finanzierung ihrer Spiele denken scheinbar immer mehr Entwickler bzw. Publisher über ins Spiel integrierte Werbung nach - den Anfang machte Anarchy Online; Sony Online Entertainment und THQ haben ebenfalls entsprechende Pläne verkündet.

Zudem entdecken kleine Entwicklerstudios die Vorzüge der Online-Distribution und der stückweisen Auslieferung ihrer Spiele in Form von Episoden, den Anfang machte 2005 das Adventure Bone. So lassen sich die Kosten für die Entwicklung besser verteilen und die Abhängigkeit von Publishern verringern. In der Online-Distribution spielt Valves Steam die erste Geige, die restlichen Online-Distributionsplattformen haben noch nicht annähernd so viele potenzielle Kunden versammelt.